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Freitag, 2. November 2018

Färben mit Walnussschalen im Jahrhundertsommer 2018

So ein Walnussjahr habe ich noch nicht erlebt! 80 Kilo Walnüsse von einem Baum, stellt euch das mal vor. In dem besten Walnusserntejahr hatten wir 2011...

 

 ... mal 40 Kilo und das fand ich schon viel. Da kam schon die Sorge ob die Äste denn alle halten.

 


Sie hingen teilweise so dicht über dem Boden, dass ich hätte die Nüsse per Hand abpflücken können. Allerdings soll man das nicht machen, da die Ernte des nächsten Jahres dann darunter leiden soll. Man soll schön geduldig warten bis die Nüsse fallen. 

 

Allerdings waren die Nussschalen dieses Jahr von anderen Qualität als sonst. Sonst die Jahre, als es nicht so trocken im Sommer war, waren die Walnussschalen richtig schön grün. Dieses Jahr gab es auch grüne Schalen, doch unglaublich viele waren entweder schon vertrocknet oder sogar schwarz. 

 

Sonst die Jahre habe ich immer mit 2 Eimern gesammelt. Ein Eimer für die Nüsse und 1 Eimer für die Schalen. Dieses Jahr habe ich mit 3 Eimern gesammelt , einer für die Walnüsse, einer für die grünen Schalen und ein Eimer für die schwarzen Nussschalen. 


Gefärbt habe ich diesmal insgesamt 4,6 Kilo Wolle. 1 Kilo Handgesponnene Wolle verschiedener Schafrassen, 500 gramm Moorschnucke, 500 gramm Pommernschaf, 500 gramm Leineschaf und 2 kilo Gotländisches Pelzschaf! Ausserdem noch die letzten 200 gramm von deiner Mohairwolle Maria. 
Es gibt vermutlich wieder ein Kleidungsstück daraus, so wie jedes Jahr, dann werde ich noch etwas mit in meinen Kurs nehmen und dann ist die Wolle erfahrungsgemäß schnell weg :-).

Letztes Jahr hatte ich mir ja u.a. einen Hüftschmeichler mit Tasche daraus gestrickt. Meine Anleitung dazu...

...findet ihr hier. Mal sehen was es diesmal wird. Das Gotländische Pelzschaf das lockt mich schon sehr...

Natürlich gibt es auch wieder Apfel -Walnusskuchen, Walnussmuffins und Walnussbrot wie jedes Jahr. Rezept ist hier zu finden, doch ich ersetze jetzt meist Stevia durch Xylit. 

 

Und dann habe ich neu entdeckt, dass man von den Nusskreuzchen einen Tee machen kann,  "der hilfreich bei Herzschwäche ebenso wie zur Stärkung der Nerven und zur Förderung des Schlafessein soll." Textquelle und Info dazu hier. Wußtet ihr das?( Link kann Werbung enthalten – unbeauftragt, unbezahlt)

Wie die Liebe noch mindestens 1 Jahr hält, das kann man mit dem Walnuss- Orakel rausfinden. Setzt man 2 Walnusschalen in eine Schüssel ins Wasser und schwimmen sie aufeinander zu, dann hält die Liebe noch mindestens 1 Jahr, das steht auch hier. (Link kann Werbung enthalten – unbeauftragt, unbezahlt) Ist schon eine spannende Sache mit den Walnüssen, jedes Jahr finde ich was neues heraus. Jedes Jahr ist es anders auch mit der Natur und dem Färben. Herrlich!

Einige letzte Färbungen bzw. Überfärbungen und Stufenfärbungen mit Seide und Sockenwolle hängen noch im  Walnusstopf. Es soll ja schließlich jeder Tropfen ausgenutzt werden von dem kostbaren Färbesud und so gibt es noch Färbe- Überraschungen am Wochenende.

 

So jetzt wie jedes Jahr sind jetzt wieder die Nistkästen dran und natürlich habe ich den Bericht über die Seide in Kambodscha nicht vergessen. Wie ist das mit euren Walnussfärbungen dieses Jahr gewesen? Ich grüße euch nochmal alle ausdrücklich von der Spinngruppe. Was waren wir gestern für eine tolle große Runde. 14 Frauen und waren ja garnicht alle da. Das geballte Spinnwissen aus vielen Jahrzehnten und Anfängerinnen, alles da! Danke Brigitte immer wieder für deine tollen Werkstatträume auf dem Werkshof Wolfsruh. (Link kann Werbung enthalten – unbeauftragt, unbezahlt) Wenn wir alle Garnschalen bei dir töpfern wird es aber schön kuschelig in der Werkstatt. ;-) Grüße an die Urlauberinnen. Habt eine gute Zeit.
Nachtrag: Eine Leserin macht mich auf die Information zu den schwarzen Nüssen aufmerksam. "Schwarze Nüsse kein Grund zur Panik"  hier  nachzulesen. Die Schäden sind auf die Walnussfruchtfliege zurückzuführen. Danke für die Information Christine

Dienstag, 8. September 2015

Fräulein Fritzie und Herr Irgendwie Anders...

...trafen sich vor meiner Haustür. "Bist du neu hier?" fragte Fräulein Fritzie. " Ja ich komme gerade von der Insel Rügen und bin frisch gefilzt." antwortete Herr Irgendwie Anders. 


"Wie gefilzt !" wunderte sich Fräulein Fritzie. "Na ich bin gerade von Anke aus indigogefärbter Wolle und Wasser und Seife entstanden. Dann habe ich noch Knöpfe, Flicken und Haare bekommen und da bin ich !"

 

"Ohh aus Wolle, also so richtig kuschelig. Na ich bin von Brigitte aus Ton gemacht, dann bemalt und gebrannt worden." erklärte Fräulein Fritzie. 


"Aha", meinte Herr Irgendwie Anders. " Auf jeden Fall siehst du sehr schön aus." " Ohhh danke" sagte Fräulein Fritzie und wurde ganz rot. Du bist aber nett, das hat noch niemand zu mir gesagt.!" Und du siehst sehr kuschelig aus, darf ich mich ein bisschen bei dir anlehnen?" Herr Irgendwie Anders ließ sich nicht lange bitten, denn....


... auch er hatte noch nie solche Komplimente gehört und sich immer irgendwie Anders gefühlt und hätte auch gerne einen anderen Namen, doch bei Fräulein Fritzie fühlte er sich so richtig angenommen wie er war und wenn sie nicht gestorben sind, dann kuscheln sie noch heute. Anmerkung: Der frisch gefilzte Herr Irgendwie Anders sucht noch nach einem Namen und hofft dass viele Vorschläge kommen. Habt einen guten creativen Dienstag. Nachtrag: Wichtig hinzuzufügen ist mir noch, das dass Ursprungsdesign das ich verwendete von der kreativen sheepy stammt.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Gefilzter Mantel für Zeitungsbriefkasten

Es war einmal ein Zeitungsbriefkasten der rechtzeitig vor Beginn der großen Kälte einen gefilzten Mantel aus Eiderwolle und Wolle vom Zwartblesschaf erhielt.

Fertiger gefilzter Zeitungsbriefkasten

 Verziert wurde der Mantel mit Locken vom Gotländischen Pelzschaf und das kam alles so:  Es war einmal ein blauer Zeitungsbriefkasten aus Plastik der lebte glücklich und zufrieden seit mehr als 15 Jahren so vor sich hin. Seine Farbe war schon etwas verwittert, doch er war mit sich und dem Leben zufrieden.

"hässlicher Plastikkasten"

Nun geschah es aber, dass sich die Welt um ihn herum veränderte. Neue Menschen zogen in das Haus, neue Zeitungen wurden in ihm abgelegt.  Neben ihm erhielt das Eingangstor und der Pfosten ein neues Band aus Wolle, das sogar mit Walnuss eingefärbt war, ein Stückchen weiter erhielt ein Blumentopf eine Filzblüte aus Wolle, der Schuppen erhielt ein rotes Filzbild aus Wolle und auch der Walnussfärbeplatz wurde mit einem Weiden-Wolle-Filzbild geschmückt und so mußte der Zeitungsbriefkasten zusehen, wie alles um ihn herum mit Wolle immer schöner wurde. 
 
Gefilztes der letzten Zeit

Er fühlte sich zunehmend vernachlässigt und wurde neidisch. Auch schimpften die Besitzer manchmal, dass die Zeitung nass wurde, wenn der Wind den Regen von Norden in das offene Zeitungsfach trieb. Nun hatte er ja auch davon gehört, wie man mit Neidgefühlen konstriktiv umgehen kann, hielt sein Ziel auch für erreichbar, nahm es als Ansporn und so kam es, dass er mit dem Leben und seiner blauen Farbe überhaupt nicht mehr zufrieden war, immer mehr rumjammerte, sich über Alles beklagte und auch wie die Anderen mit Naturwolle umgeben sein wollte.

Eines Tages nun, wurde seine Bitte erhört und die Besitzerin filzte ihm aus Eiderwolle, Wolle vom Zartblesschaf ...

Zartblees Wolle

 ....und vielen kleinen und großen Filzresten die von der Nasstechnik übrig geblieben waren...

Filzreste

...eine Wollhülle mit dem Embellisher. Es stand sogar darauf geschrieben, wofür er Tag ein Tag aus arbeitete und auch das offener Fach war nun mit einer Filzklappe geschützt. 

hier kommt die Zeitung rein, regengeschützt mit Klappe jetzt

So war er sehr glücklich und die Besitzerin auch, denn die konnte die blaue Plastikhülle auch schon so lange nicht mehr leiden, weil sie fand, dass sie nicht zu dem Haus und dem Garten passte. Nun waren sie alle glücklich und zufrieden, der Zeitungsbriefkasten unterhielt sich mit dem walnussgefärbten Skuddenband über die schönen neuen Veränderungen und sie bewunderten sich gegenseitig.

Filzlocken auf der anderen Seite, mit Beschriftung, damit es klar ist !

 ....und wenn sie nicht gestorben sind so...

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“
Sören Aabye Kierkegaard 

Ich wünsche euch noch eine gute Woche ! 

Sonntag, 23. Oktober 2011

Schafe, Wolle und gewebte Teppiche aus Wolle von Pommerschen Landschafen

Schafe und Wolle heisst mein neuer zusätzlicher Blog...



Er wurde nötig, da meine Schafbegeisterung und Faszination einen eigenen Ort benötigt. Schuld für meine leidenschaftliche Begeisterung für Wolle und Schafe sind vermutlich meine Eltern, wie sollte es auch anders sein :-) . Bei meinem letzten Besuch erfuhr ich von meiner Mutter, dass ich als Kind, bei dem Umzug meiner Familie quer durch Deutschland, die ganze Fahrt auf gewebten Teppichen aus Pommerscher Wolle, gesessen und gelegen habe...

Fahrt im Auto beim Umzug
  ...und die ganze Fahrt also den Duft von Schafen und deren Wolle in der Nase hatte . Daher also ... ;-)) anders kann ich mir das nicht erklären ...


Es gibt diese Teppiche, die von meiner Urgroßmutter stammen immer noch und sie erfüllen nach über 50 Jahren ! immer noch als Teppiche ihre Funktion. Vielleicht waren es ja diese Wollteppiche, die mich zu einer leidenschaftlichen Wolle-Frau werden ließen. Wer weiß ?


Jedenfalls war ich sehr berührt, als ich die Teppiche nun nach der Geschichte von meiner Mutter fotografierte und ich beschloss für mich, dass das der Anfang der Geschichte zwischen der Wolle und mir war !  Also wer auch so Schaf-Begeistert ist, der kann dann dort mehr dazu lesen. Ich werde alles zum Thema Schafe, Schafrassen und Wolle sammeln und posten und würde mich natürlich wieder über Kommentare und Anregungen zu diesen Themen freuen.

Ich habe eine neue Herde Pommerscher Landschafe hier in der Nähe ausgemacht und werde heute bei diesem herrlichen Sonne-Pur- Wetter, in der Natur sein und natürlich auch Schafe fotographieren ! 

Euch einen schönen Sonntag !

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Andere Länder andere Sitten...

...so zeigt es dieser Transport von Lämmchen...


Diese Bilder wurden aufgenommen auf einer sehr schwierigen und sehr einsamen, rund 2000 km langen, Strecke vom algerischen Adrar zum mauretanischen Atar gefahren. Die beiden Reiselustigen folgten dabei einer alten Piste aus französischen Kolonialzeiten.

 Auf der ganzen Strecke trafen sie keine Menschen, erst wieder einige 100 km vor Atar, u.a. auch diesen Nomaden, der von seinem Nomadenlager in der Wüste unterwegs zum weit entfernten Markt in der Provinzhauptstadt Atar war, wo wohl auch die Lämmchen verkauft werden sollten. Es war wohl ein sehr  bewegender Anblick, diese beiden kleinen gesunden Tierchen so wohlgeborgen inmitten der lebensfeindlichen Umwelt anzutreffen. Herzlichen Dank ihr Beiden für diese wunderbaren Bilder.

 

Nun seid ihr gerade über den Winter wieder frisch auf Achse. Immer habe ich auch ein bisschen Angst ob ihr auch gesund und munter wieder kommt und immer wieder bewundere ich euren Mut, eure Kraft und eure Lebenslust und bin auch stolz auf euch, dass ihr euch so fit haltet und aktiv seid. Es regt auch meine Phantasie an und die schönen Fotos und Reiseberichte, die ihr immer wieder mitbringt sind eine große Bereicherung für mich.  Gerne denke ich auch an Reisen mit euch zurück und bin immer noch dankbar für die Reise durch die algerische Sahara ....


...und auch dankbar für die Reise durch Nordafrika und auch dass ich in Marokko den größten Wollmarkt erleben konnte.

Hoggargebirge, in Algerien, Sylvester auf dem 2285 Meter hohen Assekrem, wo Charles de Foucauld 1911 seine  Eremitage hatte...Pflanzenstudien der Pflanzen der Sahara...nette menschliche Begegnungen..unvergessliche Erlebnisse...




Ich wünsche euch eine gute Reise, viele schöne Erlebnisse, bleibt gesund und kommt gesund wieder. Und nicht vergessen: schöne Bilder von Schafen, Wolle und Textilien mitbringen :-))

Und dann wünsche ich euch natürlich auch immer auf allen Wüsten- und sonstigen Wegen einen guten Blick:

"Eine Abteilung der Zürcher Polizei musste einen Auffrischungskurs besuchen, und der Polizeiinstruktor gab dann im Interview Auskunft darüber, welches die entscheidenden Dinge seien, die man trainieren müsse, um in einer  Extremsituation mit seinem Wagen nicht ins Schleudern zu geraten. Der  Instruktor sagte sinngemäss:
“Das Wichtigste, was man trainieren muss, ist der Blick. Menschen tendieren in einer Gefahrensituation dazu, in Panik zu geraten, die Übersicht zu verlieren. Der Blick geht dann dorthin, wo das Hindernis  ist und die Gefahr droht. Die Hände lenken das Fahrzeug in die Richtung, in die der Blick geht. Das erklärt auch, weshalb viele  Schleuderfahrten an einem Baum, einem Laternenpfahl, Pfosten etc. enden,  auch wenn sonst weit und breit kein Hindernis ist.
 Es gilt also, zu trainieren, den Blick und die Aufmerksamkeit in die  Richtung zu richten, wo keine Gefahr droht, wo freie Fahrt möglich ist, also in die gewünschte Richtung. Wenn der Blick dorthin geht, dann folgen die Hände automatisch und tun das Richtige, um den Wagen aus der Gefahrenzone zu bringen.”

Quelle: 

In diesem Sinne bis zum gesunden und munteren Wiedersehen im nächsten Jahr  ....

Samstag, 15. Oktober 2011

Deckenprojekt Schafwolle Teil 1 mit Wolle vom Rhönschaf..."Schaf der Königin"

...habe ich geschenkt bekommen. Ich fragte euch ja in einem der letzten Posts, ob ihr wißt welches das Schaf der Königin ist. Die Geschichte des Rhönschafs: 


Das Leben des bisher zurückgezogenen Rhönschafs änderte sich wohl am 10. Oktober 1813 dramatisch, als nämlich die Truppen des Kaisers Napoleon durch die Rhön zogen. Der Kaiser bekam "königliches"  Fleisch vorgesetzt, fand Gefallen daran und "importierte" diese Schafe nach Paris. So erhielt das Schaffleisch den Namen "mouton de la reine" übersetzt " Schaf der Königin und wegen einer  "damaligen Sprachverwirrung verirrte sich die Königin “la reine” in die Rhön – der Name Rhönschaf war geboren." G. Albach, 2008


Hier kann man auch sehr schön die "königliche" Halskrause erkennen. 
 
 
Das Rhönschaf ist ein Mittelgroßes bis großes Schaf. Weiß, auch die Beine. Der Kopf ist schwarz und bis hinter die Ohren unbewollt. Leicht ramsnasig, hochbeinig und hornlos. Die Wolle ist schlicht.

Herkunft:
Die erste namentliche Erwähnung in der Literatur erfolgte 1844, doch gilt es als sicher, dass diese Rasse schon wesentlich früher bestand. Zu dieser Zeit kam das Rhönschaf von Thüringen bis zum Harz und im Quellgebiet der Werra vor. Im Verlaufe der Zeit wurden andere Rassen eingekreuzt, somit ging der Bestand reinrassiger Tiere zurück. Die Rasse eignet sich gut zur Haltung im rauen, feuchten Klima der Mittelgebirgslagen.

Wolle: Der Wollertrag bei Muttertieren beträgt 3-4 kg, bei Böcken 5-6 kg. Die Wollfeinheit liegt bei 32-37µ. (Feinheit C bis D). Die Wolle läßt sich sehr gut spinnen und ausgezeichnet verfilzen. Die Farbaufnahme ist gut.  


Ich bekam wie gesagt, 2 Säcke mit herrlicher Rhönschafwolle geschenkt. Nach dem Waschen und Kardieren erfolgte die Spinnprobe. Das verstrickte Quadrat 20 x 20 cm aus Rhönschafwolle, in der Collage ganz unten links, ist das erste Teil für mein neues Langzeitprojekt: 


Ich möchte eine Wolldecke aus verschiedenen Schafsorten und verschiedenen Mustern stricken, mal schauen wie weit ich komme. Vielleicht sollte ich die Teile ja auch lieber 40 x 40 cm stricken, damit es noch vor der Rente fertig wird ;-)) . Habt ihr dazu noch Tips, Erfahrungen oder Anregungen für Muster  und Größe ?

Montag, 26. September 2011

Das jährliche Walnuss Färbe - Ritual...

...läßt mich jetzt wieder täglich nach Feierabend mit der Natur verbunden sein. Hier im hohen Norden in Brandenburg scheint alles immer etwas später dran mit der Natur, habe ich so den Eindruck, wenn ich in den verschiedenen Blogs so lese, die schon ihre Nüsse geerntet haben. 

 
 Vor mehr als 40 Jahren pflanzte die nette Vormieterin unseres Hauses den Walnussbaum auf ihrem, nun unserem Grundstück. Inzwischen ist die nette Dame weit über 90 und neulich traf ich sie wieder auf der Straße und ihr Lebens-Motto ist: Immer das Beste aus Allem zu machen, so werde man alt, meint sie.

Am Wochenende stieg ich auch mal mit einer Leiter auf den Baum hoch und erntete mal eben auf die Schnelle von diesem Riesenbaum 10 Kilo Walnüsse in der grünen Schale...


...das ergab dann 5 Kilo grüne Schalen, die ich mit 10 Liter Wasser in einen Maurerbütt füllte und dann noch 400 gramm weisses Alpakagarn im Netz dazu gab, für mein nächstes Strickjackenprojekt. Die Alpaka wolle nahm ich dann nach 2 Tagen raus, zunächst war sie noch sehr hell, ließ sie an der Luft trocknen, nach der Reaktion mit Sauerstoff wurde sie etwas dunkler, aber ich werde sie nochmal reinlegen, damit sie noch dunkler wird.

 

Ansonsten sammle ich jeden Tag nach der Arbeit die Nüsse und Schalen auf. Die Nüsse hänge ich dann zum Trocknen in Zwiebelsäcke unters Dach wo die Sonne sie auch trocknen kann.



Die Nüsse werden dann über den Winter gegessen, für Gerichte mitverwendet und auch in Kuchen gerieben. Nüsse senken das Gesamtcholesterin und das LDL- Cholesterin. Die Ursache für die schützende Wirkung ist nicht bekannt. Wahrscheinlich ist das günstige Fettsäurenmuster mit vielen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren verantwortlich. Ernährungswissenschaftler in den USA weichen deshalb von ihrer bisherigen Warnung ( Kalorienbombe) ab und empfehlen den Verzehr von Nüssen. Eine Studie zeigte, dass wer fünfmal in der Woche Nüsse aß, ein um 48% erniedrigtes Herzinfarkt-Risiko aufwies.

Die grünen Schalen die ich vom Boden aufsammle, kommen in eine zweite Maurerbütt zusammen mit handgesponnener weißer Wolle und diesmal gab ich auch ein Probestück Pommernschafwolle mit hinein, das ergab eine faszinierende wilde Braunmischung.



Die anderen handgesponnen Garne für meine nächste Strickjacke sind vom : Leineschaf ( oben links) ostfriesischen  Milchschaf ( oben rechts), Scottish Blackface ( unten links) und vom Pommernschaf ( unten rechts sowie vom Angorakaninchen ( ohne Bild ;-).

 Jede Wolle hat ein bisschen eine andere Färbung, das begeistert mich jedes Jahr aufs Neue !


Walnuss spielt auch in der Naturheilkunde eine Rolle: es soll bei Hautkrankheiten wie Akne, Ekzemen, Ausschlägen,  Herpes sowie bei Problemen mit Magen und Darm helfen und ausserdem eine blureinigende Wirkung haben. Warum? Die Gerbstoffe der Blätter reinigen das Blut, indem sie Leber, Blase, Nieren, Darm und Haut anregen, Giftstoffe auszuscheiden. Anwendung: 1 EL Walnussblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und über längere Zeit (nicht mehr als sechs Wochen) hinweg bis zu drei Tassen täglich trinken. 

Die Griechen nannten den Walnussbaum  "Dios balanos": göttliche Eichel. Damit beschrieben sie den majestätischen Wuchs und den reichen Ertrag der Walnuss. Für mich ist das auch jedes Jahr aufs Neue wieder das Einläuten des Herbstes und mein tägliches Ritual, meine Meditation nach der Arbeit,  das mich mit der Natur, der Wolle und den Farben verbindet.

Fast jedes Jahr produziere ich so ein Teil aus Wolle und Walnussfärbung.


Nun erstmal nach in Bayern zur Mitgliederversammlung der Handspinngilde in der Fränkischen Schweiz.  Nun habt eine gute Woche und bis bald  !

Samstag, 24. September 2011

Brot und Salz...

....brachte ich einer Freundin heute als alten Brauch zum Umzug in ihr wunderbares neues Haus mit. Wir saßen gemütlich im Garten, lauschten Marie Boine und den Naturgeräuschen, klönten über die alten und neuen Zeiten, tauschten Buch und Musiktips, tranken leckeren Latte Macciato und aßen selbstgebackenen Apfelkuchen dazu. Es war wie immer bei unseren Treffen ein Fest der Sinne...


Mit dem obigen Bild, aus Wolle, Fäden, Stoffresten, Filethäkelei und Perlen, das ich ihr schenkte, wünsche ich ihr symbolisiert durch Rot und Orange Mut und Kraft alle Ideen umzusetzen, Optimismus,  Lebensfreude und Gesundheit.

 

 Das " Wollgemenge" packte ich dann alles in einen Rahmen. Im Moment habe ich eine Vorliebe für diese klassischen quadratischen Rahmen mit diesen abgeschrägten Passepartouts.

 

In der Magie kommt ja die Farbe Rot bei Ritualen zum Einsatz, welche Gesundheit, Fruchtbarkeit, Liebe, Mut und Kraft zum Ziel haben, und die Farbe Orange als Kraftspender, Stimmungsheber, Aktivierungsfarbe, als Farbe der Stärkung des Immunsystems und der Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte, sowie als Farbe der Freude und Geselligkeit, dieses soll all die Freiheitserrungenschaften unterstützen. 


Wieso schenkte man eigentlich Salz und Brot als alten Brauch beim Einzug in eine neue Wohnung oder ein neues Haus ? 



Brot und Salz galten über Jahrhunderte als kostbare Lebensmittel, die für Wohlergehen, Sesshaftigkeit und Gemeinschaft standen.

Brot war in ganz frühen Zeiten auch ein Symbol der Götter: Die Griechen huldigten Demeter, der Erdmutter, zuständig für Ackerbau und Fruchtbarkeit. Dem Mythos zufolge soll sie den Menschen den Getreidebau und das Brotbacken beigebracht haben. Auf ihr römisches Pendant, den Gott Ceres, geht der Begriff »Zerealien« (Feldfrüchte) zurück. Auch im Christentum haben Brot und Salz eine wichtige Bedeutung. So bittet man Gott um das täglich Brot, das den Leib Christi symbolisiert (Johannes, 6,35 : »Ich bin das Brot des Lebens«). Und im Matthäus-Evangelium heißt es: »Ihr seid das Salz der Erde« (5,13).


Salz war das erste Lebensmittel, das mit einem Zoll belegt wurde. Einst galt es als so wertvoll, dass man es gegen Juwelen tauschte. Die römischen Soldaten wurden mit dem »Salarium« entlohnt, das vor allem zum Kauf von Salz verwendet wurde – das englische Wort salary (Gehalt) geht darauf zurück. Als Symbol haben Brot und Salz eine wohlmeinende Bedeutung: In Russland ist es Brauch, einem Besucher als Zeichen der Freundschaft Brot und Tee anzubieten. Bei uns sind Brot und Salz als Gastgeschenk nach dem Einzug in eine neue Wohnung als guter Wunsch für das Wohlergehen zu verstehen. 


Gebacken wurde das Brot von mir aus Dinkelmehl mit Fenchelkörnern und Koriander: 


 500 Gramm Dinkelmehl, 300 ml lauwarmes Wasser, 2 Teel. Honig, 1 Päckchen Hefe, 1 Tel. Salz, 1 Eßl. Fenchelkörner, 1 Eßl. frischgemahlener Koriander.


Abends ging es dann noch zu einer herrlichen Lesung mit Musikbegleitung. Gelesen wurde aus dem Buch von Astrid Lindgren, einer meiner Lieblingsautorinnen, aus dem Buch: Das entschwundene Land. 



Das Buch ist das einzige Buch das Astrid Lindgren für Erwachsene geschrieben hat und es besteht aus Erinnerungen an Lindgrens Eltern und ihre eigene Kindheit und daran, wie sie selbst mit dem Schreiben begonnen hat. Sehr lesenwert...

Kennt ihr noch andere alte Bräuche wenn jemand in ein neues Haus oder eine neue Wohnung einzieht ?

Ich wünsche euch einen angenehmen Herbstsonntag morgen, das Wetter soll ja super altweibermäßig werden , sonnig bis 21 Grad !