Hinschauen, Uns reflektieren, Handeln. Die Ausstellung von Gabriele Schmidt Wendland-hautnah.de ist nach der Kulturellen Landpartie, die bis Pfingsten geht, noch weiterhin zu sehen.
"Mietnomaden" von Gabriele Schmidt, mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin
Zu den Installationen: "Sie bestehen aus Gegenständen und Materialien vergangener Zeiten, irgendwo gefunden, erstanden oder gesammelt. Alle bringen eine eigene Geschichte mit, tragen Zeichen der Zeit, die in besonderer Weise in die neuen Objekte einfließen und ihnen damit eine außergewöhnliche Ausstrahlung geben." Quelle Homepage Gabriele Schmidt. War mal wieder einige Tage unterwegs im Wendland zur kulturellen Landpartie.Wendland- Hautnah.
Auf dem Hof könnt ihr ebenso die Werke der Filzfantastin Antje Spychay bewundern!
Sehenswert der Hof , das Anwesen, der Feldrundgang mit Installationen und Bienenweiden. Während der Landpartie gibt es dort auch Getränke, Kaffee und sehr leckeren Kuchen!
Bienenweide Phacelia
Diese Ausstellung von Gabriele Schmidt wirkt sehr lange nach, ist sehr besonders und unbeschreiblich. Lasst sie euch nicht entgehen! Bereits in Berlin vor vielen Jahren haben mich die Ausstellungen von ihr bei Kunst offen in Berlin- Neukölln sehr beeindruckt. Es gäbe noch viel zu schreiben zum Wendland, dafür gibt es den Reisebegleiter, da kann sich jeder orientieren. Aber diese Ausstellung in Gistenbeck im Wendland war mir das Eindrucksvollste!
Ungeplant mußte ich diesmal länger auf meinen Urlaub warten. So war ich ziemlich erholungsbedürftig und immer wieder kann ich mich dann darauf verlassen, dass mir die Natur sehr schnell wieder hilft mich zu regenerieren. So war ich 1 Woche einfach nur immer wieder sehr lange im Frühlingswald unterwegs, gewandert, habe den Wald belauscht, gespürt, Farben und Formen auf mich wirken lassen, bin im kalten See geschwommen, habe im Wald gesponnen, alles achtsam und tief genossen und mich bald wieder lebendiger gefühlt. 1 Woche ohne Netz, das tat auch gut! Dieses helle neue Grün im Moment ist wirklich immer wieder eine ganz besondere heilsame Wohltat! Hier habe ich euch ein paar Erholungsbilder mitgebracht!
Das Alter dieser Rotbuche wird auf 250 bis 300 Jahre geschätzt. Ihr
Stammumfang in 1,5 Meter Höhe beträgt etwa 6,5 Meter, ihre Höhe mehr als
20 Meter. Sie soll wohl die größte und massenreichste Buche Brandenburgs sein. Der Sage nach hatte der Förster den 30. Geburtstag seiner Frau Silke vergssen. Voller Gram habe er daher beschlossen sich an dieser Buche zu erhängen. Der Förster traf ein Männlein, das ihm riet diese Buche seiner Frau zu schenken. Der Förster ging heim und kam mit Silke zurück. Seither trägt die Buche den Namen "Silke"
"Die vielfältigen Sinneseindrücke, wie das Zwitschern der Vögel und der
Geruch von Tannennadeln, stimulieren die Aktivität des Parasympatikus,
so der Biologe Clemens Arvay, zur Heilkraft der Bäume. "Das ist ein wichtiger Teil unseres Nervensystems, der
für Erholung und Regeneration bis auf Zellebene verantwortlich ist."
Habt ihr eine Idee was dieses Bild unten zeigt?
Ich wünsche euch weiterhin eine schöne genussvolle Frühlingszeit!
Am Wochenende mit der Spinngruppe " Die Hofspinner" aus Zehdenick" regional unterwegs ...
Erst waren wir bei der Wollmühle Funke - einfach beeindruckend Alles! (Achtung Werbung unbeauftragt.) Sie sind ein kleines Familienunternehmen, welches sich mit der
Verarbeitung von Naturfasern zu Garn und Filz beschäftigt. Als erste
Wollspinnerei in Brandenburg, die auch kleinste Wollmengen ab 500 g
maschinell verspinnen kann, bieten sie ihre Dienstleistung Tierhaltern
mit kleinen und mittleren Beständen an. Sie verspinnen Fasern
vom Alpaka, Lama, Kamel, Ziege, Hund und Angora- Kaninchen. Man kann die Wolle hinschicken und sie stellen daraus Garne in verschiedenen Stärken nach
den Vorstellungen der Kunden her, auch Vlies als Füllstoff, Kardenbänder oder Filz.
Dieser Maschinenpark ist beeindruckend und zu bewundern, wenn jemand
Rohwolle bis zum Garn verarbeitet! Im Moment beträgt die Wartezeit 9
Monate. Der Bedarf ist also da!
Erst muss der Dreck raus..
Dann muss die Wolle gewaschen werden..
Dann Kardieren..
..dann strecken..
...dann wird das Vorgarn versponnen ...
...auf Spulen...
..dann verzwirnt...
Je nach Kundenwunsch gehaspelt und für Stränge ...
...oder zu Knäuelen gewickelt...
Manche Tiere sind auch schon in Frühlingsstimmung :-)
Nach einem Picknick am Schloss, ging es weiter zum Spinnradbauer Henkys. Für das Spinnrad einer Spinnfreundin den Dornröschenaufsatz abholen und gleich ausprobieren. Spinnradaufsatz mit frei fliegender Spindel mit Spule für Garne in freier Gestaltung. Genial!
2017 ist ihnen das " Brandenburgische Umweltsiegel" verliehen worden und damit die ökologische Ausrichtung ihrer Arbeit gewürdigt worden. --> Hier zu sehen.
Ich stricke weiter an meiner Babyalpakadecke. Ihr wißt ja ich bin mehr die Spinnerin und Stricken dauert meistens ewig bei mir. Immerhin habe ich inzwischen schon 40 cm bei einer Breite von 80 cm. Bin vermutlich fertig, wenn das Enkelkind in den Kindergarten kommt ;-) Ist dann gleich fürs nächste Enkelkind. Positiv denken :-)
Nun möchte ich noch meine neuen Leserinnen begrüßen, schön dass ihr da seid und...
... nun geht es ja auch schon wieder im Garten los, Wollwäsche, Hochbeete, Färbergarten,... Habt ihr noch andere interessante textile Orte die man als Spinngruppe in Berlin und Brandenburg besuchen könnte?
Auf besonderen Wunsch meiner Blogleserinnen, hier also der 1. Bericht zu meiner Reise: Auf den Spuren der Seide in Thailand und Kambodscha.
Über die sehr anregende und berührende "360" - Geo Reportage, " Die Seele der Seide", die von der vom jahrelangen Bürgerkrieg zerstörten und wiederbelebten Seidenweberkultur in Kambodscha berichtet, erfuhr ich von der besonderen Geschichte der Seidenverarbeitung in Kambodscha.
Diese Seidenproduktionsstätten in Asien selbst einmal zu besuchen, reizte mich sehr und so begab ich mich vor 1 Jahr auf eine Reise durch Kambodscha. Zunächst landete ich in Bangkok.
Von einer meiner vorherigen Asienreisen waren mir Bangkok und Thailand schon etwas bekannt. Darüber habe ich hier schon unter Textile Impressionen aus Thailand berichtet. Doch konnte ich damals direkt nach der großen Flut Katastrophe nicht alles besuchen. So war ich damals z.B. in der Anantasamakhom Thronhalle, die ich jedem textil Interessierten, der mal in Bangkok ist, nur ans Herz legen kann.Das beeindruckenste Webstück was ich dort gesehen habe, ist ein Wandteppich in den hunderte dieser grünen Käferflügel eingearbeitet sind, so dass der ganze Teppich glänzt und leuchtet. Die Käferflügel werden erst verwendet, wenn die Käfer tot sind. Es gibt sehr viele Kusntwerke traditioneller Seidenarbeit dort zu besichtigen.
Leider konnte ich vor ein paar Jahren nicht in das Jim Thompsons Haus. Das habe ich letztes Jahr nachgeholt und wenn man Zeit hat, sollte man sich das auch nicht entgehen
lassen. Jim Thompson war ein US- amerikanischer Unternehmer (geboren 1906 und mysteriös verschwunden 1976), der wesentlich dazu beitrug die Seiden und
Textilindustrie in Thailand zu revolutionieren. Bei einer Führung wird man durch das ehemalige Wohnhaus geführt und erfährt dabei über die Geschichte der Seidenindustrie in Thailand.
Immer wieder schön sind die Märkte in Thailand. Hier z.B. Textilien aus Hanffasern.
Weiter ging es dann nach Phnom Phen der Hauptstadt von Kambodscha. Die Stadt war unheimlich voll, da gerade das Wasserfestival am Flussufer des Tonle Sap stattfand. Das traditionelle Wasserfest Bonn Om Toeuk, fällt auf den Tag des Vollmondes und das ist auch genau der Tag, an dem der Tonle Sap seine Fließrichtung ändert. Der Tonle Sap ist nämlich ein
einzigartiger Fluss und einer der ganz wenigen auf der Welt, welcher
seine Fließrichtung zweimal im Jahr ändert. So fließt er zunächst vom
Tonle Sap in den Mekong und dann anders herum. Für die Menschen
bedeutete dies, dass früher einfach Waren Fluss auf und ab transportiert
werden konnten. Auch heute noch ist das Water Festival ein beliebtes
Fest und wird mit Glück für die Bewohner Phnom Penhs in Verbindung
gebracht. Auch Nachts waren die Menschen, die aus dem ganzen Land angereist waren, unterwegs. Überall wurde gefeiert, gegessen und getanzt.
Nach dem Besichtigen einiger Sehenswürdigkeiten, wollte ich auf jeden Fall noch die Seideninsel besuchen. Das Silk Island ist als kleiner
Touristenpark angelegt, der auf der kleinen Insel Koh Okhna Tey eine der Mekong
Inseln, liegt. Wohl jeder Tuk Tuk Fahrer in Phnom Penh kennt die Silk Island und
fährt einen gerne hin, da dies ein gutes Tagesgeschäft für den Fahrer ist, der
damit seine Familie ernähren muss.
Wir haben nach einem Aushandlungsprozess für
die Hin- und Rückfahrt 20 US-Dollar bezahlt. Erst fanden wir das sehr teuer für
Kambodscha, doch als wir mitbekamen, wie teuer hier das Benzin ist und auch die
Fähre, die uns dann über den Mekong brachte, staunten wir eher, wie wenig für
den Fahrer als Verdienst übrigblieb, im Vergleich zur der Zeit, die er uns zur
Verfügung gestellt hatte. Insgesamt waren wir 4 Stunden unterwegs, jeweils 1
Stunde hin und 1 Stunde zurück zur Insel und 2 Stunden im Seidendorf unterwegs.
Normalerweise ist November/ Dezember in Asien die kühlste Jahreszeit für uns
Europäer, mit 25-28 Grad, doch 2017 war es besonders heiß, auch ungewöhnlich
für die Kambodschaner um diese Zeit so 28-32 Grad. So empfahl es sich besonders
früh zu dem Seidendorf unterwegs zu sein, sodass wir gegen 11.30 Uhr wieder in
Phnom Penh zurück waren.
Auf der Hinfahrt ging es zunächst
eine Weile in Phnom Penh am Mekong entlang, dann setzten wir mit dem Tuk Tuk und
dem Fahrer mit einer Fähre über den Mekong auf die Insel und anschließend fuhr
man noch eine Weile durch eine herrliche Landschaft mit Feldern, Bananenplantagen und
landwirtschaftlicher Produktion, bevor man in das Seidendorf kam. Der Eintritt
in das Seidendorf kostete nur 1 US Dollar pro Person. Es gab eine Führung in
Englisch, die einem die gesamten Schritte der Seidenverarbeitung vom Kokon zum
fertigen Schal oder Stoff vorführte. Um einen Seidenfaden zu spinnen nahmen die
Frauen dort, die Fäden von 20 Kokons auf und führten es uns auch vor und ließen
uns probieren wie es geht, diese Kokonfäden zu einem Faden zu spinnen.
Auf einfachen Arbeitsinstrumenten entstehen die fantastischsten Seidenstoffe einfach faszinierend!
Unter Dächern im Freien standen in
diesem Dorf 20 große Webstühle, auf denen die Frauen kostbare Seidenstoffe
webten.
Die Webstühle haben im Durchschnitt so 40 Schäfte, mit 4000 Fäden. Die
Frauen benötigen 1 Monat um eine neue Kette auf den Webstuhl zu ziehen und um 1
Meter dieses feinen Seidenstoffs zu weben, brauchen sie 2 Tage.
Auf der Insel gab es auch die
Hütten zu sehen, in denen die Seidenraupen, deren Kokons zur Seidengewinnung hier
verwendet werden, gezüchtet wurden. In Kambodscha sind die Kokons von Natur aus
gelb und in China Weiß wurde uns erklärt.
Vorgeführt wurde die Garnproduktion
von den Kokons über das Garn bis hin zu der Weberei. Angeschlossen an die
Produktionsstätte war ein kleiner Laden, in dem man die Kostbarkeiten kaufen konnte.
Die Frauen wohnen, arbeiten und leben hier mit ihren Kindern. An den
Wochenenden sind die Insel und das Seidendorf mit seiner schönen Lage am Mekong
Fluss ein Ausflugsziel für kambodschanische Familien.
Von Phom Phen ging die Reise mit dem Bus erst in den südlichsten Teil und an die Küste von Kambodscha und von dort dann wieder in den Norden. Dazu gehts dann im nächsten Beitrag weiter.
Nächstes Wochenende ist ja schon der 1. Advent. Da sitze ich auf dem Kamelhof in Nassenheide und spinne Kamelwolle mit Sariseide. Vielleicht sehen wir uns dort!
Nun kommt unbeauftragte Werbung:
An allen Adventswochenenden Samstag und Sonntag 14 - 18 Uhr
Auf dem Kamelhof in Nassenheide, Am Dorfanger 12
Kleiner stiller Markt * Kunsthandwerk * Geschenke * Schätze
Friedliche Kamele in der Scheune * Feuer * Essen * Trinken