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Dienstag, 23. Mai 2017

Schafschur auf Alcatraz

Ein besonderes Erlebnis zu meinem Geburtstag am letzen Wochenende war die Schafschur der Herdwick Schafe von der Nutztierarche von Astrid Reiche- Holdstein und Andreas Holdstein auf der Halbinsel Alcatraz.


Schon seit 5 Jahren versorgte mich Astrid immer wieder mit Wolle von ihren herrlichen Schafen für mein Deckenprojekt. So mit Wolle vom Devon, Wolle vom Walliser Landschaflamm, Wolle vom Ryeland Schaf, Wolle vom Walliser Schwarznasenschaf und Wensleydale Longwoolschaf.  Was gibt es jedoch Schöneres für eine Woll- Werkstatt, wenn man sich die Rohwolle frisch nach dem Scheren abholen kann. Es hat mich mächtig beeindruckt wie Irina alle Herdwick Schafe gekonnt und zügig mit der Handschere geschoren hat. Abends dann fachsimpeln über Wolle, Schafe, Spinnen und mehr. Danke Katrin für das wunderbare leckere Essen und die Geburtstagskerzen. Danke Irina für die tollen Bücher von der Shetlandreise. Herdwick hatte ich auch gerade für mein Deckenprojekt II versponnen. 

Vor dem Scheren konnte ich die Schafe bestaunen. 9 verschiedene Schafrassen und viele wunderbare Mixe gab es zu sehen. Ich hätte bei den Schafen stundenlang zusehen können. 

Es fiel mir so schwer mich bei dem Riesen- Rohwollangebot zu entscheiden. Für meinen Wollvorrat habe ich mich noch mit weiteren Vliesen der herrlichen Schafe von Astrid eingedeckt. Für meine Kurse brauche ich auch noch Wolle und für das Projekt mit Kindern und Jugendlichen auch noch. Rohwolle kann Frau ja schließlich nicht genug haben. Nun sind bei mir gelandet. Walliser Schwarznase  noch Wolle von der Herbstschur , von diesem Jahr: Shetland, Bergschaf, Blackwelsh Mountain/ Wensleydale- Mix und Wensleydale/ Coburger-Scottish Blackface. So interessante Wolle von den Mixen gibt es da, Astrid verkauft auch Schafe, also wer von euch Spinnerinnen gerne Schafe hätte, dort werdet ihr auf jeden Fall fündig.  

Für schafverückte Gäste vermietet Astrid auch ein komplett ausgebauten Bauwagen mit Kochnische und Duschbad in ihrem Garten. Danke Astrid und Andreas für die wunderbare Gastfreundschaft und die Verwöhnung.


Im Garten von Astrid und Andreas findet sich auch ein beeindruckender in die Erde eingebauter Naturkeller. Genaue Bauanleitung nachzulesen in dem Buch Naturkeller.


Zurück zu Hause war ich dann im Rohwollrausch. Habe die Locken nach Farben sortiert, alles beschriftet, dokumentiert und für die verschiedenen Projekte eingeteilt und war dabei so verzückt, von dem Geruch und dem Lanolin und den Eindrücken der letzten Tage, dass ich nicht mal merkte, wie mich die Mücken zerstachen. Bin eben ein großer Rohwollfan, von dem in vielen Facetten wunderbar nachwachsenden Rohstoff.  In meinem Kurs "Färben mit Pflanzenfarben tut der Seele gut" ist wieder 1 Platz frei geworden.  Ich wünsche euch noch eine gute Woche.

Montag, 22. Oktober 2012

Kamelreiten und Kamelwolle

Was für ein Wochenende, was für ein Wetter ! Ich war am Samstag mal wieder bei herrlichstem Herbstwetter auf dem Fleckschnupphof zu Gast. Diesmal ohne Spinnrad, dafür mal auf dem Rücken des Kamels, konnte immer wieder nur das Fell, die "Wolle" dort oben streicheln, die Kamel - Bewegungen beim Ritt geniessen, die herrliche brandenburgische Landschaft an mir vorüberziehen lassen, es war das reinste therapeutische Entspannungs-Kamelreiten für mich. Ich fühlte mich anschließend wie nach 1 Stunde im Chi Gong Training.

Bitte aufsitzen...
Das Glück dieser Erde liegt auch auf dem Rücken eines Kamels ;-)
Ganz entspannt...
An der Hofeinfahrt ....in Deutschland eher ungewöhnlich oder ?
Los gehts...

Einfach sitzen und entspannen sich führen lassen...
Nur das Kamel und ich...
Ich wurde total verwöhnt und auf dem Kamel geführt und mit köstlichem Kuchen und herrlicher Herbst -Sonnen-Atmosphäre auf dem gemütlichen Fleckschnupphof, war es ein Genuss und auch wenn ich jetzt noch daran denke, wie ich mich auf der Kamelstute- Quara fühlte, dann umgibt mich wieder der Entspannungsflow, danke liebe Gabi, das war  Entspannung Pur ! So wie einer meiner Söhne hatte ich noch einen Gutschein und so genoss ich das Mutter - Erwachsenen Sohn - Freundinnen - Treffen sehr !

Die Gutscheine gibt es hier !
Ein herrlicher Ort der Entspannung, an dem auch Ferienwohnungen vermietet werden und die Tage der Brandenburger Landpartie mit Spinnen und Filzen auf dem Kamelwolle dort sind im Juni immer ein absolutes Highlight für mich.

links oben Kamelwolle, rechts oben Kapok und unten Kamel mit Kapok und mit dünnem Faden verzwirnt

Kamelwolle ist völlig anders als Schafwolle, dazu habe ich hier schon mal ausführlich was geschrieben. Man bekommt sehr schnell trockene Hände, da die Wolle sehr trocken und ohne Fett ist. Also öfter mal eincremen zwischendurch ! Dafür ist die Wolle, also das Flaumhaar wunderbar weich und hat im Schnitt 20 bis 23 Mikron Feinheitszahl (Faserdurchmesser), ähnlich wie Merinowolle. Verstrickt zu Pulswärmern habe ich dann heute noch meine  Kamelwolle, die ich mit Kapok versponnen habe. Die Pulswärmer sind superweich und warm und wiegen so gut wie nichts, ein Hauch von etwas.

Pulswärmer aus Handgesponnener Kamelwolle mit Kapok 
Kamelhaar hat ein noch größeres Wärmerückhalte- bzw. Abgabevermögen als Schurwolle. Die wasseranziehende Eigenschaft macht die Kamelwolle so wertvoll auch für die exklusive Bettenausstattung. Es ergibt dann ein trockenes und stark antirheumatisch wirkendes Schlafklima.

Mit meiner neuen Turbofilzmaschine habe ich  mich gleich mit Kamelwolle an einem Kamel versucht, wobei die Betonung auf "versucht" liegt .

1. Kamelfilzversuch mit der Turbo-Fizmaschine Addi Quick

 Die Kamele von Gabi Heidicke werden auch therapeutisch eingesetzt, das hat sich auch der Verein TheraKamel: therapeutisches Kamelreiten auf die Fahnen geschrieben und dazu läuft auch gerade eine wissenschaftliche Studie mit der Humboldt Universität Berlin . Das alles könnt ihr hier nachlesen. Auch über den Unterschied von Kamelen, die mit zwei Höckern und  Dromedaren, die mit einem Höcker könnt ihr hier was lesen. Auch Lamas, Alpakas und Vikunjas gehören als sogenannte Neuweltkamele zu der Kamelfamilie. Wer sich richtig ausführlich mit Kamelen beschäftigen möchte, dem kann ich nur dieses informative und wundervoll geschriebene Buch von Gabi empfehlen: Gabriele Heidicke: Kamele sind anders:

hier gibt es dazu was zu lesen
Erstmals wird in diesem Buch auch die Psyche und das Sozialverhalten der Altweltkamele skizziert. Ein praxisorientiertes Buch ! Euch einen guten Wochenstart  und eine gute Woche !

Dienstag, 2. Oktober 2012

Spinnerdorf Sachsenhausen

Na da war ich vielleicht überrascht, als in der Zeitung hier etwas vom Spinnerdorf Sachsenhausen stand. Davon hatte ich ja noch nie etwas gehört. Nun hatte ich gestern mal wieder was in Berlin zu tun und auf dem Rückweg besah ich mir die Ausstellung dazu.

Schnitterhaus
 1752 wurde die Gemeinde Sachsenhausen als sächsisches Spinnerdorf gegründet. Sachsenhausen war das erste Spinnerdorf der Kurmark, ab 1830 auch ein Schifferdorf.

Ausstellung Spinnerdorf Sachsenhausen im Schloss Oranienburg

Nach dem 30 jährigen Krieg waren weite Landstriche der märkischen Streusandbüchse verwüstet und fast entvölkert. Der seit 1640 regierende Kurfürst Friederich Wilhelm ( 1620 -1688) krempelte die Ärmel hoch und startete mit seiner ebenso tatkräftigen Frau Louise Henriette den Wiederaufbau des Landes.


Austellungs - Spinnrad
 Dafür holte er viele Menschen vor allem Hugenotten ins Land. Friederich der II. ( 1712-1786) führte das vom Urgoßvater, Großvater und Vater begonnene Werk fort und wollte durch den Export von fertigen Woll- und Seidenprodukten Preußens Wirtschaft weiter verbessern.
 

Kosten des Spinnerdorfes
 Da jedoch Spinner fehlten, im ganzen Land wurden nun Spinner gesucht und er ordnete die Errichtung von Spinnerdörfern an. Zwischen 1750 und 1766 wurden in der Kurmark 16 neue Spinnerdörfer für ca.  1000 Familien errichtet.  Als neue Bewohner sollten nicht Bewohner aus der Region umgesiedelt werden, sondern neue Bevölkerung ins Land geholt werden. Religion und Herkunft spielten keine Rolle. Nun lief die Anwerbung von Spinnern aus Thüringen und Sachsen an.

Plan Spinnerdorf Sachsenhasuen
Ein Spinnerdorf das aus Familien von Feinwollspinnern vor allem aus Sachsen bestand erhielt den Namen: Sachsenhausen. Die orginale Urkunde von 1753 von Friederich handsigniert ist noch heute dazu im Stadtarchiv. Der Rohstoff Wolle durfte zugunsten der Verarbeitung im eigenen Land seit 1718 nicht mehr ausgeführt werden. 1723 wurden bei Verstößen gegen das Ausfuhrverbot sogar die Todesstrafe angedroht.

Todesstrafe bei Ausfuhr vom Rohstoff Wolle
Extra für Spinner Familien Häusergrundriss

In Oranienburg gibt es auch noch ein Schnitterhaus, ein Behelfshaus, in dem im Sommer die Schnitter,  also die Mäher als Wanderarbeiter untergebracht waren oder auch das gemähte Gras, Heu oder was immer gelagert wurde. Für die Einbringung der Ernte war ja weit mehr Personal nötig als man das Jahr über beschäftigte.
Friederich der II.
 Der ganze Ausstellungstext ist so umfangreich, dass ich euch hier nur einen kleinen Ausschnitt präsentieren kann. Überlege ob ich dazu mal was in der Zeitung der Handspinngilde hier aus dem Norden formulieren sollte, weil das ja wirklich eine ganz spannende Spinnergeschichte ist und der Referent des Bürgermeisters den ich dort zufällig traf mir auch noch mehr dazu zusenden wird.  Bisher hatte ich mich nur mit der traurigen Geschichte von Sachsenhausen beschäftigt.

Die Ausstellung zur Geschichte des Spinnerdorfes Sachsenhausen ist anläßlich des 300. Geburtstages von Friederich II. im Schloss Oranienburg noch bis zum 21.12. 2012 dort zu sehen. 
 
Ausstellung im Schloss Oranienburg
 Untergebracht ist die Ausstellung im Schloss Oranienburg im Verwaltungstrakt, Haus 1, 2. Stock, Flur zum Büro des Bürgermeisters (Zugang über den Schlossinnenhof). Öffnungszeiten sind Montag-Donnerstag: 7-19 Uhr, Freitag: 7-15 Uhr, am Wochenende leider geschlossen.

Dienstag, 28. August 2012

Zurück von der Pommernschaf-Insel

Zurück von der Insel der Pommernschafe, wie sie auch genannt wird, die Insel Rügen. Gesehen und erlebt habe ich neben Wasser, Strand und Natur auch jede Menge Schafe und alte Handwerkskunst. Getroffen habe ich liebe Menschen und auch Woll- und Schafbegeisterte.

Immer wieder schön ! Alte Handwerkstechnik in Gingst
 Gleich nach einem Tag auf der Insel, bekam ich Spinnrad-Entzugsgefühle, die ich ein Glück bei sheepy stillen konnte. Es war eine nachwirkende Begegnung, viel zu kurz und die Trennung viel mir schwer und so muss der  Färbehauseinsatz im wunderbaren Färbehaus und Anderes nachgeholt werden. DANKE !!!

Traumfärbehaus von sheepy

Spinnrad von Malottke, läuft leise und super
Museum in Gingst / Rügen - Leineweberhaus-
In alten rohrgedeckten Häuschen, die früher auch 200 Jahre lang Handwerkerstuben waren, in Gingst auf der Insel Rügen, finden sich nun historische sehr sehenswerte liebevoll arrangierte traditionelle Geräte von Schuhmachern, Schneidern, Böttchern, Salzwerkern, Sattlern, Webern, Töpfern und Weißnäherinnen. Sehr beeindruckend was hier alles zusammen getragen wurde. Kann ich wirklich empfehlen da mal vorbei zu schauen. Schön wars, hab viel gesehen und erlebt in der kurzen Zeit. Euch noch eine schöne Woche !

Dienstag, 7. August 2012

Spinntreffen auf den Havelhöfen in Garz

So ein überregionales  Spinntreffen hat für mich immer was Inspirierendes. Das fing schon mit der 90 minütigen Fahrt dahin an, " weibliches Klönen",  herrliche Blicke und Landschaften der Ostprignitz, Alleen, Storchennestern, Seen, Wälder, 4 Seiten Höfe mit Backsteinbauten, herrliche Backsteinscheunen und Bauerngärten, große Feldern abgeerntet oder auf Ernte wartend mit vielen Färbepflanzen an den Rändern ;-). 

Der Empfang am Ortseingang war auch sehr einladend, orginell und nicht zu verfehlen !
So empfingen uns die Havelhöfe
Als Unterlage für unsere Spinnräder gab es handgewebte wunderschöne Teppiche
 Eingeladen hatte die Spinn – Weben aus Rathenow auf die Havelhöfe in das nette Örtchen Garz, einer Ortsgemeinde der Hansestadt Havelberg.  Havelberg ist für seinen Pferdemarkt berühmt. Die Dorfgemeinde Garz, einem alten slawischen Runddorf, ist Gewinnerin des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ in 2011 im Landkreis Stendal und nimmt nun an dem Landeswettbewerb (Sachsen-Anhalt) teil. Das merkt man auch wenn man dort durch den Ort geht, es ist eine besondere Atmosphäre. 

Die Ziegelbauten um uns herum machten eine herrliche Atmosphäre
Rote Backsteine prägen das Dorfbild von Garz. Wegen der Erfahrung mit dem Großbrand 1895 und mit erheblichen Geldmitteln wurden die großen Garzer Höfe ausschliesslich aus roten Backsteinen, die per Schiff aus der Stadt Rathenow und aus näherliegenden kleinen Ziegeleien in der Nähe von Garz angeliefert wurden, folgerichtig nicht mehr in Fachwerk erbaut.

Auch Männer waren im Einsatz ! und vor Ort, wie z.B. Rainer der Havelspinner
Sehr bewundert wurde dieser aus handgesponnener Wolle gestrickte Rucksack mit Innenfutter !
Auf dem Rückweg zum Auto bewunderten wir die Alte Kirche in Garz, von 1688, eine Achteckfachwerkkirche ein Kleinod unter den Kirchen des Havellandes. 

Bei mir entstand eine weitere Spule meines Perlengarns für mein Perlentuch, das bei mir als Langsamstrickerin eben dauert. 

Perlengarn aus Milchschafwolle mit Cochenille, Krapp und Zwiebelschalen gefärbt
 Es gab jede Menge anregende Gespräche und anregende Dinge zu bewundern, Gewebtes, Gefilztes, Gesponnenes und auch das Wetter war uns gut gesonnen, ein immer noch nachwirkender Tag. Gefehlt hat nur die romantische Fährenfahrt über die Havel, die inzwischen von einer Brücke ersetzt worden war  ;-) .

Samstag, 23. Juni 2012

Filz ∙ Seide und Natur

Der Sommer und die Zeit der Feste ist einfach wunderbar. Sehr sehenswert heute auf dem Kunsthandwerkermarkt und Hoffest Haus Vogelgesang in der Fößerstadt Lychen in der Uckermark, waren die Kunstwerke von Veronika Otte aus Filz und Seide. 

Filzwerkstatt Veronika Otte
Schal aus Filz und Seide von Veronika, den ich schon vor Jahren mal bei ihr holte
 Die Flößerstadt Lychen beherbergt die Naturparkverwaltung der wunderbaren Landschaften des Naturpark Uckermärkische  Seen, empfehlenswert auch auf jeden Fall der Besuch des  Flößermuseums und eine Wanderung am Uferweg des Zenssees. 

Uferweg Zenssee
Zenssee kurz vor einem kräftigen Regenguss
Ein erholsamer Tag mit Sonne, Regen und Natur. 

...und die Blaubeeren waren auch schon reif...
Euch noch ein schönes Wochenende

Samstag, 14. Januar 2012

Selbsterfahrung und das Garn des goldenen Augenblicks

Beim Spinnen erfährt Frau / Mann etwas über sich selbst, gleichsam Beschäftigung mit den eigenen Wurzeln, der eigenen Biographie, dem eigenen Urgefühl, so beschrieb ich es mal vor einigen Jahren in einem Artikel und daran denke ich nun wo ich jeden Tag nach der Arbeit, manchmal auch morgens vor der Arbeit einige Minuten am Spinnrad verbrachte und dabei dieses Ergebnis von 320 gramm dreifädig verzwirnter Sockenwolle mit einer Lauflänge von 332m/ 100 gramm entstand.
Knäuel gewickelt mit Sonnenlicht fotographiert


In den ersten Tagen dachte ich, die neue viele Arbeit durchhalten....

Strang auf der Haspel bei Lampenlicht

 ....wie dieses Garn was ich als ersten Faden versponnen habe, aus Wolle/ Seide aus diesem 
Kammzug von Melanie,
 

...der wollte ewig nicht zu Ende gehen. Erst dachte ich was für einen schönen Faden, welch herrliche Farben und wie weich das Garn und dann nach einigen Tagen dachte ich, wie langweilig immer diesen dünne Faden, nebenbei noch was anderes spinnen wäre jetzt gut, doch dann habe ich mich hineinbegegen in diesen Selbsterfahrungsprozess und es war sehr spannend. Tagelang und wochenlang nur dieses gleiche Garn und ich habe mich einfach in jeden Moment des Spinnens achtsam hineinbegeben, die Gedanken fließen lassen, Spinnen als Meditation  und jeden Moment genossen, ebenso in meine neue Arbeit, jeden Moment habe ich achtsam genossen, so wie Buddha das beschreibt.
In einem Tempel in Chiang Mai
Wenn ich gesponnen habe, dann habe ich gesponnen und wenn ich gearbeitet habe, dann habe ich gearbeitet und.....nun nochmal neu gelernt jeden Moment achtsam zu geniessen. Vor einigen Jahren habe ich das schon mal entdeckt und es war mir etwas abhanden gekommen und nun nach dem Thailand Urlaub, dem aufladen meiner Batterie und der Erfahrung des gelebten Buddhismus dort ist es mir wieder präsent. 

Meditation und Achtsamkeit sind die auch Schlüsselwörter im Zen- Buddhismus :

Ein Meister wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so glücklich sei.

Er sagte:
"Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich liebe, dann liebe ich ..."
Dann fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten:
"Das tun wir auch, aber was machst Du darüber hinaus?"
Er sagte wiederum:
"Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich ... "
Wieder sagten die Leute:
"Aber das tun wir doch auch!"
Er aber sagte zu ihnen:
"Nein -
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel."

Verwandle jeden Augenblick in einen goldenen Augenblick.



So entstand also nach Feierabend immer mit so ein paar Minütchen " Achtsamkeitsübung" an meinem Sonata Spinnrad nach dem Motto " Spinnen am Abend entspannend und labend" dieses Sockengarn, ich könnte es auch Achtsamkeitsgarn nennen, oder das "Garn des goldenen Augenblicks".


...verzwirnt ist der 1. Faden mit einem  Faden aus naturfarbenem Leinen und der 3. Faden ist aus Wolle.

In einem Tempel in Chiang Mai
Vielen Dank für eure Kommentare im letzten Post, und euch viele goldene Augenblicke am Wochenende !