Montag, 14. November 2011

Zum ersten Mal...

...habe ich meinen Jahresurlaub auf November und Dezember gelegt. So wie sonst im November werde ich vieles loslassen, nur diesmal anders als sonst, nämlich mit einer innerlichen und "äußerlichen" Reise. Meine Batterie ist ziemlich entladen und so werde ich in meinem jetzt anstehenden jährlichen Erholungsurlaub, meine Batterien mal wieder neu aufladen.



Im Gepäck passend leichte Seidenteile, passend für das Wetter dort in Thailand. Maximale Temperatur im November 32 Grad, minimale Temperatur 23 Grad, Sonnenstunden 8 Stunden am Tag.




 Zusätzlich zum Jahresurlaub und unserem Jahresritual gibt es einiges zu Feiern, daher diesmal etwas Besonderes. Haus und Hof sind bewohnt und versorgt und so kann ich mich mit meinem Liebsten, in Ruhe die nächsten Wochen fallen lassen, entspannen, Textiles und Neues entdecken, Abenteuer erleben und mich frei fühlen.

Vielen Dank euch Allen für die zahlreichen Kommentare und Anregungen das letzte Jahr. Ich wünsche euch eine gute Advents- und Weihnachtszeit und bis nächstes Jahr ! 

Samstag, 12. November 2011

Stricken für Bolivien...

 ...finde ich ein unterstützenswertes Projekt und daher will ich diesmal auch dabei sein und bin schon mal am Stricken, wenn es mir draussen zu kalt wird.

Als erstes entstehen hier gerade ein Paar Socken Größe 30

 Hier  und hier kann man nachlesen, was gebraucht wird:  "Wie auch in den vergangenen zwei Jahren werden Socken benötigt, vor allem ab Größe 30 aufwärts bis in die Erwachsenengrößen. Nachdem wir ausserdem im letzten Jahr Tücher und Schals in unser Kinderdorf geschickt haben, die sehr gebraucht und mit großer Freude dort aufgenommen wurden, gibt es diesmal ein neues *Zweitprojekt*.

Wir sammeln Patches für warme Decken. Die Patches können ganz nach Belieben glatt, kraus oder mit Muster sein, sollten entweder die Größe 20 mal 20 cm oder 40 mal 40 cm haben und werden dann hier zu Decken zusammengefügt. Ideal wäre Sockenwollstärke in 4-fach oder 6-fach, damit die Decken nicht zu dick werden.

Die Aktion läuft ab sofort bis Ende Januar 2012, dann erfolgt wieder die große Auslosung der Tombolapreise" . Hier steht die Adresse wo die Dinge hingeschickt werden sollen. 

Ich war jetzt noch schön in der herrlichen Novembersonne spazieren und im Garten, die Rosen habe ich hoffentlich gerade noch rechtzeitig mit Erde unten angehäufelt, heute nacht war schließlich schon Frost hier und ein bisschen weitergefilzt am Vogelnistkasten. Nun kann ich in aller Ruhe, bei herrlicher Musik, losfahren, wieder für 2 Tage auswärts arbeiten, gestrickt wird dann in den Pausen.  

Euch noch ein gutes Wochenende

Mittwoch, 9. November 2011

Umfilzte Vogelnistkästen

Solange es meine dicke Woll- Winterkleidung zuläßt, verlege ich meinen Arbeitsplatz draussen in die Natur unter den großen Walnussbaum, der nun schon so gut wie blattlos ist.



Wenn es dann langsam feucht und nebelig wird , so wie jetzt gerade, dann habe ich dort auch ein Dach über dem Kopf. Dort an dem Draussen-Arbeitsplatz gibt es auch eine Steckdose, an der ich den Wasserkocher für heisses Wasser anschließe oder den Schwingschleifer für die Filzprozedur.


Arbeitsplatz "Unterm Walnussbaum

Aktuell bin ich gerade damit beschäftigt die Vogelnistkästen zu reinigen und zu reparieren und für den Wintergebrauch wieder ordentlich aufzuhängen. Das empfiehlt der Naturschutzbund: "Nistkästen sollten im Spätherbst nach der Brut oder im Winter regelmäßig gereinigt werden, um das alte Nest zu entfernen und um Parasiten zu vertreiben."

Filz und Weidenruten

 "Nistkästen erfüllen übrigens auch im Winter wichtige Aufgaben. Ob Meisen, Kleiber, Eichhörnchen und Schmetterlinge – selbst die wetterbeständigsten Outdoor-Profis schätzten eine warme Schlafstube. Manchem Vogel könne die Nisthilfe im Winter sogar das Leben retten. Die Gefahr der Übertragung von Parasiten durch alte Nester sei geringer als der Nutzen eines warmen Unterschlupfes für die Tiere." so kann man es beim Naturschutzbund (Nabu) nachlesen.


Wer Nistkästen selber aus Holz bauen möchte findet hier auch zahlreiche Anleitungen im Netz.

Natürlich belasse ich es als Wolle- Frau nicht nur bei Holz, sondern erinnerte mich, dass vor einigen Jahren bei einem Nuno Filzkurs bei Karin Tegeler auf Fehmarn, die gefilzten Nisthilfen von Achim Tegeler bewundert habe. Und so kam es dann auch, dass ich meine Wolle Reste Kisten auch  noch dazu holte und mal selbst gespannt bin, was dabei herauskommt. Ich nehme dann auch Reste von embellisger gefilztem dazu . Solch herrlichen Teile wie sie hier zu sehen sind, auf dem Gruppenfoto, das werde ich wohl nicht hinbekommen, die sehen ja grandios aus.


Hat das schon einmal jemand von euch gemacht ? Was gibt es da für Erfahrungen ? Gefahren ? Beachtenswertes ? Nützliches zu wissen ?

Ob das auch als gefilztes Gefäß aller Art gilt, also ein "Nisthilfenvogelgefäß", frage ich mich gerade ?

Sonntag, 6. November 2011

Mulesing und mulesingfreie Wolle

Mulesing hatte ich noch nie gehört, bis ich auf die Seite von  difig-design  


Um was gehts?
Es geht um Mulesing, das eigentlich nichts anderes als Verstümmelung heisst.
Einem Lamm schneidet man handtellergross rund um After und Vulva Hautlappen weg, um es danach vernarben zu lassen. Bei dieser Vernarbung wächst dann keine Wolle mehr. So kann man die Schafe gegen die (auch sehr brutale) Schafmade schützen, die das Schaf von Innen her auffressen würde.
Bei dieser Gelegenheit wird auch der Schwanz kupiert, und das Ganze OHNE Betäubung versteht sich. Es darf ja nix kosten! Es werden immer mehr Schafherden auf engerem Raum (teilweise auch ohne Weide) gehalten. Da sind die Fliegenmaden nicht mehr weit.
Immer mehr Leute verlangen nach billiger Wolle.
Ich rate euch dringendst DAS HIER zu lesen.
Wer in einer grossen Suchmaschine die Worte *Mulesing Peta2* eingibt kann einen Film darüber sehen.
Bitte schliesst die Augen nicht davor!
Es ist wichtig!
Oft hat die Wolle, die wir verstricken nichts mit flauschigen Lämmchen zu tun. Da gibts keine Romantik mit grünem Gras und Wölkchenhimmel!
  • Tatsache ist, dass eigentlich wir Konsumenten nicht unschuldig sind an der ganzen Sache. WIR wollen immer bessere, schönere und weichere Wolle, die dann NICHT teuer sein darf.
  • Tatsache ist dass ein sehr grosser Prozentsatz Mulesingwolle ist.
  • Tatsache ist, dass fast jeder Garn/Wollehersteller solche Wolle im Sortiment hat.
  • Tatsache ist, dass KEINE Verhandlungen mehr der australischen Wollindustrie (AWI) stattgefunden haben, damit das endlich ein Ende hat.
Liebe StrickerInnen und liebe KonsumentInnen von Kleider, Wolle und ähnlichem.
WIR haben das in den Händen!
WIR könenn das ändern!
Fragt euren Wolldealer nach mulesingfreier Wolle,
schaut genau hin woher eure Wolle kommt!
Notfalls meidet diese Hersteller!
Meidet vorallem Wolle aus Australien!
Es gibt Wolle aus mulesingfreier Zucht!
Es sind zwar nur wenige, aber es GIBT SIE!
Coburger Fuchsschaf handgesponnen
Bei Interesse könnt ihr euch hier zu  mulesingfreier Wolle und deren Herstellern informieren. hier !

Freitag, 4. November 2011

Der November und das Freudetagebuch

Mit dem Bätterfall, dem dunkler und kürzer Werden der Tage beginnt auch für mich wieder die Zeit , wo ich besonders an meine Ahnen denke.


In vielen Kulturen und Religionen, wie dem Samhainfest der Kelten oder Allerseelen, Allerheiligen, Totensonntag, werden diese Rituale begangen. Da ich beruflich sehr viel Menschen bei Verbindung zu ihren Ahnen, bei Trauer, Schmerz, Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen und Tod begleite, begehe ich diese Rituale für mich persönlich aus psychohygienischen Gründen, nur im privaten Rahmen.


Kirschbaum im Novemer 2011

So gehe ich dazu viel in die Natur und bin mit meinen lebenden Liebsten viel und eng im Kontakt. Auch Literatur ist ein wichtiger Baustein: So las ich z.B.  Zwei alte Frauen , eine unheimlich beeindruckende Legende, von Velma Wallis:  Eine Legende von Verrat und Tapferkeit, die mir kürzlich eine sehr liebe Freundin schenkte uind die ich euch an dieser Stelle als sehr lesenswert weiterempfehlen möchte. 


 Auch möchte ich euch zu etwas ermutigen:

Was ich immer wieder feststelle in meiner täglichen Arbeit ist, dass viele Menschen sich sehr intensiv mit den Dingen des Lebens beschäftigen, die nicht oder nicht  mehr  funktionieren, was sie von ihren Ahnen nicht bekommen oder vermisst haben, was sie bedauern, was sie loslassen müssen und oft Nachteile von Gegebenheiten unendlich ausschmücken und Energie dafür verwenden können. 

Meine Aufgabe besteht dann darin, sie darauf hinzuweisen, was TROTZ ALLEDEM TROTZDEM funktioniert und dieses dann auch  WERT ZU SCHÄTZEN. Meine Arbeit hat also viel mit Achtsamkeit und Wertschätzung des Moments zu tun.

Und dazu möchte ich auch ermutigen: Trotz November, trotz Loslassen müssen, trotz " Was alles nicht geht" oder Trotz.....macht euch bewußt, was ihr alles habt, was ihr schon geschafft habt, was euch jeden Tag jeden Moment Wertvolles begegnet.


 Zu diesem Zweck kann ich euch auch empfehlen, euch ein Freudetagebuch anzulegen. Hier habe ich mal für euch den Text von Luise Reddemann (2004), zitiert, wie man z.B. ein Freudetagebuch führen kann:

„Bitte legen Sie sich eine Freudetagebuch zu. Kaufen Sie sich dafür bitte ein hübsches Büchlein oder Heft und dann tragen Sie jeden Abend die Freuden des vergangenen Tages ein.(…)
Es geht darum, dass Sie die kleinen Blumen im Geröll und Sand entdecken lernen. Ein Lächeln eines Babys, ein Satz, der ihre Augen leuchten ließ, die ersten Blumen im Frühjahr…
Tragen Sie bitte alles in Ihr Büchlein ein. Alles ist wichtig genug, dass Sie es festhalten. Sie können auch Sie erfreuende Fotos einkleben, Bilder von Menschen, die Sie lieben, oder schöne Naturfotografien. Auch Gedichte, hilfreiche Sätze, Gebete können Sie in Ihr Freudetagebuch schreiben.(…)
Warum kein allgemeines Tagebuch? Weil Sie dann auch die belastenden Dinge hineinschreiben und jedes Mal, wenn Sie sich Ihre Freuden ins Gedächtnis rufen wollen, über die Belastungen stolpern. Daher ist es günstiger, Sie haben zwei verschiedene Tagebücher.“
(aus: Luise Reddemann: Eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt, München 2004)
 

Ich selbst habe mir auch vor langer Zeit schon ein Freudetagebuch zugelegt und die Hülle ebenso wie für mein Skizzenbuch mit dem Embellisher, also meiner Filzmaschine befilzt und mit Perlen und Wolle bestickt. Die Hülle ist aus vielen Resten, u.a. auch Resten, die noch von meinen Ahnen stammen (da schließt sich dann der Kreis für mich wieder). Ahnen denen ich es zu verdanken habe, dass Textiles und Wolle Natur und Farben meine Ressourcen sind und dafür sage ich DANKE. 


Wenn es euch mal gar zu lange zu dunkel  ist oder ihr zu viel loslassen mußtet oder ihr ein bisschen Freude tanken wollt, dann könnt ihr da jeder Zeit hineinsehen und bei einer Tasse Tee ein bisschen Freude und Licht tanken.
 Euch eine gute und achtsame Novemberzeit !

Mittwoch, 2. November 2011

Mützen aus Wolle vom Ostfriesischen Milchschaf

Die Mützenzeit ist wieder da und so stricke ich für die Familie aus der Wolle vom Ostfriesischen Milchschaf, auf Wunsch eine Mütze nach der Anderen.


Zusätzlich zu meiner Strickjacke aus der Wolle vom Ostfriesischen gescheckten Milchschaf, habe ich mir selbst auch eine Mütze gestrickt. Die Wolle ist nur einmal mit Regenwasser gewaschen, dann wurde sie an meinem Louet Spinnrad S 10 gleich meliert versponnen und sodann mit einem Nadelspiel 4,5 verstrickt. 
 
 
Die Wolle hat eine Lauflänge von 102m/100gramm. Spinnen und Stricken mit dieser Naturwolle ist die reinste Entspannung.
 

Die Mützen sind unglaublich warm, lassen keinen Wind durch  und bei Regen bleibt der Kopf völlig trocken, da die Wolle noch etwas fettig ist. 


Oben wurden die Maschen einfach mit einer dicken Nadel zusammengezogen und ein paar Mal mit der Nadel durch die Restmaschen verstärkt.

 

Die allgemeine Mützenanleitung habe ich von hier.
Ich wünsche euch noch eine gute Woche

Herzlichen Dank für eure vielen Kommentare zu dem gefilzten Zeitungsbriefkasten und der Blauholzfärbung..
@Silvia: Er bewährt sich bis jetzt in Natura, wird zwar leicht feucht aber auch wieder trocken und die Zeitungen bleiben trocken.
Zu der Blauholzfärbung:
@Kerstin : ich färbe vorher immer alles mit Kaltbeize ausser bei Walnusschalenfärbung.