Sonntag, 10. November 2019

Fair Isle Mütze mit lettischem Zopf und Anleitungshinweis

Jetzt beginnt mal wieder die Mützenzeit und so enstanden hier wieder zwei neue Wollteile.  



Die erste Mütze unten entstand als Mütze für mich. Das gesponnene Garn: Mit Walnusschalen gefärbte Milchschafwolle, mit Indigo gefärbte Bergschafwolle und weiße Islandwolle aus dem Islandwollprojekt von Karólína Í Hvammshlíð. Über ihre Wolle (unbezahlte Werbung) hatte ich HIER schon einmal berichtet. 



Die Anregung für meine Mütze Herbstlaub, stammt von der Anleitung, Beckys Cap, von Rebecca Henkel, sie hat noch herrliche Stulpen dazu entworfen, daraus habe ich mir die Anregung des lettischen Zopfes geholt. Damit der Zopf noch besser hervorkommt, würde ich ihn das nächste Mal mit doppelter Wolle stricken. Statt der Bommel bei Beckys Mütze habe ich noch einige Fair Isle Elemente eingebaut. Das Garn ist aus Milchschafwolle mit Walnuss, Apfelbaumrinde und Robinienholz gefärbt. 

Anleitung für die lettischen Zöpfe  HIER. 
Dann entstand hier noch eine Mütze aus einer meiner Lieblingswollen, der vom Ostfriesischen gescheckten Milchsschaf. So können nun Vater und mein Enkelkind im Partnerlook gehen. 


Die Mützenzeit ist ja noch nicht zu Ende, aber ich bin so begeistert von der Anleitung von Rebecca, dass ich sie euch unbedingt weitergeben wollte. Noch eine gute Herbstzeit wünsche ich euch!

Montag, 4. November 2019

Mein Walnussbaum, Walnussfärbereien, Walnussrezepte, Walnussernte 2019

Wie jedes Jahr habe ich die letzten sonnigen Herbsttage für die herrliche Walnussfärbung und die Walnussernte von meinem über 80 Jahre alten Walnussbaum genutzt.


Wie alt kann so ein Walnussbaum eigentlich werden habe ich mich gefragt. Das Gartenjournal schreibt, dass hier ein Walnussbaum durchschnittlich 100 Jahre alt werden kann. Vorraussetzung dafür ist, dass er gut gepflegt wird. Es gibt so einige Krankheiten, die sein Leben verkürzen können. (1)


"Die Walnussbäume gehören zu den ältesten bekannten Bäumen überhaupt." Bis 7.000 vor Christus geht ihre Geschichte zurück. Sie gelangten ursprünglich aus ihrer Heimat Persien über Zentralasien und China ins antike Griechenland und von dort ins Römische Reich. Die Römer brachten die Nuss dann schließlich zu uns. (6)



Jedes Jahr stelle ich wie ihr ja schon wißt Kleidungsstücke aus walnussgefärbter handgesponnener Wolle für mich und meine Liebsten her. Das ergibt jedes Mal eine wunderbare Mischung.



Bedauerlicherweise leidet unser Walnussbaum seit letztem Jahr unter den Maden der sogenannten Walnussfruchtfliege, die in den grünen Schalen aktiv ist. Das ist ein typisches Problem bei Walnussbäumen und auch bei den Bäumen hier in der Gegend sind viele gerade davon befallen. 


 

Die niedrigen Wintertemperaturen machen es möglich. So auch hier bei uns die Auswirkungen des Klimawandels. Bereits letztes Jahr sammelte ich die Nüsse statt wie sonst mit 2 Körben schon mit 3 Körben.
 

Die grünen Schalen sind sehr viel weniger geworden und die meisten Schalen sind schwarz und ergeben somit auch im Vergleich zum Vorjahr mehr ein dunkleres Braun. Die goldglänzenden Töne, wie ihr sie in der Mitte seht wie meine gotländischen Pelzschaflocken vom letzten Jahr, waren diesmal nicht als Färbung dabei.



Nussernte dieses Jahr 40 Kilo im Vergleich zu letztem Jahr, die Hälfte.  Die Menge an Walnüssen variert immer von Jahr zu Jahr. Da ich nicht genug Bindfaden im Haus hatte, nahm ich diesmal das Deckhaar der Islandwolle und verspann es zu einem dicken Garn. Das hielt die mitunter 5 Kilo schweren Zwiebelsäcke mit Nüssen.



Ein Glück kann man die Walnussfliege bekämpfen. Man kann die Früchte entsorgen, Gelbtafeln anbringen und eine Folie auslegen, wenn dir Nüsse fallen, damit sich die Made nicht im Boden ausbreiten kann. (2).

Walnussblätter Extrakte werden in der Medizin v.a. bei Hautkrankheiten eingesetzt. Sie wirken adstringierend, entzündungshemmend, juckreizstillend und mild oberflächenanästhesierend. "Weitere Wirkungen sind sekretionshemmend, gewebeverdichtend und mild lymphabflussfördernd. Jüngste Forschungen brachten Hinweise auf pilztötende und bakterienhemmende Eigenschaften." ( 5)



Walnüsse sind sehr reich an B-Vitaminen (B1, B2, B5) sowie an Vitamin C.(5). 


Wie jedes Jahr gibt es hier auch wieder vieles aus meiner Walnussküche wie Brot auf Sauerteigbasis mit Dinkel und Walnüssen, Muffins mit Walnüssen und auch meinen Apfel Walnusskuchen. Mein Rezept dazu findet ihr HIER.


Eine besondere Köstlichkeit sind schwarze Walnüsse, die man im Juni sammelt, daher nennt man sie auch Johanninüsse. Sie werden dann eingekocht oder eingelegt. Das Rezept findet ihr HIER. (3). Dann bietet der Walnussbaum noch Holz, das begeistert seit Jahrhunderten Tischler und Möbelmacher. Es ist insbesondere für Möbel im Innenbereich geeignet. (4)

Nächstes Jahr wird unser Walnussbaum mal geschnitten, das sollte im August geschehen. Bisher fand ich das immer schade, da dann soviele Nüsse wegfallen, aber für die Gesunderhaltung ist es wichtig und dazu gibt es HIER Informationen. Walnussbäume brauchen sehr lange bis sie viele Nüsse tragen und so gibt es hier in weiser Vorraussicht bereits 2 Nachfolger Walnussbäume, die sich hier einfach ausgesät haben und die hier erstmal wachsen dürfen.

Der Walnussbaum ist tief in der Medizin und dem Volksglauben verwurzelt. Da gibt es soviel zu schreiben, das kann man hier alles garnicht wiedergeben. Eine kleine Auswahl interessanter Mythen:

1. Er wird auch göttlicher Walnussbaum genannt, da der lateinische Gattungsname «Juglans» abgeleitet ist von «Jovis glans: Jupiters Eichel» und «regia: göttlich». Vermutlich hielten die Griechen die Walnuss für eine göttliche Frucht. (5)
2. "  Auf Friedhöfen war der Walnussbaum oft zu finden, denn unter den Bäumen sollen die Seelen der Verstorbenen wohnen." (6)
3. "Im deutschen Volksglauben erscheint der Walnussbaum als Lebensbaum, oft wurde er bei der Geburt eines Kindes gepflanzt. Doch größer ist seine Tradition als Totenbaum." ( 5) 
4. " Aus dem 17. Jahrhundert stammt der Glaube, ein Nuss-Amulett würde gegen Epilepsie helfen." 
 (6)
5. " Die Walnuss galt gewissermaßen als ein Tabubaum: Vom römischen Gelehrten Plinius (1. Jahrhundert) stammt die Weisung, niemals unter einem Walnussbaum zu schlafen, da dies für den Schläfer im schlimmsten Fall tödlich enden könnte." (6) 
6. " Bei Hochzeiten wurde den Frischvermählten Walnüsse vor die Füße geworfen. Bauern mischten an bestimmten Tagen auch dem Vieh Nüsse ins Futter, um für reichlich Nachwuchs zu sorgen." (5)
7. " Man begutachtete die Nussernte jedes Jahr und meinte, wenn es viele Nüsse gab, würde es auch viele uneheliche Kinder geben. Daher stammt auch eine alte Redensart, wenn man über ein uneheliches Kind sprach «es ist vom Nussbaum gefallen»." (5)

Nun ist der Beitrag mal wieder etwas länger geworden. Dazu angeregt hat mich diese besondere Serie - linkparty "Mein Freund der Baum", die immer bei Ghislana gepostet wurde und jetzt HIER zu finden ist. Schaut mal rein, es ist schon sehr besonders, wieviel wunderbares Baumwissen da zusammen getragen wurde. Danke dafür! Wie ist das mit euren Walnussbäumen sind sie gesund? Euch weiter eine gute Herbstzeit.

Meine Walnussfärbungen der Letzten Jahre findet ihr HIER:


Quellen:
(1) Gartenjounal:  https://www.gartenjournal.net/walnussbaum-alter
(2) Walnussbauminfo: https://www.walnussbaum.info/walnussfruchtfliege.php
(3) Walnussbauminfo: https://www.walnussbaum.info/schwarze-nuesse.php
(4) Walnussbauminfo:  https://www.walnussbaum.info/holz.php
(5) Mein Pfadfinder: https://mypfadfinder.com/walnussbaum/
(6) Inanan: https://www.inana.info/blog/2016/01/10/unsere-pflanzengeister-die-walnuss.html