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Mittwoch, 23. Dezember 2020

Deckenprojekt Schafwolle II fertig

Ihr wolltet doch sehen, wie mein Deckenprojekt Schafwolle aus 24 verschiedenen Schafrassen fertig aussieht. Winterlicht ist ja nicht immer das beste Fotolicht, aber hier ist sie: Fertig zusammengenäht und mit Gotländischem Pelzschaf umhäkelt. 

Gut Ding braucht Weile. Die zweite Decke dauerte von 2016-2020.  Die meisten Fasern stammen direkt vom Vlies, wurden von mir gewaschen, handgesponnen und verstrickt. Manchmal habe ich ein ganzes Vlies bekommen, manchmal nur einige hundert Gramm Rohwolle. Alles wurde von mir auf meinem alten Louet S 10 gesponnen, damit kann ich am besten dick spinnen. Verarbeitet habe ich folgende Wolle von folgenden Rassen: Teil 1: Shropshire Schaf ; Teil 2: Moorschnuckenschaf ; Teil 3: Krainer Steinschaf; Teil 4: Herdwickschaf; das wird jetzt allerdings ein Sitzkissen, dafür hatte ich das Teil vom ersten Deckenprojekt mit Manx Loaghtan Wolle noch übrig. Teil 5: Braunes Bergschaf ; Teil 6: Charollaisschaf; Teil 7: Islandschaf, Teil 8: Ostfriesisches Milchschaf gescheckt ( nur weiße Wolle); Teil 9: Brillenschaf; Teil 10: Border Leicester Schaf; Teil 11: Waldschaf; Teil 12: Graues Rhönschaf; Teil 13: Wolle vom Wensleydale Schaf. Bis hierher hatte ich es immer geschafft alle Schafe ausführlich zu beschreiben. Ihr findet die Übersicht ---> HIER. Weiter ging es dann mit Teil 14: Finnschaf;

Teil 15: Spaelsau; 

Teil 16: Cheviot;
Teil 17: Alpines Steinschaf;
Teil 18: Shetlandschaf; 

Teil 19: Karakul;

 

Teil 20: Rouge de Rousillon;
Teil 21 Black Welsh Mountain;
Teil 22: Merino Fleischschaf;
Teil 23: Falkland;

Teil 24: Gotländisches Pelzschaf;

Die Decke ist 1,30cm x 1,90cm , wiegt 2410 gramm und liegt jetzt in meinem Feuerraum.

 Ich wünsche euch Allen eine gute Weihnachtszeit, Gesundheit, Zeit für euch und Eure Familie. Ich danke euch Allen für eure vielen Anregungen und Kommentare 2020.

Montag, 13. Juli 2020

Deckenprojekt Schafwolle Teil 13 mit Wolle vom Wensleydale Schaf

Nach wie vor macht es mir nach vielen Jahren noch Spass verschiedene Rohwollen auszuprobieren. Inzwischen liegen hier auch von verschiedenen Schafrassen neue fertige Teile für mein Deckenprojekt II aus Schafwolle von verschiedenen Schafrassen  und so will ich das nachtragen. 


Ich habe einfach auch gemerkt, dass ich selbst auch immer wieder nachsehe bei den einzelnen Schafrassen. Dachte erst jetzt zur Halbzeit, dass es mir reicht, wenn ich alles in der Übersicht aufliste, doch ich brauche es ausführlicher so also hier die Wolle vom Wensleydaleschaf in einem Extra-Post. Die meisten lieben diese Wolle wegen der Länge ihrer Fasern und ihrer Weichheit. Ich habe die Wolle auch sehr gerne verarbeitet. Sie fließt nur so aus der Hand.


Die Wolle habe ich von der Nutztierarche Stocksee. Bereits für das erste Deckenprojekt habe ich diese herrliche Wolle ---> HIER verarbeitet.


Wikipedia schreibt zu diesen Schafen: " Wensleydale, auch Wensleydale Longwool genannt, ist eine von insgesamt zehn britischen Langwollschafrassen und gilt als sehr robust und genügsam. Der Ursprung dieser Rasse liegt in der Region von Wensleydale in North Yorkshire, England. Die Bezeichnung Wensleydale für diese Rasse wurde erstmals 1876 verwendet, als bei einer Leistungsschau in Yorkshire die gezeigten Tiere einer bestimmten Rasse zugeordnet werden mussten. Auffälligstes Merkmal dieser Schafrasse sind die korkenzieherartig gedrehten langen Wollsträhnen. Weil diese Schafrasse sowohl eine gute Fleisch- als auch Wollleistung zeigt, wird sie zu den sogenannten Zweinutzungsrassen gezählt." Die meisten Wensleydale Schafe sind weiß, es gibt aber auch Farbvariationen in Schwarz, Braun und Grau. Vermutlich kennt ihr alle diese wunderschönen Korkenzieherlocken der Wensleydales. Bei Filzerinnen sind sie auch ganz beliebt und ist für die Gestaltung von Kleidungsstücken nicht mehr wegzudenken. 

 


Die Wolle wird in der Literatur mit 33-35 micron, einer Faserlänge von 20-30cm angegeben. Ein Vlies hat zwischen 4-7- kilo. Normalerweise reicht es die Wolle schön zu kämmen, bevor man sie verspinnt. Für mein Deckenprojekt hatt ich eine kleine Menge kardiert und dann versponnen zu einem Single. Diesmal habe ich ganz vergessen das Garn zu fotografieren.

 
 
HIER ist noch eine ausführliche Rassebeschreibung. Sehr schön ist die Wolle auch in Blau und Grün. Mit Indigo bzw. Goldrute mit Indigo überfärbt.


Von meinem Buch "Spinnen tut der Seele gut" sind noch einige Exemplare da! ---> HIER . Es wird nächstes Jahr einen Kurs "Spinnen tut der Seele gut" geben, weil immer wieder Nachfragen kamen. Es gibt schon Anmeldungen dafür. Voranmeldungen sind möglich. Der Kurs wird in 16775 Gransee, 40 Minuten nördlich ab Hauptbahnhof Berlin stattfinden. Der Kursort ist mit der Bahn ab Berlin sehr gut erreichbar.  Ich freue mich auf euch eure Anke

Montag, 9. Dezember 2019

Halbzeit: Decke aus Schafwolle II Teil 12 mit Wolle vom grauen Rhönschaf

Das Jahr neigt sich zu Ende und ich habe hier Halbzeit bei meinem Deckenprojekt aus Schafwolle. 12 Teile - 12 verschiedene Schafrassen- 12 Abenteuer- viele schöne Kontakte zu Schafhaltern und Schäfern, die durch den "Wollvirus" entstanden sind. Das 12. Teil ist aus der wunderbaren Bio-Wolle des Grauen Rhönschafs von Frieder Beyer.

Foto Frieder Beyer
Das graue Rhönschaf ist eine Kreuzung aus Coburger Fuchsschaf, Rhönschaf und Rauhwolligem Pommernschaf. Die Wolle ist etwas kürzer als beim Rhönschaf (klick) und weicher als das Rhönschaf. Sie läßt sich auch ganz gut filzen. Ziel bei der Kreuzung war es, dass ein wirtschaftliches, aber auch genügsames Landschaf mit textiltauglicher grauer Wolle entstand. 


Farblich ist die Wolle der grauen Rhönschafe sehr vielfältig. Sie reicht von Silbergrau bis braun und schwarz. 

Graues Rhönschaf Bildquelle: Frieder Beyer
Bei meinem Wollteil habe ich Wolle aus 2 verschiedenen Wollvliesen genommen. Beim Kardieren ist es eine Herausforderung, die schönen vielfältigen Farbspiele im Vlies zu erhalten. 


Erreicht habe ich das mit einem Kardierbrett und Rolags. Herzlichen Dank lieber Frieder für diese herrlichen Vliese.

Halbzeit: 12 Schafrassen - 12 Deckenteile; Die nächsten 12 Schafrassen Proben liegen hier schon, doch da geht es nächstes Jahr weiter. Die ersten 12 Teile und Schafrassen findet ihr HIER (klick).

 
Hier und hier gibt es ein bisschen was zu lesen zu den grauen Rhönschafen von Frieder Beyer. Wer in Berlin oder Nordbrandenburg wohnt, dem empfehle ich den schönsten stimmungsvollen kleinen Weihnachtsmarkt den ich kenne. Auf dem Fleckschnupphof. Kein Konsum, dafür Selbstgemachtes, Lichter und Tiere. Ausserdem noch ein Stand mit einer besonderen Sammlung an echten Vikinger-Raritäten mit Spinnwirteln aus Speckstein und Webbrettchen aus Horn.

 

 Ich wünsche euch weiter eine gute Adventszeit!

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Deckenprojekt mit Schafwolle II Teil 11 aus Wolle vom Waldschaf

So nun ein nächstes Deckenteil und wieder von einem vom Aussterben bedrohten Schaf dem Waldschaf. Vielen Dank liebe Karo für die tolle Wolle und die herrlichen Bilder.


Das Waldschaf ist in Kategorie " stark gefährdet eingestuft. (4). In Bayern belief sich der Bestand Ende 2012 auf knapp 1100 Tiere. (1). Das Waldschaf ist überwiegend in Deutschland und Östereich beheimatet und geht auf das indogermanische Zaupelschaf zurück. Seinen Namen erhielt das Schaf da es in vielen Waldgebieten wie dem Bayrischen Wald, dem Böhmerwald und dem Mühl- und Waldviertel verbreitet ist. (1)

(2) Zaupelschaf:Bild von Birgit Böllinger auf Pixabay

Das Waldschaf ist mittelgroß, rauhwollig.  Beide Geschlechter kommen sowohl behornt als auch unbehornt vor, wobei Widder deutlich häufiger Hörner besitzen. Ausgebildete Hörner sind spiralförmig nach außen gedreht. Die einzelnen Individuen unterscheiden sich deutlich voneinander, so dass das typische Aussehen des Waldschafes als untypisch betrachtet werden kann. (3) Die Waldschafe lammen oft zweimal im Jahr. Es gibt oft Zwillingsgeburten. 



Waldschafe zählen zu den sogenannten Dreinutzungsrassen, sie geben Fleisch, Milch und Wolle.
Die Wolle ist eine Mischwolle und besteht aus grobem Kurzhaar, dem Langhaar bzw. Grannenhaar und den sehr feinen Fasern, die den Hauptanteil bilden. Die Wolle ist zum Spinnen sehr geeignet. (3). Mit ihrer Feinheit von 30 -40 mikron ist sie vermutlich für die meisten nicht direkt auf der Haut tragbar, aber für Jacken, Westen, Teppiche sehr geeignet.Allerdings lassen sich wohl die feineren Wollfasern extra zu einem feineren Garn verspinnen, was ich jetzt für das Decknprojekt noch nicht gemacht habe. 

 
Der relativ hohe Anteil an Wollfasern unterscheidet Waldschafe von anderen alten Rassen wie dem  Steinschaf oder dem Brillenschaf. Die feinen Wollfasern schützen die Schafe vor Hitze und Kälte. Die überstehenden Grannenhaare lassen das Schaf zottelig aussehen. Daher wird es im Mühlenviertel oft auch das "Zoderte" genannt. Das durch Muskeln an den Haarwurzeln mögliche Aufrichten der Kurzhaare, vergleichbar mit der Gänsehaut beim Menschen, bewirkt eine Lockerung und somit eine bessere Trocknung des Vlieses. (1)

Zur Wolle:
Schur: Widder jährlich ca. 3,5 Kilo, Mutterschafe etwa 3 Kilo  (1)
Mikron: 30-40 (D- bis E-Feinheit). Wollfasern, 20; Grannen, 40, Markhaar, 50
Faserlänge bis 15 cm.
Farbtöne: weiß, braun, schwarz und grau
Färben: Wollfasern gut, Grannen und Markhaar nimmt die Farbe nur schwach an. 
Filzen: soll wohl gut filzen



Waldschafe haben geringe Futteransprüche und können gut zur Landschaftspflege eingesetzt werden. In Mitteleuropa werden Waldschafe oft schon zur Bekämpfung des problematischen Riesenbärenklaus eingesetzt.(3)Das Muster stammt aus dem Buch, Stricken mit Wikingermuster, von Elsebeth Lavold, eines meiner Lieblingsbücher (unbezahlte Werbung).



Für Mitglieder des Filznetzwerkes hat Margit Röhm zum Filzen mit Waldschafwolle geschrieben, das findet ihr HIER. Die Wolle filzt gut.

 

Quellen:
(1) Wikipedia 
(2) Zaupelschaf:  Bild von Birgit Böllinger auf Pixabay
(3) Nutztierarche Dahlhausen  
(4) GEH

Samstag, 12. Oktober 2019

Projekt: Decke aus Schafwolle II Teil 10 mit Wolle vom Border Leicester Schaf

Das Border Leicester Schaf ist eine alte englische Schafrasse und wurde 1767 von zwei schottischen Brüdern gezüchtet. (2)  Im Fleece & Fiber Sourcebook findet ihr ihr die Schafe unter dem Kapitel "English Longwool Familiy" (2) Verwandt sind die sie mit den Bluefaced Leicester Schafen. Allerdings sind die Schafe im Fleece & Fiber Sourcebook amerikanische Border Leicester. Meine Wolle stammt von den Britischen Border Leicester mit geschlossenem Vlies.


Wegen ihrer Welligkeit und ihrem Glanz ist die robuste Wolle sehr beliebt. Kardiert hatte ich die Wolle schon im Frühling, wie ihr an den schönen Löwenzahnblüten sehen könnt. 2x kardieren reichte zum Verspinnen. Es ließe sich auch aus der Flocke gut verspinnen. (3). Für meine Decke ist die Wolle sehr geeignet schön griffig und robust.

 

Alle Teile der Decke spinne ich nach wie vor als Single, also Einzelfaden. Den Rest der Wolle habe ich dann, da sie so schön zu spinnen war, noch für ein anderes Projekt versponnen und verzwirnt.



Zur Wolle:
Schur: Lämmer ca. 1,8 Kilo, einjährige Schafe schon bis zu 3,2 kilo (1)
Mikron: 30-38 Die Feinheit ist abhängig von dem Ort der Welt wo das Schaf zu Hause ist (2)
Stapellänge: 10 cm bis zu über 25,5 cm möglich, je nach Häufigkeit der Schur (2) (3)
Farbtöne: rein weiß, in Nordamerika auch grau und schwarz (3)



HIER bei chanti in ihrem Faserlexikon findet ihr noch Infos zur Border Leicester Wolle.
oder HIER beim Spinnkreis Retschow.
Danke Astrid  von der Nutztierarche Stocksee für diese herrliche Wolle!

Quelle: (1) wikipedia (2) The Fleece and fiber Sourcebook (3) Spinnkreis Retschow

Dienstag, 8. Oktober 2019

Projekt: Decke aus Schafwolle II Teil 9 Wolle vom Brillenschaf

Immer wieder neu spannend, bleibt die Rohwolle einer neuen Schafrasse zu verarbeiten. Und ja ich arbeite immer noch an meinem Langzeitprojekt Decke II aus Schafwolle. Danke an Ute für die Wolle vom Brillenschaf, die hier schon eine Weile auf Bearbeitung wartete. 



Die Wolle ist sehr leicht  zu verspinnen, daher würde ich sie auch Anfänger empfehlen. Das aus Brillenschafwolle versponnene Garn gilt als besonders reißfest und ist naturweiß. Angegeben wird ein Feinheit von 32-35 Mikron ( C-D- E Feinheit). (3) Die Wolle hat einen wunderschönen Glanz. Böcke liefern ca. 4,5-5,5 kg Wolle und Schafe 4,0-5,0 kg. (1). Die Wolle des Brillenschafs ist schlichtwollig und ziemlich lang. Gemessen habe ich 12-15cm. Gut geeignet um schöne Sitzkissen daraus zu filzen. Die Wolle läßt sich gut verfilzen.



 "Spiegelschaf" oder auch "Kärnter Schaf" wird das Brillenschaf auch noch genannt. Die Wurzeln reichen zurück bis ins 18.Jahrhundert.  Es ging hervor aus einer Kreuzung des alten Landschafs mit dem Bergamaskerschaf und dort besonders aus dem Peduaner Seidenschaf.  Früher war es über weite Teile Österreichs und über das bayrische Alpen- und Voralpengebiet verbreitet. Das Brillenschaf gehört nach der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen zu den als extrem gefährdet eingestuften Schafrassen (1). Seit 1989 ist das Brillenschaf in Bayern als eigenständige Rasse anerkannt. Auf 1000 Stück wird der Gesamtbestand in Bayern geschätzt, daher fördert der Bayrische Staat Maßnahmen zur Erhaltung dieser gefährdeten einheimischen Nutztierrasse. (2)





Brillenschaf - Bildquelle Wikipedia
Literaturquellen:


(1)  http://www.bhg-schafzucht.de/DATEN/brillenschaf-flyer.pdf
(2)  http://www.vieh-ev.de/Rassen/Schafe/brillen.html
(3)  https://www.filzlexikon.de/found-tabellen.html?fillex/tabellen/schafrassen.html

Einen Überblick über alle bisherigen Teile des Deckenprojekts II sind Hier zu finden.
Das fertige Langzeit- Deckenprojekt I 2011- 2014 findet ihr HIER.

Dienstag, 4. Juni 2019

Projekt: Decke aus Schafwolle II Teil 8 Wolle vom ostfriesischen Milchschaf

Die Wolle vom ostfriesischen Milchschaf, ist eine meiner Lieblingswollen. Für mein erstes Deckenprojekt hatte ich die Wolle vom gescheckten Schaf ja meliert verstrickt, aber ich finde die weißen Teile besonders weich, und daher habe ich sie von der dunklen Wolle getrennt und...


... im langen Auszug als Single versponnen und anschließend wieder mit Zopfmuster verstrickt. Verstrickt sich wie Butter in dem Zustand! Mit dem melierten Garn gab es im  1. Deckenprojekt das Experiment mit dem energetisierten Garn ---> HIER.

 

Mehr zum Ostfriesischen Milchschaf --> Hier und Hier. 

Das war Teil 8 von 24 bis zur fertigen Decke aus Schafwolle II