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Dienstag, 29. November 2016

Wolle, Seide und Eco Prints mit Ligusterbeeren gefärbt

Nun habe ich schon letztes Jahr bei sheepy die Ligusterfärbung bewundert und dieses Jahr wollte ich es nun selbst mal erfoschen. Ist ja nun fast das letzte an Färbepflanzen was jetzt noch in der Natur gesammelt werden kann. Der Färbsud sah sehr vielversprechend blau aus...


...die Leinen und Baumwollstoffe wurden auch wunderbar blau...


... nicht so tief blau wie Indigo, eher so ein feines blau und auch taubenblau, aber ...

 
.... Wolle und Seide wurde grün und die Eco Prints teilweise nur leicht blau bis grau, was aber bei den Drucken sehr apart aussieht und ich bin sehr zufrieden mit dieser Variante, da die Drucke auch nicht in Blau verschwinden sollten. Ist ja immer ein Abenteuer mit dem Färben und Drucke zu überfärben ist ja auch immer ein Risiko, dass die schönen Blattdrucke dann ganz verschwinden.


Die Mohairlocken von Marias Mohairziegen, Neongelb und Neongrün, echt krass!  Wie du siehst liebe Maria, hüte ich deine herrlichen Mohairlocken wie einen Augapfel und färbe immer mal einige mit.

Die Natur ist schon sehr erstaunlich. Danke für eure Kommentare und das Mitraten zum Färben im letzten Post. Danke für eure Fürsorgegedanken, aber ihr müßt euch keine Sorgen machen, das läuft hier alles ganz gemächlich! Wünsche euch einen schönen Tag!
creadienstag

Dienstag, 15. September 2015

Eco Print auf handgewebtem Leinen - mit Indigo gefärbt

Lange lag dieser handgewebte Leinenstoff. Unbenutzte Bettbezüge von meiner Oma...und ich überlegte was ich mit dieser textilen Erinnerung machen soll. 

 

Da ich von diesen handgewebten Teile mehrere Bezüge und große Kissenhüllen habe, möchte ich mir gerne Kleidung, Kissenbezüge und Accesoires daraus nähen. Der Stoff ist teilweise weiss und auch in Karo. Um zu sehen wie er sich bedrucken und färben läßt, nahm ich jetzt erstmal einen Teststreifen. Diesen kochte ich in Soda und mit Seifenflocken zunächst 1 Stunde aus, damit er die Farbe annimmt. Den Streifen legte ich in selbstgemachte Eisenbeize, das habe ich hier beschrieben, wie ich die mache. Danach entstanden diese  Eco Prints mit Essigbaumblättern, die ich anschließend mit Indigo überfärbte. Das Ergebnis seht ihr hier. Das waren sicher nicht meine letzten Färbungen dieser Art



Euch auch einen creativen Dienstag !

Montag, 20. Juli 2015

Meine Eco Print Anleitung und Kurse

Ihr wolltet mir mal über die Schultern schauen, bei meinen Eco Prints. So habe ich mal für euch dazu einen Beitrag gemacht. Falls ihr die Bücher, die ich unten angegeben habe dazu nicht habt. Ihr könnt auch gerne einen Kurs dazu bei mir besuchen. Neuer Termin für 2017 ist der 29. Juli in meiner Werkstatt WolleNaturFarben.
 

Im Sommer einfach mal ein paar frische Blüten und Blätter aus dem Garten oder Umland gesammelt und schon geht es los: 


Diesmal habe ich nur Baumwolle und Leinen als Unterlage verwendet. 
1. Zuerst zur Vorbereitung: Als erstes überlege ich ob ich einen neuen Stoff färben will oder von meinen vorhandenen Stoffen, mit älteren Eco Prints ( verblassen mit der Zeit, nach ca. 2-3 Jahren) etwas überfärben will.  Ich besitze inzwischen von meiner Oma geerbte und von meiner Mutter nicht mehr benötigte alte weiße Bettwäsche, Tücher, Leinen. Echte Schätze ! Das kann ich euch nur raten,da mal nachzufragen was dort noch so im Schrank liegt und nicht benutzt wird. Wenn ich ganz neue weiße Baumwolle, Leinen oder Hanf nehme muss ich die Stoffe erstmal gründlich vorbereiten, damit sie die Farbe gut aufnehmen. Zuerst wasche ich alles bei 95 Grad in der Waschmaschine.
 

Weiter geht es nach dem Rezept aus meinem allerersten Färbebuch  von 1985 von Gretel Feddersen- Fieler:  Farben aus der Natur. Waschen von Leinen, Hanf und Sisal: 500 gramm Garn werden 2 Stunden in einer Lösung aus 100 gramm Seifenflocken und 50 gramm reinem Soda in 8 Liter Wasser gekocht. Dann läßt man es über Nacht stehen und spült das Ganze danach gründlich aus. Anschießend soll das Material an einem schattigen luftigen Platz trocknen. Mit Baumwolle mache ich es ebenso.


2. Beizen der Stoffe: Nach dem Waschen müssen die Stoffe gebeizt werden. Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Alaun, Kaltbeize, EisenIII Kaltbeize ( habe ich hier beschrieben) , Tannin. Dieses Wochenende habe ich nur mit Kaltbeize und EisenIII Kaltbeize gebeizt. Ich lege die Stoffe in der Regel am Vortag ein.
3. Pflanzenmaterial: Einmal durch meinen wilden Garten sammle ich alles was mir über den Weg läuft. Auch getrocknetes Färbematerial kann dafür verwendet werden. Anregungen findet ihr hier.

 

4. Auslegen der Stoffe: Nach dem Beizbad wringe ich den Stoff aus und lege ihn feucht auf eine plastikbezogene Arbeitsfläche.

5. Belegen der Stoffe:  Das Belegen der Stoffe hat gerade zu etwas Meditatives. Dabei gibt es auch Unterschiede mit welcher Blattseite Blätter auf den Stoff gelegt werden. Immer wieder gibt es Überraschungen. Für mich diesmal war es eine große Überraschung, daß Waidsamen solch herrliche Farbabdrücke gab. Viele Ergebnisse sind nicht vorhersehbar, daher bleibt das Arbeiten spannend.

links oben: Eucalyptusblatt, rechts oben: Tagetes, links unten Waidsamen, rechts unten Storchenschnabel
6. Aufwickeln der Stoffe: Nach dem Belegen werden die Stoffe aufgewickelt,möglichst eng gewickelt, damit der Kontakt zwischen Stoff und Material eng ist. Ich nehme mal Bambusstöcke, oder hitzebeständige Rohre etc.  Man kann bei sehr dünnen Stoffen auch eine hitzebeständige Folie miteinwickeln. Das Bündel wird mit stabilem Bindfaden befestigt, man kann auch Seidenfaden nehmen, der wird dann gleich mitgefärbt und man kann ihn anschließend zum sticken nehmen. Wie immer sind der Fantasie dabei keine Grenzen gesetzt.

7. Dämpfen Im nächsten Schritt dämpfe ich die umwickelten Stoffbündel. Je nach Größe gleich im Färbetopf oben mit eingeklemmt, nutze ich gleich den Dampf mit aus oder auch um Solarglas wenn ich kleine Stoffbündel habe oder im Reisdämpfer oder oder...Ich dämpfe in der Regel 1Stunde, lasse die Bündel dann immer noch auskühlen, auch wenn ich vor lauter Neugierde am liebsten immer gleich nachschauen würde :-).
 
Dann kommt der absolut spannendste Moment: DAS AUSPACKEN UND AUSWICKELN!



Die Stoffe werden dann noch gewaschen und gebügelt. In den Büchern der australischen Künstlerin  India Flint , die eine echte Augenweide sind, ist alles wunderbar beschrieben.


India Flint, entdeckte für sich die hohe Färbekraft von Eucalyptusblätter und nutzte diese Färbekraft um direkt auf Naturfasern zu drucken. Sie nannte dieses Verfahren dann Ecoprint. 2008 hat sie auch das Buch "Eco Colour" veröffentlicht, das weltweit sehr viel Aufsehen erregte. So das war mal der erste Teil, sozusagen die Grundlagen. Ich hoffe ich konnte euch ein wenig anregen und ihr könnt was anfangen mit der Anleitung. Einige Stoffbündel sind noch im Färbesud und es gibt noch etliche Feinheiten und Details...doch jetzt erstmal die Arbeitswoche und zu eco print ein andernmal mehr...Euch eine gute Woche. 

Samstag, 13. Juli 2013

Tag 3 : Färben mit Indigo auf Leinen, Baumwolle, Bastfaser, Hanf, Ramie und Brennessel

Nachem wir 2 Tage im Pflanzen-Färbe-Volleinsatz waren mit Beizen und Färben von Stoffen und Garnen, ging es am 3. Tag zum Indigofärben mit der Löschkalk-Fructose-Küpe (1-2-3-Küpe) nach Garcia.


 Immer wieder spannend bis so eine Küpe funktioniert.  


 Am letzten Tag teilten wir alle Stoffproben durch die Anzahl der Teilnehmerinnen, sodass jeder von jeder Färbung eine Probe erhielt, so enstanden viele Farbnuancen. In Gelb wurde mit Schöllkraut, Eucalyptusblättern, Zwiebelschalen und Myrobalan gefärbt.

 

Die rote und violette Färbung mit Krapp und Alkanna :  


 Indigo und Indigoüberfärbungen:

 Alkanna und Blauholz



Also Indigofärben ist ja auch immer wieder besonders, bei der 1-2-3 Küpe, die ich schon bei ULI im Kurs kennengelernt hatte,  gefällt mir besonders, dass  sie die Überfärbungen so schön sanft macht und man dadurch sehr viel Gestaltungsspielraum hat und sie sich dann auch immer wieder aufrischen läßt, wenn man sie bei Bedarf braucht.


Meine 1-2-3- Küpe hier in meiner Färbeküche, vom letzten Jahr, die  ich über den Winter frostfrei im Keller stehen hatte, habe ich nun wieder zum Leben erweckt, habe dann zu Hause gleich noch ein bisschen nachgefärbt und mit Shibori experimentiert.


Hier die Stoffproben und Ergebnisse der 2 Tage und der Färbungen mit der 1-2-3 Indigoküpenfärbung und Überfärbung von gelbgefärbten Stoffen imi Überblick:


Ausserdem stand noch die Dünstungs- und  Befreiungsaktion der gesammelten EcoPrintwerke auf dem Programm...

 

..., doch das passt nicht mehr in diesen Post ;-), Euch ein gutes Wochenende Anke

Donnerstag, 11. Juli 2013

Tag 2 : Färben mit Pflanzenfarben auf Leinen, Baumwolle, Bastfaser, Hanf, Ramie und Brennessel

Am 2. Kurstag ging es dann ans Färben der Stoffe und Garne aus Pflanzenfasern. 

 

Schöllkraut wurde frisch geerntet und wie man sieht mit wunderbar farbigem Wurzelsaft, wovon auch ein Teil gleich im Topf landete. 

Krappfärbung
Blauholz mit und ohne Soda
Mit roten Zwiebelschalen gefärbter Leinenstoff

 
 
Blauholz auf Leinenstoff
Wir färbten  die Stoffe mit Zwiebelschalen, Blauholz, Krapp, Myrobalan, und Eukalyptusblättern. Die Garne hatte ich ja ein Glück schon zu Hause mit Schildern versehen, sodass ich sie dann genau unterscheiden konnte, hatte mir auch Notizen gemacht, welche Faser ich mit was gefärbt hatte. Dafür eignet sich nach meinen Erfahrungen am besten Laminatfolie, die ich mit einem wasserfesten Stift beschrifte. Bei den Stoffen habe ich das leider nicht so konsequent gemacht, sodass die Stoffe mit den Stoffen der anderen Teilnehmer teilweise durcheinander kamen und ich meine nur da erkennen konnte, wo ich z.B.mit meinen Stempeln aus Mangoholz Beize aufgedruckt hatte. 

 

Allerdings war es so, dass nur die Eisenacetatbeize mit der höchsten Konzentration die Stempel gut sichtbar machte nach dem Färben. Es war ein spannender Tag mit spannenden Färbeergebnissen und Färberauschgefühlen. Hier gibt es von Uli dazu noch einen Post zu lesen.Weiter dann im nächsten Post. Ausserdem möchte ich euch auf meinen neuen Blog "Spinnen tut der Seele gut" aufmerksam machen, ist noch nicht alles fertig, aber es entwickelt sich !  Euch einen guten Tag !

Dienstag, 9. Juli 2013

Leinen, Baumwolle, Hanffaser, Bast, Ramie, Brennessel mit Pflanzenfarben gefärbt

Ich bin zurück vom Kurs: Färben von pflanzlichen Fasern mit Pflanzenfarben mit Ulrike Bogdan, kurz ' Uli' , bei Karin Tegeler im Harz.

 

So viel Wissen, Information und Aktion zum Thema Färben an 3 Tagen. Uli war super vorbereitet mit ihrer mobilen Färbeküche und empfing uns schon mit super vorbereitetem Material und einem super erarbeitetem Script, so wie ich es schon von ihrem Indigo- Online Workshop kenne. Selten habe ich textile Workshops erlebt, wo das Handout/  Script so sorgfältig und professionell ausgearbeitet ist. Ich liebe das ! Man kann sich immer wieder alles dazu schreiben und es zu Hause dann wiederholen. Wobei es mir so ging, dass ich mir ab und an etwas zusätzlich notierte, um dann auf der nächsten Seite in ihrem Script zu lesen, dass Uli alle Kniffs und Tricks sorgfältig aufgeschrieben hat. Danke Uli dafür PERFEKT! 
 

Dann habe ich 240 Fotos gemacht, die Auswahl für den blog hier war nicht leicht, denn alles war sehenswert und alles Erlebte intensiv, unten könnt ihr sehen wie beseelt ich von der Färberei bin, denn Färben tut meiner Seele gut, das schon einmal vorne weg ! Hier stehe ich neben einem von Armin Tegeler gefilzten Troll und im Hintergrund unsere Draussen Färbe - Hütte !


Der Kurs begann also Freitag früh in der schönen neuen Werkstatt von Karin und Armin Tegeler, die ich schon 2x aus einem Kurs zu Nunofilz bei Ihnen aus Fehmarn kannte und die sich nun ganz idyllisch im Harz niedergelassen haben. Herrliche Hochbeete mit Färbepflanzen, liebevolle Holz-und Filzkunstwerke überall auf dem Grundstück vor allem auch von Armin.

 
Nach der einführenden Theorie ging es ans Vorbereiten und Beizen der Stoffe und Uli hat das hier auch ausführlich beschrieben.Wichtig ist zuerst, dass die Stoffe ca. 1 Stunde gut ausgekocht werden und zwar mit 3-4 gehäuften Esslöffel Soda und ein paar Seifenflocken. Wenn das Wasser sehr dreckig ist , das Ganze wiederholen ! Dann den Stoff in der Waschmaschine waschen und dann kann er gebeizt werden. Beizen das ist auch so ein weites Experimentierfeld !


Wir lernten verschiedene Beizen kennen und die Theorie dazu. Welcher Farbstoff welche Beize nochmal extra und auch mit Kaltbeize geht es.


Dann experimentierten wir noch mit Tanninbeize, die aus verschiedenen Pflanzen stammen kann, und mit verschiedenen Formen von Aluminiumacetatbeizen. Unten wird gerade unser Stoff gekocht. 


Nicht alle Pflanzen die Wolle färben, färben genausogut auf Baumwolle.  Als die Stoffe dann alle in der Beize lagen, bemalten und bedruckten wir die Stoffe auch mit Beize und ließen dann alles trocknen. Währenddessen ging es weiter mit Eco Print Experimenten, wozu Uli frische Blüten mitgebracht hatte. Ständig gab es neben dem Entspannten Tun, etwas zu bestaunen und zu lernen


Mehr  zum Färben und - Eco Print- im nächsten Post. Die Schote auf dem 4. Foto das hatte uns Uli mal als Anschauungsmaterial mitgebracht , könnt ihr erraten was es ist ? Viele Grüße auch an euch andere Mitfärberinnen und besonders an dich liebe Suse geht noch mein Dank für so manche Extraanregung ! Euch einen schönen Tag !