Dienstag, 4. September 2012

Deckenprojekt Schafwolle Teil 12 mit Wolle vom Romanovschaf

Nun wurde mal wieder ein Teil von meinem Deckenprojekt fertig. Diesmal mit der berühmten Wolle vom Romanovschaf, die ich vor einiger Zeit zugeschickt bekam. Für die Wolle ganz herzlichen Dank an Katja. Sie züchtet diese alte Rasse, war gestern hier zu Besuch und lernte zügig Wolle zu verspinnen.

Romanovschafevon Katja : Bildquelle:
Die Wolle ist grau, mit ziemlich weicher Unterwolle und mit schwarzen Grannenhaaren durchsetzt. Die Schafwolle des Romanov Schaf wird angegeben mit C-DE von 29 bis 55 Mikron. Die Unterwolle ist sehr fein und ist mit Grannenhaaren durchsetzt. Ich habe sie sehr gerne versponnen, da sie gleichzeitig etwas rauhes wildes und auch etwas sehr feines durch die feine Unterwolle hat.

Romanov Schafwolle
Das Romanovschaf  ist eine sehr alte russische Pelzschafrasse. Bereits im 17. Jahrhundert wurde diese Schafrasse von den Romanowern gezüchtet, damals in ganz Europa bekannt.  Die Stadt Romanova (dem heutigen Jaroslawl) liegt nordöstlich von Moskau. Die Romanovschafe werden zu den nordeuropäischen Kurzschwanzschafen gezählt, zu der auch das Guteschaf, das Gotlandschaf (auch hornloses schwedisches Pelzschaf genannt), die norwegischen Spelsau, Dalasau und Steigar, das Islandschaf und das Shetlandschaf gehören.

Romanov Schafwolle:  man sieht deutlich die weiche Unterwolle und die schwarzen Grannenhaare

Die Romanovschafe sollen anspruchslos und unempfindlich sein und sowohl Kälte bis -30 Grad als auch heiße Sommer vertragen. Gezüchtet wurden die Schafe wegen ihrer fantastischen Felle.

Bock-Fell vom Romanovschaf: ein Traumfell
 Katja hatte einige Felle zum Anschauen und Anfassen mitgebracht, allesamt ein Traum. Die Felle sind sehr leicht. So soll z.B. auch ein Mantel aus Romanovvlies nur zwischen 2,5 und 3 Kilo wiegen. Es heisst: Früher soll man die Romanovschafe auf allen Ausstellungen gefunden haben und heute soll die Fellproduktion, aufgrund  des Rückgangs der Romanovschafe sehr zurückgegangen sein.

Romanovwolle handgesponnen
 Die Romanovwolle verspinnt sich ganz fantastisch und kann gleich aus dem Vlies versponnen werden. Beim Stricken fallen die schwarzen Grannenhaare teilweise heraus.

Deckenprojekt Teil 13 vom Romanovschaf

Romanovwolle verzopft
 Das Romanovquadrat für meine Deckenprojekt ist unheimlich leicht, im Vergleich zu den anderen Wollsorten.
Romanowschafevon Katja : Bildquelle
Behornung ist bei den Romanowschafen selten. Die Beine sind feingliedrig, bei weiblichen Tieren oft engstehend und mit schwarzem Stichelhaar besetzt. An den Fesseln befinden sich weiße Marken. Die Böcke tragen eine schwarze Hals- und Schultermähne. Die Lämmer werden mit einem schwarzen Vlies geboren, welches sich relativ schnell zur blaugrauen Farbe aufhellt.

Romanovwolle handgesponnen
 Früher soll sie viel zum Filzen genommen worden sein und so sollen z. B. die berühmten "Walenki"-Stiefel"  im Original auch aus Romanovwolle sein. Stiefel, die ideal bei bitterer Kälte sind, sie zählen zu den wenigen Stiefeln, die für Temperaturen unter −30 Grad Celsius geeignet sind und selbst bei Minus 50 Grad soll man darin noch warme Füße haben. Das Wort Walenki (Betonung auf dem „a“) kommt vom Russischen „waljat“ (walken).

Romanovwolle handgesponnen: man erkennt die weiche Unterwolle und die schwarzen Grannenhaare

Jedenfalls ist es eine faszinierende Wolle. Hier  und hier gibt es noch etwas zu lesen und noch mehr Bilder zu den Romanovschafen. Euch einen guten Tag.