Sonntag, 15. April 2012

Perlen - Coils

Mit Birkenblättern und Krappwurzel gefärbte Merinowolle, versponnen und dann mit einem dünnen Faden, auf den ich vorher Perlen aufgefädelt hatte, verzwirnt  = Perlen- Coils.

Perlencoils

Angeregt durch Steph, habe ich dann mit diesen Perlen-Coils heute im Sonnenschein, meine  Kartei für Pflanzenfärberei mit einem neuen Frühlingskleid beglückt. 

Pflanzenfärbekartei mit Perlen - Coils
Perlencoils
Herzlichen Dank für eure vielen Kommentare zu dem Perlengarn, da war ich ja ganz überwältigt. Das Gestrickte soll ein Tuch werden, das habt ihr richtig erraten, aber das dauert ein bisschen, bis ich das fertig zeigen kann, ich bin da nicht so eine schnelle Strickerin wie die meisten von euch.
Habt einen schönen Sonntag !

Freitag, 13. April 2012

Perlengarn handgesponnen


Mal wieder ein Perlengarn gesponnen... 

Perlengarn
 Von einem Spinntreffen hatte ich  mal dieses wollige "Spinnfutter" mitgenommen.

"Spinnfutter" Milchschaf gefärbt mit Farbmischung Krapp, Cochenille, Zwiebel
Brav war gestern "Spinnfutter"

handgesponnenes Garn und dünnes Wollgarn von der Kone plus Rocaille Perlen
Perlen werden aufgefädelt

handgesponnenes Garn, Konengarn und aufgefädelte Perlen

Jedes Knäuel kommt in ein Schälchen und wird dann miteinander verzwirnt, dabei läßt man in Abständen die Perlen mit einlaufen

Perlengarn verstrickt

Perlengarn
Herzlichen Dank für eure Kommentare zu dem Frühlingsponcho.

Und laßt euch nicht von Freitag dem 13. verrückt machen, denn dieser Aberglaube läßt sich auch als eine "selbsterfüllende Prophezeiung" verstehen. Dieses Phänomen bzw. der Begriff stammt aus der Soziologie  und bedeutet soviel wie: Wenn man fürchtet, dass am Freitag den 13. mehr schief geht als sonst, wird das auch passieren. Das eigene Verhalten führt dazu, dass sich die Erwartungen bestätigen.
Die Angst vor der Zahl 13 ist der vielleicht am weitesten verbreitete Aberglaube. Es gibt sogar einen psychologischen Fachausdruck dafür: „Triskaidekaphobie“ heißt die übersteigerte Furcht vor der 13. So lassen z.B. viele Hotels die Zimmernummer 13, viele Fluggesellschaften die Reihe 13 aus, um Probleme zu vermeiden. Als es im Mai 1927 ausgerechnet am Freitag, den 13., zu einem großen Börsencrash kam, machte bald der Ausdruck schwarzer Freitag die Runde.

In diesem Begriffspaar verbinden sich gleich zwei abergläubische Vorstellungen: Der Freitag und die Dunkelheit.Apropos schwarz - auch schwarze Katzen sollen ja bekanntlich Unglück bringen. Textquelle 

Aber wie gesagt, wenn ihr nicht fürchtet dass was schief geht,dann wird auch  nichts passieren....
In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Freitag

Mittwoch, 11. April 2012

Frühlings- Poncho mit Fallmaschen

Nachdem die Kälte nun nochmal zurück kam, war mir eher nach einem etwas wärmeren Frühlingsteil, auch für kältere Abende im Sommer geeignet. So wurde über Ostern dieser Poncho fertig gestellt.

Frühlingsponcho

Für diesen Frühlingsponcho aus 300 gramm handgesponnener Indigo- und Blauholzgefärbter Wolle suchte ich mir nun alle diese  Garne aus meinen Vorräten zusammen und strickte es mir ganz luftig.  Ich liebe ja diese einfachen Teile mit effektvollen Garnen.

Alpaka und Schafwolle handgesponnen mit Indigo und Blauholz gefärbt

 Im Moment war mir einfach nach Blau stricken. Vielleicht wegen des Frühlings ....und dem blauen Band....
Frühling

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike


Blau soll die Lieblingsfarbe von 38% der Deutschen sein. Blau soll die Fähigkeit besitzen beruhigend zu wirken und ein Gefühl von Schutz und Sicherheit zu verbreiten, dies soll auf ihre kurze Wellenlänge zurückzuführen sein. Durch die Assoziation zu Meer und Himmel wird sie als stabil und vertrauenswürdig empfunden.

Muster mit Fallmaschen:  Immer 3 rechte und 3 linke Maschen stricken und dann beim Abketten wird die mittlere linke Masche fallen gelassen
 Blau bedeutet als positive Seite auch Phantasie, utopische Ideen, die in der Ferne liegen, vielleicht passt es weil ich ja gerade solche utopischen Ideen ausbrüte...Blau ist eine Außenfarbe. Als Raumfarbe soll Blau angeblich ungemütlich sein, habt ihr damit Erfahrung ?

Glatt rechts
Blau symbolisiert ausserdem  Sympathie, Harmonie, Freundlichkeit, Freundschaft, Treue, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Sehnsucht, Kälte, Kühle und wie schon gesagt Fantasie. Blau ist die Farbe der Ferne. Eine Farbe wirkt um so näher je wärmer sie ist und um so ferner je kälter sie ist. Blau schafft Raum, Perspektive.  Blau ist die Komplementärfarbe zu Orange.  Kaltes Blau ist symbolisch eine abweisende Farbe: Farbe der Gefühllosigkeit, des Stolzes, der Härte. Blau bedeutet aber auch Entspannung, Stille, Ruhe. 

Frühlings-Poncho in Indigo und Blauholz

Die  Anleitungsanregung habe ich mal von einem Bild im Internet aus einem Katalog. Gestrickt dann mit meiner handgesponnene Wolle und für meine Größe. Bei meinem Modell hatte ich 55 MA angeschlagen, dann 40 cm im Grundmuster gestrickt aus der Anleitung, dann 34 Maschen abgekettet, dabei die Maschen fallen gelassen und auf der Rückreihe wieder aufgenommen. Dann wieder 40 cm  gestrickt und beim Abketten wieder Maschen fallen gelassen. 

Alpaka und Schafwolle handgesponnen mit Blauholz und Indigo gefärbt

Vorne und hinten habe ich dann jeweils in glatt rechts noch 1 Rechteck angestrickt, an den Seiten ist es offen. Das Teil ist also leicht, frühlingsluftig und trotzdem wärmend aber nicht zu warm. Der Poncho beinhaltet wie ihr seht sehr viele Blautöne so dass ich für alle Farbpsychologischen - Bedeutungen gewappnet bin  ;-).
Euch einen schönen Tag 

Montag, 9. April 2012

"Eier" aus Brennesselgarn und Brennessel - Oster-"Kekse"

Dieses handgesponnene Brennessel-Garn aus Nepal in Form von 2 Eiern bekam ich zu Ostern geschenkt,  zusammen mit diesen wunderschön mit Naturfarben gefärbten und verzierten Eiern.  

Brennesselgarn handgesponnen und Eier verziert und mit Naturfarben gefärbt
Immer wenn ich etwas Handgemachtes geschenkt bekomme, bin ich besonders berührt. Ich weiss was da für eine Hand-Arbeit und welche Zeit da drin steckt und empfinde so etwas Handgemachtes immer als besonders wertvoll und sage DANKE liebe Liselotte. Ich bin sehr berührt ! 

Eier mit Naturfarben gefärbt
Auch heute noch nimmt man in Nepal die mühevolle Faserherstellung der Faser wegen ihrer feurigen Trageeigenschaften  in Kauf. Die dort heimische Girardinia diversifolia wird über 3m hoch. Sie wird von Hand geerntet und geschält, dann wird der Bast über Nacht in ein simmerndes Holzaschebad gelegt, welches später zum Düngen der Felder verwendet wird. Am anderen Morgen werden die ausgelösten Fasern auf Steine geschlagen und mit Lehm abgerieben, um die noch verbliebenen Rindenreste zu entfernen. Danach werden die Garne von Hand gesponnen, verstrickt oder auf einfachen Handwebstühlen zu Stoff verwebt. 

Brennesselgarn handgesponnen

Wie alles in der Natur, so haben auch diese Stoffe keinen gleichmäßigen Farbton, die Töne variieren von strohfarben bis graubraun oder gar dunkelbraun und geben dem fertigen Stück eine wunderschöne, lebendige Farbmaserung. Die individuelle Handschrift der Weberin und Spinnerin macht jedes Stück zu einem Einzelstück - Stoff in seiner ursprünglichsten, reinsten und ökologischsten Form. Das Material hält und schützt die Körperwärme, ist kochfest und wird mit zunehmendem Gebrauch schöner und weicher. Auch vor 5300 Jahren wurde die Brennessel offensichtlich schon verwendet, denn es wurde nachgewiesen, dass der Mann aus dem Eis " Ötzi" die Befiederung seiner Pfeile mit Brennesselfasern gebunden hatte. Heutzutage ist es sehr mühevoll Brennesselfasern herzustellen, ich glaube das Hauptproblem bei der Gewinnung der Brennesselfaser, ebenso bei Leinen, ist wohl die Röste,  auch Rotten (früher Röthen) genannt.

Ostergeschenk Cochenille

Bei der Tauröste, auch Feldröste genannt, werden die geschnittenen oder gerauften Pflanzenstängel auf dem Feld oder einer Wiese ausgelegt. Die Taubildung begünstigt die Entwicklung von Mikroorganismen (vor allem Bakterien), die die Pektine auflösen. Dieser Vorgang dauert über mehrere Wochen an. Er ist ökologisch günstig, da die ausgelösten Bestandteile in den Boden übergehen und bei einer erneuten Bepflanzung des Feldes weniger gedüngt werden muss. Die Tauröste ist aber ebenso risikoreich, da die gesamte Faser-Ernte durch übermäßigen Regenfall zerstört werden kann. Trotz allem ist sie das wichtigste Verfahren bei der Produktion von Flachsfaser. Der Trick bei der Fasergewinnung ist wohl die Röste, die bei Brennesseln schnell in Fäulnis statt Gärung umschlägt und so zum Verderben des Materials führen kann.  Hat das schon einmal jemand von euch versucht die Brennesselfaser zu gewinnen durch  schneiden, rösten, brechen usw ? 

Eis im Garten am Ostersonntag in Brandenburg 8.4.2012

Osterwetter in Brandenburg. Ein Glück kein Schnee wie in Bayern. Hier war gestern in der einen Ecke meines Gartens Eis , nachts -1 Grad und in der anderen Ecke blühen die Tulpen, echt verrückt ! 

Tulpen am Ostersonntag in Brandenburg 8.4.2012

So nun war ich eben noch Brennessel sammeln und heute gibt es "Osterkekse" aus Brennesseln bei mir. 
 Hier das Rezept für euch: ca. 5 Handvoll Brennesselblätter, wieder aussortieren, die harten Teile wegschneiden und in kochendem Wasser ca. 3  Minuten blanchieren, danach kalt abspülen in einem Sieb. Mit Küchenpapier abtrocknen und mit einem Kräutermesser fein hacken. Die gehackten Brennessel, würze ich mit etwas Salz, Muskatnuss und Koriander und verrühre es dann mit einem Ei. Anschließend füge ich etwas Dinkelmehl ca. 3-4 Esslöffel je nach Bedarf dazu ( geht natürlich auch mit anderem Mehl) , bis sich aus dem Teig kleine Kekse formen lassen. Das ganze backe ich dann in der Pfanne aus, ich nehme gerne auch Ghee  da ich viel indisch koche, es geht natürlich auch Olivenöl. Das Ganze dann als Vorspeise, passt aber auch zu Fisch und Fleischgerichten. Guten Appetit.  

Brennessel- " Kekse"

Brennessel- "Kekse"

Heute ist auch noch Gedenktag für mich, heute wäre meine " Maler-Oma" 97 Jahre alt geworden.  

Ostern (lateinisch pascha, von hebräisch pessach) ist ja im Christentum die jährliche Gedächtnisfeier der Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament als Sohn Gottes den Tod überwunden hat. Der im Deutschen gebräuchliche Name Ostern ist altgermanischen Ursprungs und hängt wohl mit der Morgenröte und der Himmelsrichtung „Osten“ zusammen: Der Ort der aufgehenden Sonne gilt im Christentum als Symbol des auferstandenen und wiederkehrenden Jesus Christus. Viele Osterbräuche sind außerchristlicher („heidnischer“) Herkunft. Im Christentum erstrecken sich die Gottesdienste in den meisten Liturgien ( religiöse Zermonien) von der Feier des letzten Abendmahls am Gründonnerstag, dem Vorabend des Karfreitags, über den Karsamstag, den Tag der Grabesruhe des Herrn bis zum Anbruch der neuen Woche am Ostersonntag. Mit diesem beginnt die österliche Freudenzeit („Osterzeit“), die fünfzig Tage bis einschließlich Pfingsten dauert. In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute und kreative „ Freudenzeit“.

Und danke noch mal für eure vielen Kommentare
Viele Grüße Anke

Sonntag, 8. April 2012

Frohes Osterfest

Das Schmücken von Eiern gehört ja mit zu den ältesten Zeugnissen künstlerischer Gestaltung, denn im Ei sah man das Symbol für den Ursprung allen Lebens. Die einfachste und älteste Art, ein Ei zu schmücken, ist das bloße Färben. Belege dafür finden sich schon bei den alten Ägyptern und Persern.  Ich hatte gestern Gelegenheit, das Verzieren der Ostereier nach der sorbischen Wachstechnik bei einer echten Spezialistin kennen zu lernen, die die Eier unten alle verziert hat, bis auf das einfache lila Ei mitte rechts, das war mein erster Versuch mit Wachs und Federn.

Eier mit sorbischer Wachstechnik verziert
 Die Sorben sind die Angehörigen einer slawischen Minderheit in Sachsen und Brandenburg, die hauptsächlich in der Lausitz ansässig sind. Die Sorben, zu denen etwa 60 000 Menschen zählen, stammen von Slawen ab, die bereits ab dem 7. Jahrhundert n. Chr. im heutigen östlichen Deutschland und westlichen Polen lebten. Das Ostereierverzieren geht auf jahrhundertealte Bräuche zurück und kann heute zurecht als Kunsthandwerk bezeichnet werden.

Ostereier in sorbischer Wachstechnik in einem Nest aus Milchschafwolle mit Brennessel gefärbt

Die sorbische Verzierungstechnik ist nur eine von vielen, denen wir auf der Welt begegnen. In der  Lausitz ist diese Tradition heute immer noch stark verwurzelt und von einer besonderen Wesensart durchtränkt, was wiederum zu eigenwilligen Formen geführt hat.
 
Färbeplatz
 Auf den ersten Blick fallen Kreise (”Sonnenräder”), Spiralen (”Ende und Anfang”) und Herzen als Gleichnisse der sich ständig wiederbelebenden Schöpfung auf. Wolfszähne ( Dreiecke) z.B.  symbolisieren Schutz vor dem Bösen und geben Kraft. Die Bienenzellenmuster bestehen immer aus sechs Dreiecken und symbolisieren den Frühling, Fleiß (fleißig wie ein Bienchen) und Emsigkeit.  Hier gesammelte sorbische Symbole und ihre Bedeutung.

Die Sorben sind richtige Spezialisten für die Verzierung von Ostereiern. Viele Techniken sind dazu beschrieben: Die Kratztechnik für Geduldige, Die Wachsbossiertechnik, die einfache Wachsreservetechnik und die mehrfarbige Wachsreservetechnik. Auch noch gute Anleitungen für die Verzierung von Ostereiern gibt es  hier  und hier .

Wer zu Ostern auch noch eine bienenfreundliche Alternative zu Weidensträußen sucht, der findet das hier gut beschrieben.


Ich wünsche Euch Allen ein 
FROHES OSTERFEST!