Posts mit dem Label Workshop Weben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Workshop Weben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 4. April 2012

"Rezept" für kleine gewebte Wolldecken Plaids Teil 5 - Anbinden der Kette

Nun gehts weiter mit dem Anbinden, der Kettfäden an den Anbindestab. Die Kette wird mit dem Warenbaum verbunden. Dazu wird ein Anbindestab mit langen Schnüren mit dem Warenbaum verbunden. Dabei ist darauf zu achten, dass er genau parallell mit dem Warenbaum steht.

Das Anknoten der Kette an den Anbindestab






Die Kettbündel werden mit einer Schleife am Anbindestab festgebunden.....

 
Knoten am Anbindestab
 ... und zwar in Bündeln von ca. 1cm Rietbreite, das hängt auch immer ein bisschen von der Stärke der Kettfäden ab. 

Knoten am Anbindestab
Dabei streicht und zieht man die Bündel glatt, sodass jeder Faden die gleiche Spannung erhält und kontrolliert nochmal, ob jeder Faden vom Kettbaum durch die Litzen und durch das Blatt einen geraden Weg ohne Ablenkung geht.

Knoten am Anbindestab

Das Anknoten an den Anbindestab, solange bis alle 400 Kettfäden angeknotet sind.


Die Kettfäden sind am Anbindestab angeknotet

Und wer nun denkt er könnte jetzt endlich mal losweben, da ja der Kettfaden durch die Litzen und das Blatt geht und jetzt auch noch am Anbindestab angeknüpft ist, also alles perfekt scheint...
 
Kettfden durch die Litzen 
...der hat weit gefehlt, denn unter meinem Webstuhl sieht es ja noch so aus...

unter dem Webstuhl
Die Querriegel hängen noch lose in der Gegend, die Tritte sind noch nicht angeknüpft, doch dazu nächstes Mal...euch viel Freude beim Umsetzen, schreibt ruhig mal ob ihr was mit anfangen könnte mit der Anleitung !

Donnerstag, 15. März 2012

"Rezept" für kleine gewebte Wolldecken Plaids Teil 4 - Blattstich

Jetzt ist die Kette durch die Litzen gezogen und jeder Faden hat seinen Platz und damit seine Führung durch den Schaft. Weiter geht es nun mit dem Faden  durch das Blatt, also den Blattstich.

Der Blattstich

 Die Schäfte und Litzen bilden das Webfach und die Kammlade mit dem Blatt hält die Kettfäden in gleichmäßigem Abstand und schlägt den Schussfaden an das Gewebe an. Mit dem Blattstecher wird nun durch jedes Riet ein Faden gezogen, siehe Foto oben. Für die Plaids, also weichen Decken und Schals verwendete ich immer das 40/ 10 Blatt d.h. 40 Riet pro 10 cm, was bedeutet 400 Riet für 1 Meter, also 400 Kettfäden plus die Randfäden doppelt.

Blattstich   BLick von vorne

 Zwischendurch kontrolliere ich immer wieder ob nicht ein Riet doppelt belegt ist.

Der Blattstecher hat den Kettfaden durch das Blatt gezogen, hier der Blick von vorne

Nun werden alle Kettfäden durch das Blatt gezogen, solange bis alle 400 Kettfäden in das Blatt eingezogen sind. Dabei bündle ich die Kettfäden immer so wie man das auf dem Foto sieht und mache eine Schlaufe, damit die Kettfäden nicht wieder durch das Blatt zurückrutschen. 

Alle Kettfäden sind durch das Blatt gezogen

Die Leseleiste zwischen den Schäften und dem Kettbaum, lasse ich in der Regel liegen, manche nehmen sie raus, doch da ich die Kette später nach dem Abweben, auch vor den Schäften wieder anknüpfe, was ich auch hier später zeige, damit ich die Kette nicht jedes Mal wieder durch die Litzen neu ziehen muss, lasse ich die Leisten beim Weben drin.

Blick zwischen Kettbaum und Schäfte
Vielen Dank für eure zahlreichen Rückmeldungen und auch Tips.  Nächstes Mal geht es weiter mit dem Anbinden der Kette an den Anbindestab.

Euch viel Freude beim Umsetzen euch noch einen schönen Tag herzliche Grüße Anke

Sonntag, 11. März 2012

"Rezept" für kleine gewebte Wolldecken Plaids Teil 3 - Litzen stechen

So hier kommt nun Teil 3 meines Bilderworkshops. Die Kette ist nun auf dem Kettbaum, dazwischen liegen immer einige Leisten oder dicker Karton, damit sich die Kette gleichmäßig auf dem Kettbaum verteilt. Nun geht es weiter mit dem Litzen stechen:
 
Beginn Litzen stechen, der Blick von vorne nach hinten

Bevor ich loslege möchte ich nochmal betonen, dass ich Autodidaktin bin, nie einen Kurs besucht habe und mir vor vielen Jahren die Weberei selbst erschlossen habe. Vielleicht schlagen ja professionelle Weberinnen die Hände über dem Kopf zusammen, bei meiner "Anleitung". Ich kann nur sagen, sie funktionerte so, dass ich viele Jahre Flickenteppiche, Decken, Tücher und anderes gewebt habe und diese auch noch existieren, wie z.B. dieser von mir vor vielen Jahren gewebte Schal. Zurück zu den Litzen:

Beginn Litzen stechen , der Blick von hinten nach vorne

So weiter geht es also mit dem Einzug der Litzen. Dadurch bekommt jeder einzene Faden eine Führung. Die Litzen sind auf 4 Schäften aufgefädelt. Die Schäfte heben oder senken die jeweils gleichbindenen Kettfäden und bilden so das Webfach. Das Gangkreuz, wodurch die Lage jedes einzelnen Fadens genau bestimmt ist, liegt hinter den Schäften auf den Leseleisten, damit es nicht verrutscht und so ziehe ich Faden für Faden durch die Litzen:

400 Litzen auf 4 Schäfen werden mit einem Kettfaden "beglückt"

Auf jedem Schaft befinden sich in meinem Beispiel für das Plaid, 100 Litzen ( Litzen nennt man die weissen Hubelemente, mit denen die Kettfäden gehoben werden, dieses Loch in der Mitte nennt man Litzenauge und durch diese muss nun jeder einzelne Faden gezogen werden = Litzen stechen) . In einem ersten Schritt schneide ich die Kette am Ende auf und hänge das Ende festgebunden hinter den Schäften so auf, dass ich da von vorne gut ranreichen kann. Manche schrauben dafür sogar den Querriegel vorne ab um besser ranzukommen, das kommt auf den Webstuhl an. Ich habe den Querriegel drin gelassen und mich immer rübergebeugt.

Einsatz des Litzenstechers

 Mit einem sogenannten Litzenstecher ( sieht aus wie eine kleine dünne Häkelnadel mit einem ganz langen dünnen Griff) , wird dann jeder einzelne Kettfaden entsprechend dem Musterrapport ( im Falle der Decken ist das Köperbindung) durch die Litzen gefädelt. Die Köperbindung nahm ich immer für Decken und Tücher damit sie locker wurden. Die Köperbindung ist eine der 3 Grundbindungsarten neben der Leinwandbindung und der Atlasbindung. Das bekannteste Gewebe in Köperbindung ist der Denim der blau-weiße Jeansstoff. Die Bindungspatrone zu Köper könnt ihr hier finden. Also in meinem Fall heisst das 1. Kettfaden wird auf dem 1. Schaft in eine Litze gefädelt, der 2. Kettfaden wird auf dem 2. Schaft in eine Litze gefädelt und der 3. Faden auf dem 3. Schaft in eine Litze gefädelt und er 4. Kettfaden wird auf dem 4. Schaft in eine Litze gefädelt. Dies dann forlaufend wieder von vorne beginnen 1. Faden usw.....

Doppelter Kettfaden an den Rändern

 An den Rändern bestücke ich die äusseren 4 Litzen mit einem doppelten Kettfaden, wie man oben auf dem Bild sehen kann. Zwischendurch werden meine Bündel dann immer wieder nochmal kontrolliert, ob sie auf dem richtigen Schaft eingezogen sind. Tja und das so lange bis jeder Kettfäden seine Litze ( in meinem Fall mit dem Plaid 400 Stück Litzen, 100 Litzen auf jedem Schaft) gefunden hat.
So ich hoffe ihr könnt da was mit anfangen, bitte gebt doch auch mal Rückmeldung, ich sehe hier werden täglich hunderte von Aufrufen nur für diese Webeworkshops Posts gemacht und bitte gebt doch auch mal eine Rückmeldung dazu, ob es euch hilfreich ist.

So nächstes Mal geht es weiter mit dem Blattstich.
Euch noch einen schönen Sonntag
herzliche Grüße
Anke 

Sonntag, 4. März 2012

"Rezept" für kleine gewebte Wolldecken Plaids Teil 2

Teil 1 endete damit, dass die Kette nun also gleichmäßig in den Reedekamm eingelegt wird. Hier sieht man auch sehr schön, das Fadenkreuz am Peitschenstock.

Einlegen der Kettfäden in den Reedekamm

Geschlossener Reedekamm mit Kettfäden

Dann ist es wichtig den Reedekamm zügig zu schließen, damit es nicht passiert, dass er umkippt und die Kette wieder herausrutscht. Ich  mache das oft mit einem dicken Seil oder festen Gummi, besser sind sicher Schraubzwingen.

Umgekippter Reedekamm, nicht schnell genug geschlossen !









  
Dass der Reedekamm umkippt, ist mir auch des Öfteren passiert.


Kettzopf im Karton, für ein "fusselfreies" Bäumen















Den Kettzopf legte ich in einen Karton, damit er fusselfrei bleibt.

Reedekamm geschlossen















 Der nächste Schritt beim Bäumen besteht darin, dass der Peitschenstock gleichmäßig, d.h. mit gleichem Abstand der Schnüre am Kettbaum befestigt wird.

Befestigung des Peitschenstocks mit Gangkreuz am Kettbaum













  Nun geht es weiter mit der Suche nach einem geeigneten Besenstiel
(dem Trick zum Alleine Bäumen). Dieser Besenstiel ( unten in weiss ) wird dann über den Rahmen gelegt, so dass man die Kette folgendermassen durch den Webstuhl führt:

 Wer natürlich das Glück hat, gleich einen Weberknecht am Webstuhl zu haben, siehe auch hier, rechtes Bild, der braucht dann keinen Besenstiel zu suchen ;-).

Führen der Kette mit Hilfsbesenstiel durch den Webstuhl

 Zuerst führe ich die Kette oben entlang bis nach vorne über den Querriegel...

Führen der Kette im vorderen Bereich des Webstuhls
Zur Stabilisierung des Fadenkreuzes habe ich auch ein Paar Leseleisten eingelegt, die ich dann beim Bäumen der Kette immer weiter schiebe.

 .... dann wieder zurück über den Hilfsbesenstiel, weiter bis nach vorne über den Kettbaum und wieder zurück bis hinter den Kettbaum.

Leseleisten zur Stabilisierung für das Gangkreuz


Zum Bäumen stehe ich hinter dem Webstuhl, halte die Kette gespannt in der einen Hand und drehe mit der anderen Hand am Kettbaum, so dass sich die Kette dort aufwickeln kann. Habe mich immer gewundert wie einfach das geht.  


Das ist der Blick, den ich habe wenn ich beim Bäumen hinter dem Webstuhl stehe.

Nun wird die Kette soweit auf den Kettbaum aufgewickelt bis das Ende bis kurz vor die Litzen reicht. 
Dabei lege ich zusätzlich wie schon, noch beim Aufwickeln der Kette auf den Kettbaum, Leisten ein, damit sich die Kette gut und gleichmäßig auf dem Kettbaum verteilt. Man kann auch dicke Pappe dafür nehmen.

 
Das war das Kette bäumen. Das nächste Mal geht es dann weiter mit dem Litzen stechen.
Euch einen schönen Sonntag
herzliche Grüße
Anke

Donnerstag, 1. März 2012

"Rezept" für kleine gewebte Wolldecken - Plaids Teil 1

Dieser Beitrag ist für alle Weberinnen und Weber, besonders für die neuen Besitzerinnen und Besitzer meiner Webstühle. Über 20 Jahre webte ich viel, v.a. Schals und Plaids zumeist in Köperbindung und aus gesundheitlichen Gründen gab ich die Weberei vor 3 Jahren auf. Überall in jedem Raum liegen nun die gewebten Plaids, die meisten aus Naturwolle vom Schaf oder Alpaka und erinnern mich an die schöne Zeit der Weberei. 


Nun möchte ich mein Wissen gerne weitergeben, daher hier mein "Rezept" für die kleinen Wolldecken ( Plaids) :



Gewebt habe ich die Plaids auf einem Künzl Malmö, Webbreite 1m ,  Schäfte und 6 Tritte, 4 Schäfte und 4 Tritte, reichen aber auch.

 

 Man nehme 1655 gramm Kettgarn Nm 6/2 ( für 4 kleine Decken 1 Meter x 2 Meter)...



... einen Schärbaum und 2 Haspeln, gute Musik oder Hörspiel und Regen oder schlechtes Wetter draussen. 

 
Erst von der Haspel auf den Schärbaum. Man "wickele" insgesamt 408 Fäden ( 400 für die Breite und 8 als Randfäden) um den Schärbaum.

Von 2 Haspeln auf den Schärbaum

Auf dem Schärbaum sieht es dann so aus...
Zu der Frage von euch: Wenn Du die Kette schärst, machst Du an beiden Enden ein Kreuz oder nur eines?:
Fadenkreuz auf dem Schärbaum
Wenn ich die Kette neu bäume, dann mach ich an beiden Enden ein Kreuz also ein Gangkreuz, für die Befestigung der Kette am Kettbaum,  siehe mein Bild mit dem Peitschenstock ganz unten und ein Fadenkreuz, für das Fach am Webstuhl. Manchmal wenn ich genau die gleiche Kette nochmal bäumen möchte und die Fäden alle noch gut fest im Webstuhl sind, dann knüpfe ich auch eine neue Kette vor dem Blatt , neu an und erspare mir Litzen- und Blattstich, das zeige ich hier auch noch in einem der nächsten Beiträge.   

Man häkelt den Zopf dann ab und erhält dann solch einen Kettzopf nach dem Abwickeln, umwickelt man die Enden sehr fest mit Band, damit das Fadenkreuz und das Gankreuz nicht verrutschen kann....

Kettzopf im Webstuhl
Kettzopf


Diesen Kettzopf plaziert man dann im Webstuhl, zusammen mit dem Peitschenstock und dem Reedekamm. Über die offenen Zapfen des Reedekamms lege ich dann 1 Stück Packpapier und verteile das Kettgarn gleichmäßig über 1 meter Webbreite....

Kettzopf gleichmäßig in den Reedekamm einlegen

...weiter geht es nächstes Mal mit dem Kettbäumen, da habe ich für mich eine Methode entwickelt, wie man den Kettzopf alleine bäumen kann.