Mittwoch, 27. Mai 2026

DANKE

 ...dass ihr immer mal wieder nachfragt, wie es in meinem Leben gerade ...

 


... so aussieht. Ich bin und war auf einer langen Reise. Meiner Trauerreise. Die meisten denken ja wohl nach so langer Zeit nun muss doch aber langsam mal gut sein und auch die Kategorien in der Psychotherapie pathologisieren das, wenn eine Trauer länger dauert. Doch: 

 "Auch der Psychiater Christian Peter Dogs kritisiert in diesem Zusammenhang die gesellschaftliche Tendenz, Trauer schnell als krankhaft zu betrachten. Er weist darauf hin, dass Menschen im früheren Diagnosemanual DSM-III noch etwa ein Jahr Trauerzeit zugestanden wurde, ohne dass dies automatisch als psychische Erkrankung galt. Heute entsteht dagegen oft der Eindruck, längeres Trauern sei bereits ein Zeichen von Krankheit" ( Quelle: mein unveröffentlichtes Buch was noch in Arbeit ist) 

und unter der Überschrift Trauer ist keine Krankheit: kritisiert auch der BPtK-Präsident Professor Rainer Richter: " dass laut DSM V Trauer nach dem Verlust einer nahestehenden Person bereits nach zwei Wochen als Krankheit eingestuft werden kann. „Wer intensiv trauert, erfüllt zwar häufig formal die Kriterien einer Depression, ist aber nicht krank“, stellt der BPtK-Präsident fest. „Die meisten Trauernden verkraften ohne Behandlung den Verlust einer geliebten Person. Der Schmerz von Trauernden kann durchaus Monate oder über ein Jahr dauern und sollte nicht als behandlungsbedürftig gelten.“ Quelle 


Doch wenn man 36 Jahre mit seinem Seelenpartner zusammen ist und er plötzlich neben einem umfällt, dann ist eben nichts mehr so wie vorher und es dauert eine Weile bis man das Unerträgliche annehmen kann und sich selbst ohne "Wir" neu erfunden hat.  

Ich schreibe hier an meinem neuen Buch und da ich jetzt in Rente bin und auch nur noch ganz wenig in meiner Praxis arbeite, habe ich dafür auch gut Zeit.  

So könnt ihr also weiter gespannt sein, wie es weitergeht. Habt bitte Verständnis, dass ich hier nicht soviel poste, jede freie Minute sitze ich an meinem Buch. 

So wünsche ich euch einen wunderbaren Sommer mit schönen Erlebnissen und bis ganz bald wieder! 

Herzensgrüße von Anke  

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Rekordjahr 2025 oder Reparieren tut der Seele gut...

 Seit ich Oma bin und die Kinder draussen toben, bin ich immer viel am Flicken von Kindersachen... 

 

2025 war ein Rekordjahr. Es macht mir einfach auch Spaß und die Kinder freuen sich immer, wenn es wieder heile ist. Wenn mal wieder ein Loch irgendwo drin ist, heisst es immer das müssen wir Oma zum Reparieren geben. Mittlerweile haben sie bei mir ihr eigenes Nähkörbchen und lernen selbst mit Nadel und Faden umzugehen. Ich genieße es als Oma, dieses Bewußtsein, von Nachhaltigkeit und Wertschätzung im Gegensatz zu Wegwerfkultur weiterzugeben. Nebenbei entwickeln sie gleichzeitig ihre Fähigkeiten zur Kreativität, Improvisation und spüren ihre eigene Kompetenz und Selbstwirksamkeit. 

 

Es wurde natürlich auch ausprobiert, ob eine Schere auch den Pullover schneidet. Unter der Bedingung, dass es das letzte Schneideexperiment an einem Pullover ist, reparierte ich den Fuchspullover. Die Kinder dürfen dann auch den Flicken immer mit aussuchen. In diesem Fall hatte ich noch ein Stück Fuchsstoff von einer Freundin, die auch Enkelkinder hat und mir dankenswerterweise immer Stoffstücke zukommen lässt. 

Auch Freundinnen und Nachbarinnen, fragen mich inzwischen an, ob ich ihre Lieblingsteile nicht retten könnte. So kam ich dazu, dass ich mich immer mehr darin einarbeitete, die Dinge irgendwie zu verschönern. Aus Löchern wurden z.B. Blümchen, aus einem Riss eine Kornblume. 

Ich habe mir jetzt auch das Buch "Reparieren ist Liebe"gekauft ( Werbung aus Begeisterung) ---> HIER. Darin viele Fotos und Anregungen, die ich auch mit den Kindern ansehe.  

Textilien helfen mir auch Stress und Trauer zu regulieren. Das Berühren und Streichen eines Stoffes aktiviert das parasympathische Nervensystem, ebenso wie Spinnen, Stricken, Weben, Filzen, Quilten, u.a.. Dieser Teil des Nervensystems fördert Entspannung und Heilung. Taktile Materialien helfen uns so im Körper anzukommen. Das habe ich ja in meinem Buch: Spinnen tut der Seele gut, ausführlich beschrieben.

Wie ist das bei euch? Repariert ihr gerne Textiles oder eher nicht so? Habt ihr auch Enkelkinder an die ihr das weitergebt? 

Kommt gut ins Neue Jahr!  Ich wünsche euch Gesundheit, Zuversicht und viele schöne Momente.  

Herzlich Anke 

Montag, 17. November 2025

Selbstfürsorge in der Trauer und was hat Glimmer damit zu tun?

Wer mich kennt weiß, dass Selbstfürsorge eines meiner Lieblingsthemen ist. Auch in meinem ersten Buch...

 

 ... steht dieses Thema im Mittelpunkt. Nun auf meiner eigenen Trauerreise, stand das Thema Selbstfürsorge, so gut es ging auch an erster Stelle. Jetzt wo der Partner weg war, es nicht mehr das "Wir" gab, ist es umso wichtiger, dass ich lernte mit mir selbst fürsorglich umzugehen. Gerade aber in der ersten Zeit, als ich noch im Überlebensmodus war, gelang mir das nur zeitweilig. Ich hatte zu tun mit Begreifen und Aushalten. Essen, Schlafen, den Tag gestalten, alles war schwierig. 

 Dabei hilft Selbstfürsorge, mit den intensiven Gefühlen umzugehen und den Verlust eher zu verarbeiten. Selbstfürsorge bedeutet ja im Grunde, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, sich Ruhe zu gönnen und Aktivitäten zu finden, die Freude bereiten. Mit den Freude bereitenden Aktivitäten das fand ich erstmal sehr widersprüchlich zu Trauer. Selbstfürsorge bezieht sich dabei sowohl auf  unser emotionales, als auch das körperliche, als auch das seelische Wohlbefinden.

 
  
 
 Mein Wissen über neurophysiologische Vorgänge im Gehirn, meine Erfahrung als Psychologin und mein fester Entschluss nicht depressiv zu werden und zu lernen mit der Trauer zu leben, ließ mich immer wieder "Dinge" und Glimmer (s.u.) finden und anwenden, die mir gut taten, trotzdem nichts mehr so war wie vorher und mein Leben in Stücke zerbrochen war.

 Immer wieder versuchte ich  und versuche es weiter, kleine Glimmer Momente wie Deb Dana Forscherin der Polyvagal Theorie, das nennt in mein tägliches Leben einzubauen.  "Ein Glimmer (englisch für Schimmern, Flackern) ist ein kleiner Moment, der Gefühle der Freude und Ruhe hervorruft. Das kann der Anblick von funkelnden Lichterketten sein, der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee, die Berührung einer weichen Decke oder der Geschmack des Lieblingskekses." Text Quelle:

Glimmer Momente aktivieren aus neurobiologischer Sicht den ventralen Vagus und damit das Sicherheitssystem des Körpers. Genau diese Sicherheit geht ja bei Trauer und Verlust verloren.

So verknüpfen Glimmer Momente direkt mit der Selbstfürsorge und mit der körperlichen und emotionalen Regulation. 

   
 
---> HIER gibt es noch 6 Selbstfürsorge Impulse nachzulesen.
 
 Wie ist das bei euch mit der Selbstfürsorge und den Glimmer Momenten? Achtet ihr darauf? Kannten ihr das Konzept vom Glimmer? 
 
Danke für eure Rückmeldungen zum letzten Beitrag.  
 
Alles Gute euch für den November  ( selbst der Novemer hat Glimmer Momente!) 
 Herzlich Anke 

Freitag, 31. Oktober 2025

Wir Witwen sind ein zähes Volk - Trauern ist Marathon für die Seele...

 ... heisst noch ein Buch, dass ich euch empfehlen kann. 

 

 Im Klappentext heisst es dazu:  Trauern ist Hochleistungssport

Der Tod eines geliebten Menschen verändert alles. Die Welt rückt unfassbar weit weg, sie ist nicht mehr wie zuvor.

Worum geht es in dem Buch:  

Am 7. September 2010 wurde Maya Stomp mit 41 Jahren plötzlich Witwe. Seit diesem Tag lernt sie, was Trauern heißt, was hilft, aber auch was eben nicht hilft, den Verlust eines geliebten Menschen ins eigene Leben zu integrieren. Die Autorin erzählt ihre persönliche Geschichte und stellt auch Erfahrungen anderer Witwen vor.

Ihre Mission ist, dass Trauernde lernen, Mitgefühl mit sich selbst zu entwickeln und sich Raum zu lassen für die harte Arbeit, die das Trauern ist. Denn jeder, der einen schweren Verlust erlitten hat und bleischwere und unsichtbare Trauerarbeit leistet, ist für Maya Stomp ein Held. Obwohl diese Arbeit so mühsam ist, bekommt keiner von ihnen eine Auszeichnung, eine Belohnung oder Applaus. Die wahre Trauerarbeit ist für andere unsichtbar und wird durch dieses Buch sicht- und erlernbar. 

Quelle: Klappentext des Buches. 

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Lange habe ich hier nichts mehr geschrieben, habe auch insgesamt meine soziale Medienzeit reduziert. Trauerzeit ist auch eine Reise nach Innen. Es braucht Zeit einen Verlust anzunehmen, es braucht Zeit durch die tiefen dunklen Täler zu schreiten und es braucht Zeit sich neu zu orientieren. 

Meine sozialen regionalen Kontakte haben mich und tun es immer noch, sehr unterstützt, auch meine ganze Familie, meine Spinngruppe, meine Tanzgruppe, meine Witwengruppe und mein Arbeitsteam wofür ich sehr dankbar bin. Auch für die wundervolle Natur in der ich hier leben darf, bin ich sehr dankbar. 

  


Geschrieben habe ich dennoch so einiges und das wird dann in ein neues Buch fließen, soviel sei hier schonmal verraten. 


Meine Trauertrostjacke über die ich --->  HIER geschrieben hatte, hat inzwischen neue Mottenlöcher und verlangt nach einer neuen Reparatur, aber so ist es...wie mit der Trauer, die auch immer wieder durchkommt. 

Liest hier denn noch jemand mit, den das Thema Trauer und wie man den Trauermarathon schaffen kann, weiter interessiert? Ihr könnt auch anonym Rückmeldung geben. Danke! 

Und nun habt ein gutes verlängertes Wochenende

Herzlich Anke