Posts mit dem Label Pilzfärbung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Pilzfärbung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 13. September 2016

Mit Pilzen gefärbt

Auf Wolle, Filz, Seide und Mohair habe ich mit sieben verschiedenen Sorten Pilzen experimentiert wie sie färben. Zum Färben war das ja ein Traumwetter. Die Ergebnisse seht ihr hier: 


Gefärbt habe ich mit folgenden Pilzen: oben von links:  1. Knotiger Schillerporling, 2. Hautkopf, 3. Blutblättriger Hautkopf, 4. Schwefelkopf, Unten von links: 5. Samtfuß Krempling, 6. Kahler Krempling, 7. Zimtfarbener Weichporling. Die Pilze lagerten schon eine ganze lange Weile in meinen Vorräten bei den Färbeutensilien. Herzlichen Dank für die Pilze an unsere Pilzepertin Frau Dalchow,  hier vor Ort und Danke an Liselotte. Schon lange wollte ich damit mal auf Wolle und Seide färben und nun in der Pilzzeit ist es der richtige Zeitpunkt dachte ich. Getrocknet sahen sie so aus: 
 

Zuerst wurden alle Pilze über Nacht eingeweicht. Einmal vor 3 Jahren hatte ich bisher nur mit Pilzen gefärbt und diese leuchtende Färbung mit dem Schillerporling hatte mich doch sehr erstaunt.



Neben meiner Fugenaktion, bei der ich die Aussenwand meiner Färbeküche verfugte, bot es sich an, immer kleine Proben nebenher zu köcheln. Das Buch von Karin Tegeler: Leitfaden zum Färben mit Pilzen war mir da eine große Hilfe. Die Proben im Einzelnen: 

Gefärbt mit Blutblättrigem Hautkopf
Gefärbt mit Hautkopf

Gefärbt mit Samtfußkrempling
Gefärbt mit Kahlem Krempling
Gefärbt mit Knotigem Schillerporling
Gefärbt mit Schwefelkopf

Gefärbt mit zimtfarbenem Weichporling - Vorsicht dieser Pilz ist Hochgiftig bei oraler Einnahme!
Wirklich spannend war das Alles! Und nun habe ich eine interessante Farbpalette an Seidenstickgarn, Wollproben, Filzstücken zum Miteinfilzen und Verzieren. Und nach den Färbeaktionen ging es erstmal ab in den See. Vielen Dank für eure vielen anerkennenden Kommentare zum letzten Post:  Fugen und Färben. Ich wünsche euch noch eine gute Spätsommerwoche! 
creadienstag
Dienstagsdinge 
Ergänzung: Da die Frage der Giftigkeit auftauchte: Gefunden habe ich da folgendes im Netz: Quelle: 
1. + 2.  Blutblättriger Hautkopf und Hautkopf: 
.."Hautköpfe und Rauköpfe sind grundsätzlich keine Speisepilze, meist giftig oder verdächtig!"

3. Samtfußkrempling: ..."chemische Untersuchungen wiesen keine bekannten Giftstoffe nach..."Quelle
4. Kahler Krempling: "Roh extrem giftig! Gekocht führt er bei wiederholtem Genuss zu tödlichen Allergien."
5.  Schillerpilze: "als Speisepilze kommen sie nicht in Frage. Ungeniessbar. Quelle
6. SChwefelkopf: "Der Pilz gehört zu den Blausäure ausscheidenden Pilzen. Damit schützt er sich vor Schnecken. Pilze die nach Blausäure, Bittermandeln oder etwas stechenden Geruch haben enthalten oft Blausäure. Diese verflüchtigt sich schnell und stellt meist keine Gefahr dar, wenn der Pilz ausreichend gekocht wurde. Übrigens! Auch grüne Bohne enthalten Cyanwasserstoff (Blausäure) und diese sind gekocht sehr gesund - roh jedoch giftig!-Quelle
7.  Zimtfarbenem Weichporling - Vorsicht dieser Pilz ist hochgiftig,  - mit Handschuhen arbeiten und Gefärbtes nicht am Körper tragen! nur bei oraler Einnahme Pilz ist hochgiftig. Er enthält Polyporesäure, Dieses verursacht Störungen des zentralen Nervensystems sowie Sehstörungen und kann zu schweren Nieren- und Leberschäden führen. Bei Vergiftungen wurde auch ein lila-gefärbter Urin festgestellt.
Für ein Farbexperiment sind Pilze o.k., aber um größere Mengen Wolle, Seide etc zu färben gibt es wirklich genug andere schöne Pflanzen, Blätter usw. denke ich oder ?  

Mittwoch, 3. Juli 2013

Gefärbt mit Baumpilz Schillerporling - Inonotus

Was für ein Farbton und das alles von nur 5 gramm getrocknetem Schillerporling ! Die Pilzexpertin Karin Tegeler hat den Pilz identifiziert. Vielen Dank liebe Karin ! 

Proben mit Schillerporling gefärbt: von links nach rechts: Wensleydalelocken, Seide, Merinokammzug, Kamelfilz, Kamelwolle, Baumwolle, Brennessel, Hanffaser, Ramie und Seidenkammzug
Und vor Allem wieder mal Danke liebe Liselotte, dass du mir schwesterlich die Hälfte von deinem Pilz abgegeben hast. 

 

 Die Proben mit Kamelwolle und Kamelfilz wurden faszinierend und ermutigend gelb, liest man doch manchmal Kamelwolle läßt sich nicht so gut färben. Das gilt für meine Färbungen mit weisser Kamelwolle nicht. 


Neugierig wartest du vermutlich schon auf mein Ergebnis, Liselotte, da dein Pilz ja solartechnisch färbt und das noch dauert. Also wie zu sehen ist, gibt es einen Wahnsinns Gelbton, sodass noch am nächsten Tag alle meine Finger gelb waren, auch noch nach mehrmaligem Waschen mit viel Seife. Jetzt weiß ich was du mit dem Hinweis: "enthält SEHR viel gelben Fabstoff und färbt daher hervorragend!" meintest liebe Karin.  Schon im nassen Zustand fand ich es einen irren Farbton.

 

 Tja da heisst es Augen aufhalten, nach diesem besonderen Pilz, kann ich euch jedenfalls nur empfehlen lohnt sich absolut und immer noch sieht es nach viel Farbe im Topf aus und das alles nur von 5 gramm ! Ab morgen bin ich 4 Tage beim Färbekurs vielleicht sehe ich ja noch jemanden von euch morgen, der dann auch bei  Ulrike Bogdan im Harz bei Karin Tegeler den Kurs " Färben von pflanzlichen Fasern!  z.B. Leinen undBaumwolle, mit Pflanzenfarben besucht? Und vielen Dank für das viele Lob zum selbstgebauten Spinnrad, das gebe ich natürlich alles an den Erbauer weiter !

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Erster Färbeversuch mit Pilzen

Nun hatte ich keinen Pilz vorrätig, der hier zum Wolle färben angegeben ist, sondern nahm einfach neugierigerweise 100 gramm Pilze, aus meinem Garten, da ich es mal austesten wollte, ob die auch färben.


Der Probestrang mit 10 gramm mit diesen Haus und Hofpilzen. Bis jetzt sind es noch ´no name´ Pilze, vielleicht weiß jemand von euch ja wie sie heissen.

 

 Dieser Sud ergab, nach der Kaltbeize, nach Einlegen des Probestangs in den Sud über Nacht, nach 1 Stunde köcheln und nach dem Essigbad, ein sehr helles Braun, wie mit dem Sud der letzten Walnussfärbung. Der zweite Strang ( mit Krapp gefärbt) ist meine Zielfarbe, die ich mit Pilzen mal erreichen möchte.



Weiter geht es dann erst nächstes Jahr, mit dem Pilze sammeln. Ich zog zwar nochmal los letztes Wochenende, doch der Regen ließ mich umkehren und so fand ich nur diesen Waldbewohner unter einem Zweig. 


Weitere Pilzexperimente also erst wieder nächstes Jahr, zumal mich auch die roten und orangen Töne der Hautköpfe am meisten interessieren und da muss ich erst noch die richtigen Stellen entdecken.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Wolle schonend mit Pilzen färben...

...das wird mein neues Forschungsgebiet, das verbindet für mich meine "Natur-Woll-Leidenschaft" mit dem "Gerne in der Natur Sein"  und den Naturfarben.  

 

Das spürte ich gestern beim Sammeln der Pilze in den herrlichen Buchenwäldern hier. 


Mit dem Samtfusskrempling sollen sich wohl 4 verschiedene Farbtöne erzielen lassen.
Samtfußkrempling

 Der blutblättrige Hautkopf soll rot und orange färben und der Zimtfarbene Weichporling Violett. Korkstachlinge sollen blau, schwarz, grünblau und grün färben. Es ist absolutes Neuland für mich und mein Herz schlug wild beim Anblick der vielen Pilze, von denen ich immer nur dachte, dass die zwar schön aussehen, man die aber sowieso nicht essen kann und meine Adrenalinausschüttung, ob der vielen neuen Möglichkeiten zum Färben war auf Hochtouren.


Pilzwanderung mit Führung, Beratung und Bestimmung das stand schon lange auf meiner Wunschliste und ich staunte, ob der vielen Pilze und der fachkundigen Pilzexpertin.
 

Mein Herz schlug höher als ich der Pilzexpertin mein Pilzfärbescript von Karin Tegeler zeigte. Vor 2 Jahren besuchte ich einen Nunofilzkurs bei Karin und hörte das erste Mal etwas vom Färben mit Pilzen und staunte, über welche umfangreichen Kenntnisse sie über Pilze und Färben mit Pilzen auf Wolle besaß und welch herrliche Farben sie mit Pilzen erzielte. Seitdem denke ich immer, das würde ich auch gerne mal ausprobieren. Die Pilzexpertin gestern meinte die Hautköpfe gäbe es hier, die Kremplinge auch, Porlinge ebenso und ich sah mich jetzt schon in Gedanken in der Pilzzeit mit großen Körben in der Natur unterwegs

Flockenstieliger Hexenröhrling
Dann konnte ich gestern nachmittag auch noch eine Herde von Königinnen-Schafen besuchen und streicheln, von denen ich auch gerade Wolle verspinne, na welche Schafrasse könnte ich wohl meinen ? 

So muss jetzt wieder los, na wohin wohl ? In den Wald ...ja später auch noch, aber erst zu meinem jährlichen Ritual am 2. Oktoberwochenende, dem Töpfermarkt in Rheinsberg, da hoffe ich, dass sie noch was übrig gelassen haben, ist ja schon der zweite Tag heute mit ca. 70 Kunstkeramikern und Töpfermeistern aus ganz Deutschland. Aber schließlich war ja gestern auch Pilze suchen angesagt und das geht natürlich vor.  

Euch einen erlebnisreichen Sonntag !