Sonntag, 9. Oktober 2011

Wolle schonend mit Pilzen färben...

...das wird mein neues Forschungsgebiet, das verbindet für mich meine "Natur-Woll-Leidenschaft" mit dem "Gerne in der Natur Sein"  und den Naturfarben.  

 

Das spürte ich gestern beim Sammeln der Pilze in den herrlichen Buchenwäldern hier. 


Mit dem Samtfusskrempling sollen sich wohl 4 verschiedene Farbtöne erzielen lassen.
Samtfußkrempling

 Der blutblättrige Hautkopf soll rot und orange färben und der Zimtfarbene Weichporling Violett. Korkstachlinge sollen blau, schwarz, grünblau und grün färben. Es ist absolutes Neuland für mich und mein Herz schlug wild beim Anblick der vielen Pilze, von denen ich immer nur dachte, dass die zwar schön aussehen, man die aber sowieso nicht essen kann und meine Adrenalinausschüttung, ob der vielen neuen Möglichkeiten zum Färben war auf Hochtouren.


Pilzwanderung mit Führung, Beratung und Bestimmung das stand schon lange auf meiner Wunschliste und ich staunte, ob der vielen Pilze und der fachkundigen Pilzexpertin.
 

Mein Herz schlug höher als ich der Pilzexpertin mein Pilzfärbescript von Karin Tegeler zeigte. Vor 2 Jahren besuchte ich einen Nunofilzkurs bei Karin und hörte das erste Mal etwas vom Färben mit Pilzen und staunte, über welche umfangreichen Kenntnisse sie über Pilze und Färben mit Pilzen auf Wolle besaß und welch herrliche Farben sie mit Pilzen erzielte. Seitdem denke ich immer, das würde ich auch gerne mal ausprobieren. Die Pilzexpertin gestern meinte die Hautköpfe gäbe es hier, die Kremplinge auch, Porlinge ebenso und ich sah mich jetzt schon in Gedanken in der Pilzzeit mit großen Körben in der Natur unterwegs

Flockenstieliger Hexenröhrling
Dann konnte ich gestern nachmittag auch noch eine Herde von Königinnen-Schafen besuchen und streicheln, von denen ich auch gerade Wolle verspinne, na welche Schafrasse könnte ich wohl meinen ? 

So muss jetzt wieder los, na wohin wohl ? In den Wald ...ja später auch noch, aber erst zu meinem jährlichen Ritual am 2. Oktoberwochenende, dem Töpfermarkt in Rheinsberg, da hoffe ich, dass sie noch was übrig gelassen haben, ist ja schon der zweite Tag heute mit ca. 70 Kunstkeramikern und Töpfermeistern aus ganz Deutschland. Aber schließlich war ja gestern auch Pilze suchen angesagt und das geht natürlich vor.  

Euch einen erlebnisreichen Sonntag !

Freitag, 7. Oktober 2011

Fair Isle Pullover Lett Lopi mit Rosenmuster ...

...den hatte ich mir mal aus Lett Lopi Wolle gestrickt, aus Wolle von Island Schafen, dazu gibt es hier noch mehr zu lesen, ein echter Lieblingspulli, sitzt einfach perfekt.

 Das Muster war schon eine ziemliche Konzentrationsangelegenheit...Ribbeln inclusive...


 Hier strickte ich noch  einen Islandpullover für die kalte Jahreszeit, da ich gerade so schön drin war...


Und nun entdeckten wir, jetzt wo der Herbst beginnt und wir die warmen Sachen wieder hervorholen, dass "Andere" die Wollpullover, auch noch nett fanden und das ausgerechnet oben am Muster...

 

Könnten sie nicht woanders knabbern, z.B. unten oder hinten , wo man es nicht so sieht ?...diese kleine Motten- Tierchen die es sich zu schaffen gemacht haben.  Also ich verwende ja Neem-Spray für meine Wolle- Teile die an der Wand hängen dann habe ich überall Lavendelsäckchen eingelegt und vieles auch in Plastik verpackt, aber jetzt trotzdem das !!


 Frische Walnussblätter sollen wirksam sein gegen Mottenlarven, allerdings muss man wohl wegen der Färbekraft vorsichtig sein. Auch häufigere Kontrollen sind wohl wichtig. Zeitungspapier und dicht gewebtes Leinen als Schutzumhüllungen sollen auch Motten abhalten, las ich kürzlich, da deren Larven sich nicht gerne durch dieses Material hindurchfressen.

Was macht ihr um eure Wollsachen erfolgreich vor den Motten-Tieren, bzw. deren Larven zu retten ?
Habt ihr noch einen Tip was man ausprobieren könnte ?

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Schmuck von Kopf bis Fuß - 7. Textiltag- im Museum Europäischer Kulturen Berlin

7. Textiltag: Schmuck von Kopf bis Fuß im Museum Europäischer Kulturen
Samstag, 22. Oktober 2011, 11-17 Uhr  
Ort: Museen Dahlem, Eingang Lansstraße 8, 14195 Berlin



Eintritt: Im Eintrittspreis für die Museen Dahlem (6 €, erm. 3 €) ist ein kostenloser Besuch des Textiltages eingeschlossen. (evtl. Materialkosten); Kinder bis 18 Jahre frei; Anmeldungen sind nicht erforderlich.

In bewährter Kooperation mit dem Fachverband Textil e.V. (Wissenschaft - Forschung - Bildung) richtet das Museum Europäischer Kulturen wieder seinen jährlichen Textiltag aus. Die Bead People Berlin - Perlen- und Textilkunst und der Verein der Freunde des Museums un-terstützen dieses Vorhaben.
Engagierte KünstlerInnen aus Berlin vermitteln in Mini-Workshops verschiedene textile Techniken, um Schmückobjekte herzustellen. Historische Objekte aus den Sammlungen des Museums Europäischer Kulturen liefen dafür Anregungen. Alle Besucher sind eingeladen mitzumachen.

TextilkünstlerInnen und ihre Angebote
Christine Bell / Thea Oberberg Stoffblumen im japanischen Stil
Monika Droese / Karin Sliwa Zerzauste Ringe - Perlen fädeln
Pia Fischer Etikettenblüten
Marianne Jeske/Renate Dürrwächter Handgenähter und mit Perlen gestrickter Schmuck
Maria Kravets Cocon-Engelchen
Jutta Lademann / Sabine Piltz Ketten: Holz- und Glasperlen/ Seidenschnüre
Rosemarie Lück / Marita Wolf Knopfschmuck
Corina Pfeiffer Korak - eine alte Falttechnik der Seidenstraße
Ingrid Ratei-Damm / Brigitte Lüdtke Armbänder mit Schmuckrosen aus Geschenkband
Renate Rusche Flechttechniken und Schmuck mit der Strickliesl
Christina Schröder / Maria Rösler Kastanienmädchen und -jungs anziehen
Margot Schwarz Experimenteller Strickschmuck
Danielle von Fischer Aus Seidenfasern Seidenblüten nähen
Ute Wennrich Perlen weben mit Draht: kleine Objekte
Almyra und Thomas Weigel Schmuck aus Heißkleber und Papier
Natacha Wolters / Anat Levin Schmuck des Barock

Montag, 26. September 2011

Das jährliche Walnuss Färbe - Ritual...

...läßt mich jetzt wieder täglich nach Feierabend mit der Natur verbunden sein. Hier im hohen Norden in Brandenburg scheint alles immer etwas später dran mit der Natur, habe ich so den Eindruck, wenn ich in den verschiedenen Blogs so lese, die schon ihre Nüsse geerntet haben. 

 
 Vor mehr als 40 Jahren pflanzte die nette Vormieterin unseres Hauses den Walnussbaum auf ihrem, nun unserem Grundstück. Inzwischen ist die nette Dame weit über 90 und neulich traf ich sie wieder auf der Straße und ihr Lebens-Motto ist: Immer das Beste aus Allem zu machen, so werde man alt, meint sie.

Am Wochenende stieg ich auch mal mit einer Leiter auf den Baum hoch und erntete mal eben auf die Schnelle von diesem Riesenbaum 10 Kilo Walnüsse in der grünen Schale...


...das ergab dann 5 Kilo grüne Schalen, die ich mit 10 Liter Wasser in einen Maurerbütt füllte und dann noch 400 gramm weisses Alpakagarn im Netz dazu gab, für mein nächstes Strickjackenprojekt. Die Alpaka wolle nahm ich dann nach 2 Tagen raus, zunächst war sie noch sehr hell, ließ sie an der Luft trocknen, nach der Reaktion mit Sauerstoff wurde sie etwas dunkler, aber ich werde sie nochmal reinlegen, damit sie noch dunkler wird.

 

Ansonsten sammle ich jeden Tag nach der Arbeit die Nüsse und Schalen auf. Die Nüsse hänge ich dann zum Trocknen in Zwiebelsäcke unters Dach wo die Sonne sie auch trocknen kann.



Die Nüsse werden dann über den Winter gegessen, für Gerichte mitverwendet und auch in Kuchen gerieben. Nüsse senken das Gesamtcholesterin und das LDL- Cholesterin. Die Ursache für die schützende Wirkung ist nicht bekannt. Wahrscheinlich ist das günstige Fettsäurenmuster mit vielen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren verantwortlich. Ernährungswissenschaftler in den USA weichen deshalb von ihrer bisherigen Warnung ( Kalorienbombe) ab und empfehlen den Verzehr von Nüssen. Eine Studie zeigte, dass wer fünfmal in der Woche Nüsse aß, ein um 48% erniedrigtes Herzinfarkt-Risiko aufwies.

Die grünen Schalen die ich vom Boden aufsammle, kommen in eine zweite Maurerbütt zusammen mit handgesponnener weißer Wolle und diesmal gab ich auch ein Probestück Pommernschafwolle mit hinein, das ergab eine faszinierende wilde Braunmischung.



Die anderen handgesponnen Garne für meine nächste Strickjacke sind vom : Leineschaf ( oben links) ostfriesischen  Milchschaf ( oben rechts), Scottish Blackface ( unten links) und vom Pommernschaf ( unten rechts sowie vom Angorakaninchen ( ohne Bild ;-).

 Jede Wolle hat ein bisschen eine andere Färbung, das begeistert mich jedes Jahr aufs Neue !


Walnuss spielt auch in der Naturheilkunde eine Rolle: es soll bei Hautkrankheiten wie Akne, Ekzemen, Ausschlägen,  Herpes sowie bei Problemen mit Magen und Darm helfen und ausserdem eine blureinigende Wirkung haben. Warum? Die Gerbstoffe der Blätter reinigen das Blut, indem sie Leber, Blase, Nieren, Darm und Haut anregen, Giftstoffe auszuscheiden. Anwendung: 1 EL Walnussblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und über längere Zeit (nicht mehr als sechs Wochen) hinweg bis zu drei Tassen täglich trinken. 

Die Griechen nannten den Walnussbaum  "Dios balanos": göttliche Eichel. Damit beschrieben sie den majestätischen Wuchs und den reichen Ertrag der Walnuss. Für mich ist das auch jedes Jahr aufs Neue wieder das Einläuten des Herbstes und mein tägliches Ritual, meine Meditation nach der Arbeit,  das mich mit der Natur, der Wolle und den Farben verbindet.

Fast jedes Jahr produziere ich so ein Teil aus Wolle und Walnussfärbung.


Nun erstmal nach in Bayern zur Mitgliederversammlung der Handspinngilde in der Fränkischen Schweiz.  Nun habt eine gute Woche und bis bald  !

Samstag, 24. September 2011

Brot und Salz...

....brachte ich einer Freundin heute als alten Brauch zum Umzug in ihr wunderbares neues Haus mit. Wir saßen gemütlich im Garten, lauschten Marie Boine und den Naturgeräuschen, klönten über die alten und neuen Zeiten, tauschten Buch und Musiktips, tranken leckeren Latte Macciato und aßen selbstgebackenen Apfelkuchen dazu. Es war wie immer bei unseren Treffen ein Fest der Sinne...


Mit dem obigen Bild, aus Wolle, Fäden, Stoffresten, Filethäkelei und Perlen, das ich ihr schenkte, wünsche ich ihr symbolisiert durch Rot und Orange Mut und Kraft alle Ideen umzusetzen, Optimismus,  Lebensfreude und Gesundheit.

 

 Das " Wollgemenge" packte ich dann alles in einen Rahmen. Im Moment habe ich eine Vorliebe für diese klassischen quadratischen Rahmen mit diesen abgeschrägten Passepartouts.

 

In der Magie kommt ja die Farbe Rot bei Ritualen zum Einsatz, welche Gesundheit, Fruchtbarkeit, Liebe, Mut und Kraft zum Ziel haben, und die Farbe Orange als Kraftspender, Stimmungsheber, Aktivierungsfarbe, als Farbe der Stärkung des Immunsystems und der Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte, sowie als Farbe der Freude und Geselligkeit, dieses soll all die Freiheitserrungenschaften unterstützen. 


Wieso schenkte man eigentlich Salz und Brot als alten Brauch beim Einzug in eine neue Wohnung oder ein neues Haus ? 



Brot und Salz galten über Jahrhunderte als kostbare Lebensmittel, die für Wohlergehen, Sesshaftigkeit und Gemeinschaft standen.

Brot war in ganz frühen Zeiten auch ein Symbol der Götter: Die Griechen huldigten Demeter, der Erdmutter, zuständig für Ackerbau und Fruchtbarkeit. Dem Mythos zufolge soll sie den Menschen den Getreidebau und das Brotbacken beigebracht haben. Auf ihr römisches Pendant, den Gott Ceres, geht der Begriff »Zerealien« (Feldfrüchte) zurück. Auch im Christentum haben Brot und Salz eine wichtige Bedeutung. So bittet man Gott um das täglich Brot, das den Leib Christi symbolisiert (Johannes, 6,35 : »Ich bin das Brot des Lebens«). Und im Matthäus-Evangelium heißt es: »Ihr seid das Salz der Erde« (5,13).


Salz war das erste Lebensmittel, das mit einem Zoll belegt wurde. Einst galt es als so wertvoll, dass man es gegen Juwelen tauschte. Die römischen Soldaten wurden mit dem »Salarium« entlohnt, das vor allem zum Kauf von Salz verwendet wurde – das englische Wort salary (Gehalt) geht darauf zurück. Als Symbol haben Brot und Salz eine wohlmeinende Bedeutung: In Russland ist es Brauch, einem Besucher als Zeichen der Freundschaft Brot und Tee anzubieten. Bei uns sind Brot und Salz als Gastgeschenk nach dem Einzug in eine neue Wohnung als guter Wunsch für das Wohlergehen zu verstehen. 


Gebacken wurde das Brot von mir aus Dinkelmehl mit Fenchelkörnern und Koriander: 


 500 Gramm Dinkelmehl, 300 ml lauwarmes Wasser, 2 Teel. Honig, 1 Päckchen Hefe, 1 Tel. Salz, 1 Eßl. Fenchelkörner, 1 Eßl. frischgemahlener Koriander.


Abends ging es dann noch zu einer herrlichen Lesung mit Musikbegleitung. Gelesen wurde aus dem Buch von Astrid Lindgren, einer meiner Lieblingsautorinnen, aus dem Buch: Das entschwundene Land. 



Das Buch ist das einzige Buch das Astrid Lindgren für Erwachsene geschrieben hat und es besteht aus Erinnerungen an Lindgrens Eltern und ihre eigene Kindheit und daran, wie sie selbst mit dem Schreiben begonnen hat. Sehr lesenwert...

Kennt ihr noch andere alte Bräuche wenn jemand in ein neues Haus oder eine neue Wohnung einzieht ?

Ich wünsche euch einen angenehmen Herbstsonntag morgen, das Wetter soll ja super altweibermäßig werden , sonnig bis 21 Grad !