Mittwoch, 6. März 2013

Deckenprojekt Schafwolle Teil 16 mit Wolle vom Shetlandschaf

Schon eine Weile fertig ist nun auch das 16. Teil für mein Deckenprojekt, diesmal mit wunderbar weicher Wolle vom Shetlandschaf, von diesen herrlichen Schafen von Astrid, die mir dankenswerterweise eine Probe der weissen Wolle von Bock Jonny dafür schickte.

Shetländerin Judy
Ich sage es gleich vorne weg, die Wolle ist wunderbar weich zu verspinnen und verstricken. Die Probe war zwar mit etwas kürzeren Fasern, daher ist die Wolle auch etwas knubbelig versponnen, aber wunderbar weich zu verspinnen.

grau                                  Shetlandwolle                               weiß
Shetlandwolle
Shetlandwolle versponnen
Die Wurzeln der Shetlandschafe reichen über 1000 Jahre zurück. Bis zur Eisenzeit sollen sie auf dem Festland, also England und Teilen von West und Nordeuropa zu Hause gewesen sein und im 9. Jahrhundert wurden sie dann wohl von den Wikingern auf die nördlichsten britischen Inseln die Shetlandinseln eingeführt. 


Ca. 22 000 Menschen und 150 000 Shetlandschafe sollen auf den Shetlandinseln leben. Züchterisch tauchen die Shetlandschafe dann allerdings erst im 18. Jahrhundert auf. Sie zählen mit zu den kleinsten Schafrassen und gehören zur Gruppe der nordeuropäischen Kurzschwanzschafe, zu denen auch Gotlanschafe, Heidschnucken und Romanov gehören. Die Rasse wird auch wegen ihrer Fähigkeit unter widrigsten Umständen zu überleben, geschätzt. Die Mutterschafe sind hornlos und die Widder gehörnt.



Shetlands sind hauptsächlich für das Hervorbringen von Wolle in den unterschiedlichsten Tönen bekannt. Elf wichtige Farben sind anerkannt , darunter auch viele verschiedenen Schattierungen: hellgrau, grau, weiß, dunkles bläuliches- grau, licht grau- braun, dunkelgrau, schwarz, beige, rotbraun, honigfarben, gelblich- braun und dunkelbraun. Aufgrund ihrer Vielfältigkeit entstand der traditionelle Shetlandpullover mit der Fair Isle Strickerei.

Mein erstes Fair Isle Projekt war dieser
immer noch viel getragene Pullover für meinen Sohn.
Die Wolle ist allerdings hier LettLopi, also Islandwolle. 
Für die traditionelle Fair Isle Strickkunst wird auch Shetlandwolle und zwar die vom kurzwolligen Shetlandschaf verwendet. Diese Wolle ist leicht (z.B. 25g/115 m verzwirnt und entspricht Nadelstärke 3 mm), durch die starke Kräuselung der Faser ist sie trotzdem sehr warm. Verfilzen soll sich die Wolle nicht so gut lassen.



Die Wolle vom Shetlandschaf hat ein Vliesgwicht von 1 -1,5 Kilo, da die Tiere ja sehr klein sind. Die Haardicke beträgt 23-30  Mikron, die Haarlänge 5- 12,5 cm. Wolle vom Shetlandschaf ist sehr robust und wärmend und wird auch oft zu traditionellem Tweedgarn verarbeitet.  Als feine "Cobweb"-Qualität (einfädig versponnen) wurde und wird sie zur Herstellung von Shetland Lace oder Spitzengestricken im Allgemeinen verwendet. Bekannt ist auch die berühmte Shetlandspitze, dieses Garn wird aus ausgewählter Wolle vom Nacken gesponnen, da die Wolle dort besonders weich ist. Sehr schön nachzulesen ist alles über Shetlandschafe in dem Artikel von Ulrike Bogdan im Faserbuch ab Seite 132.

Sonst gibt es nicht so wirklich viel auf Deutsch zu lesen über Shetlandschafe, hier habe ich was gefunden in dem schönen Blog  skud.de und dann noch bei Wikipedia in Englisch hier  und Bilder von Shetlandböcken gibt es auch noch hier in der Gallery zu bewundern.



Ansonsten widmet das herrliche " The Fleece & Fiber Sourcebook" mit mehr als 200 beschriebenen Sorten an Fasern, dem Shetlandschaf ganze 10 Seiten, daran sieht man schon wie vielfältig diese Wolle ist. Euch einen schönen sonnigen Tag.