Montag, 21. Oktober 2019

Rock aus Pommern- und pflanzengefärbter Milchschafwolle

Rechtzeitig vor dem Kälteeinbruch wurde nun mein Rock fertig. Rippen aus grauer Pommernschafwolle und  dazwischen pflanzengefärbte Reste aus Wolle vom Milchschaf.


Als Grundlage diente mir der Lanesplitter, doch trage ich die Röcke gerne etwas ausgestellter als Rock. Also kam noch ein Keil dazwischen, gestrickt mit verkürzten Reihen.Das Bündchen oben ist elastisch abgekettet. Läßt sich mit Gürtel tragen oder so. Innen nähe ich vermutlich noch ein Gurtband ein, wie bei meinem Hüftschmeichler Regenbogen.


Es ist eine herrliche Zeit jetzt draussen. Diese Farben überall und so viele Schmetterlinge sind noch unterwegs. Bei euch auch? Wünsche euch eine gute Woche!

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Deckenprojekt mit Schafwolle II Teil 11 aus Wolle vom Waldschaf

So nun ein nächstes Deckenteil und wieder von einem vom Aussterben bedrohten Schaf dem Waldschaf. Vielen Dank liebe Karo für die tolle Wolle und die herrlichen Bilder.


Das Waldschaf ist in Kategorie " stark gefährdet eingestuft. (4). In Bayern belief sich der Bestand Ende 2012 auf knapp 1100 Tiere. (1). Das Waldschaf ist überwiegend in Deutschland und Östereich beheimatet und geht auf das indogermanische Zaupelschaf zurück. Seinen Namen erhielt das Schaf da es in vielen Waldgebieten wie dem Bayrischen Wald, dem Böhmerwald und dem Mühl- und Waldviertel verbreitet ist. (1)

(2) Zaupelschaf:Bild von Birgit Böllinger auf Pixabay

Das Waldschaf ist mittelgroß, rauhwollig.  Beide Geschlechter kommen sowohl behornt als auch unbehornt vor, wobei Widder deutlich häufiger Hörner besitzen. Ausgebildete Hörner sind spiralförmig nach außen gedreht. Die einzelnen Individuen unterscheiden sich deutlich voneinander, so dass das typische Aussehen des Waldschafes als untypisch betrachtet werden kann. (3) Die Waldschafe lammen oft zweimal im Jahr. Es gibt oft Zwillingsgeburten. 



Waldschafe zählen zu den sogenannten Dreinutzungsrassen, sie geben Fleisch, Milch und Wolle.
Die Wolle ist eine Mischwolle und besteht aus grobem Kurzhaar, dem Langhaar bzw. Grannenhaar und den sehr feinen Fasern, die den Hauptanteil bilden. Die Wolle ist zum Spinnen sehr geeignet. (3). Mit ihrer Feinheit von 30 -40 mikron ist sie vermutlich für die meisten nicht direkt auf der Haut tragbar, aber für Jacken, Westen, Teppiche sehr geeignet.Allerdings lassen sich wohl die feineren Wollfasern extra zu einem feineren Garn verspinnen, was ich jetzt für das Decknprojekt noch nicht gemacht habe. 

 
Der relativ hohe Anteil an Wollfasern unterscheidet Waldschafe von anderen alten Rassen wie dem  Steinschaf oder dem Brillenschaf. Die feinen Wollfasern schützen die Schafe vor Hitze und Kälte. Die überstehenden Grannenhaare lassen das Schaf zottelig aussehen. Daher wird es im Mühlenviertel oft auch das "Zoderte" genannt. Das durch Muskeln an den Haarwurzeln mögliche Aufrichten der Kurzhaare, vergleichbar mit der Gänsehaut beim Menschen, bewirkt eine Lockerung und somit eine bessere Trocknung des Vlieses. (1)

Zur Wolle:
Schur: Widder jährlich ca. 3,5 Kilo, Mutterschafe etwa 3 Kilo  (1)
Mikron: 30-40 (D- bis E-Feinheit). Wollfasern, 20; Grannen, 40, Markhaar, 50
Faserlänge bis 15 cm.
Farbtöne: weiß, braun, schwarz und grau
Färben: Wollfasern gut, Grannen und Markhaar nimmt die Farbe nur schwach an. 
Filzen: soll wohl gut filzen



Waldschafe haben geringe Futteransprüche und können gut zur Landschaftspflege eingesetzt werden. In Mitteleuropa werden Waldschafe oft schon zur Bekämpfung des problematischen Riesenbärenklaus eingesetzt.(3)Das Muster stammt aus dem Buch, Stricken mit Wikingermuster, von Elsebeth Lavold, eines meiner Lieblingsbücher (unbezahlte Werbung).



Für Mitglieder des Filznetzwerkes hat Margit Röhm zum Filzen mit Waldschafwolle geschrieben, das findet ihr HIER. Die Wolle filzt gut.

 

Quellen:
(1) Wikipedia 
(2) Zaupelschaf:  Bild von Birgit Böllinger auf Pixabay
(3) Nutztierarche Dahlhausen  
(4) GEH