In den letzten 4 Jahren meiner Trauerzeit, habe ich regelmäßig, Schwellengänge - auch Naturgänge...
...genannt, unternommen. Seit meiner Weiterbildung zu Trauer und Waldbaden, war das ein fester Bestandteil meiner Trauerzeit und ist es noch. Schwellengänge, manche sagen auch Medizinwanderung. Wobei der Begriff Medizinwanderung eher für tiefere und Tages- oder mehrtägige Prozesse verwendet wird. .
Schwellengänge sind ritualisierte Zeiten des Alleinseins in der Natur. Es eröffnete mir einen geschützten Raum für meine Trauer. Ich gewann neue Einsichten, es gab innere Klarheit und es entstanden wegweisende Erfahrungen. Dies war ein Teil meines Trauerweges, nachdem mein Seelenpartner nach 36 gemeinsamen Jahren in der Nacht der Sommersonnenwende plötzlich verstarb.
Öfter wurde ich gefragt, was ich da eigentlich mache und so für euch hier eine Erklärung. Obwohl man ja inzwischen im Netz alles lesen kann. Doch eigene Erfahrungen kann KI eben nicht ersetzen und vieles andere mehr auch nicht.
Zu Beginn eines Schwellengangs gestaltete ich aus Naturmaterialien wie Steinen, Zweigen oder Blumen eine kleine Schwelle. Sie symbolisiert den Übergang vom Alltag in einen besonderen Erfahrungsraum. Am Ende überschreitet man diese Schwelle erneut und löst sie bewusst wieder auf. Vorher überlegte ich mir meistens eine Frage, der ich nachgehen wollte. z.B. was würde mir jetzt gerade gut tun würde in meiner Trauer oder weiterhelfen könnte.
Anschließend war ich dann, nach der Schwelle meist so zwischen 3-4 Stunden mit allen Sinnen in der Natur unterwegs – ohne festes Ziel, offen und neugierig. Habe die Natur auf mich wirken lassen. Ich folgte meiner Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt und was mich innerlich berührte.
Fragen dabei waren: Wovon fühle ich mich angezogen? Was spricht mich an? Womit gehe ich in Resonanz?
In dieser Zeit wurde die Natur zu einem Spiegel meiner eigenen inneren Welt . Ein alter Baum, eine Wurzel, ein besonderer Stein, ein Vogel oder eine unerwartete Begegnung am Wegesrand berührten Gedanken und Gefühle und eröffneten mir neue Perspektiven.
Ich fühlte mich meinem verstorbenen Mann immer wieder auf eine neue Weise verbunden. An unseren Energiebäumen ganz besonders. Die Antworten kamen dabei selten in Form fertiger Lösungen, sondern oft als leise Impulse, Bilder oder innere Gewissheiten, die noch lange nachwirkten.
Die Natur wurde dabei zum Spiegel meiner eigenen Seelenlandschaft. Sie lud mich ein, achtsam wahrzunehmen, was in mir lebendig ist und was sich zeigen möchte. Oft wurden Gefühle, Antworten oder neue Perspektiven für mich sichtbar, die ich im Alltag überhört hatte.
Letzten Monat ging ich das erste Mal mit einem angeleiteten Schwellengang und das hat meinem Leben eine unerwartet neue Richtung gegeben. Davon erzähle ich dann im nächsten Post.
Vielleicht magst du das auch mal ausprobieren oder ihr macht das ja auch schon. Geht jemand von euch in der Trauer auch auf Schwellengänge? Ich will euch jedenfalls dazu anregen. In dieser irren Zeit, nenne ich es mal, kann eine Schwellengang deine Achtsamkeit, deine Intuition, dein Gefühl der Verbundenheit – mit der Natur und mit Dir selbst anregen. In der Trauer kann es helfen, den eigenen Weg der Trauer weiter zu gehen in seinem eigenen Tempo und den eigenen Themen.











