Dienstag, 9. Juli 2013

Leinen, Baumwolle, Hanffaser, Bast, Ramie, Brennessel mit Pflanzenfarben gefärbt

Ich bin zurück vom Kurs: Färben von pflanzlichen Fasern mit Pflanzenfarben mit Ulrike Bogdan, kurz ' Uli' , bei Karin Tegeler im Harz.

 

So viel Wissen, Information und Aktion zum Thema Färben an 3 Tagen. Uli war super vorbereitet mit ihrer mobilen Färbeküche und empfing uns schon mit super vorbereitetem Material und einem super erarbeitetem Script, so wie ich es schon von ihrem Indigo- Online Workshop kenne. Selten habe ich textile Workshops erlebt, wo das Handout/  Script so sorgfältig und professionell ausgearbeitet ist. Ich liebe das ! Man kann sich immer wieder alles dazu schreiben und es zu Hause dann wiederholen. Wobei es mir so ging, dass ich mir ab und an etwas zusätzlich notierte, um dann auf der nächsten Seite in ihrem Script zu lesen, dass Uli alle Kniffs und Tricks sorgfältig aufgeschrieben hat. Danke Uli dafür PERFEKT! 
 

Dann habe ich 240 Fotos gemacht, die Auswahl für den blog hier war nicht leicht, denn alles war sehenswert und alles Erlebte intensiv, unten könnt ihr sehen wie beseelt ich von der Färberei bin, denn Färben tut meiner Seele gut, das schon einmal vorne weg ! Hier stehe ich neben einem von Armin Tegeler gefilzten Troll und im Hintergrund unsere Draussen Färbe - Hütte !


Der Kurs begann also Freitag früh in der schönen neuen Werkstatt von Karin und Armin Tegeler, die ich schon 2x aus einem Kurs zu Nunofilz bei Ihnen aus Fehmarn kannte und die sich nun ganz idyllisch im Harz niedergelassen haben. Herrliche Hochbeete mit Färbepflanzen, liebevolle Holz-und Filzkunstwerke überall auf dem Grundstück vor allem auch von Armin.

 
Nach der einführenden Theorie ging es ans Vorbereiten und Beizen der Stoffe und Uli hat das hier auch ausführlich beschrieben.Wichtig ist zuerst, dass die Stoffe ca. 1 Stunde gut ausgekocht werden und zwar mit 3-4 gehäuften Esslöffel Soda und ein paar Seifenflocken. Wenn das Wasser sehr dreckig ist , das Ganze wiederholen ! Dann den Stoff in der Waschmaschine waschen und dann kann er gebeizt werden. Beizen das ist auch so ein weites Experimentierfeld !


Wir lernten verschiedene Beizen kennen und die Theorie dazu. Welcher Farbstoff welche Beize nochmal extra und auch mit Kaltbeize geht es.


Dann experimentierten wir noch mit Tanninbeize, die aus verschiedenen Pflanzen stammen kann, und mit verschiedenen Formen von Aluminiumacetatbeizen. Unten wird gerade unser Stoff gekocht. 


Nicht alle Pflanzen die Wolle färben, färben genausogut auf Baumwolle.  Als die Stoffe dann alle in der Beize lagen, bemalten und bedruckten wir die Stoffe auch mit Beize und ließen dann alles trocknen. Währenddessen ging es weiter mit Eco Print Experimenten, wozu Uli frische Blüten mitgebracht hatte. Ständig gab es neben dem Entspannten Tun, etwas zu bestaunen und zu lernen


Mehr  zum Färben und - Eco Print- im nächsten Post. Die Schote auf dem 4. Foto das hatte uns Uli mal als Anschauungsmaterial mitgebracht , könnt ihr erraten was es ist ? Viele Grüße auch an euch andere Mitfärberinnen und besonders an dich liebe Suse geht noch mein Dank für so manche Extraanregung ! Euch einen schönen Tag !

Mittwoch, 3. Juli 2013

Gefärbt mit Baumpilz Schillerporling - Inonotus

Was für ein Farbton und das alles von nur 5 gramm getrocknetem Schillerporling ! Die Pilzexpertin Karin Tegeler hat den Pilz identifiziert. Vielen Dank liebe Karin ! 

Proben mit Schillerporling gefärbt: von links nach rechts: Wensleydalelocken, Seide, Merinokammzug, Kamelfilz, Kamelwolle, Baumwolle, Brennessel, Hanffaser, Ramie und Seidenkammzug
Und vor Allem wieder mal Danke liebe Liselotte, dass du mir schwesterlich die Hälfte von deinem Pilz abgegeben hast. 

 

 Die Proben mit Kamelwolle und Kamelfilz wurden faszinierend und ermutigend gelb, liest man doch manchmal Kamelwolle läßt sich nicht so gut färben. Das gilt für meine Färbungen mit weisser Kamelwolle nicht. 


Neugierig wartest du vermutlich schon auf mein Ergebnis, Liselotte, da dein Pilz ja solartechnisch färbt und das noch dauert. Also wie zu sehen ist, gibt es einen Wahnsinns Gelbton, sodass noch am nächsten Tag alle meine Finger gelb waren, auch noch nach mehrmaligem Waschen mit viel Seife. Jetzt weiß ich was du mit dem Hinweis: "enthält SEHR viel gelben Fabstoff und färbt daher hervorragend!" meintest liebe Karin.  Schon im nassen Zustand fand ich es einen irren Farbton.

 

 Tja da heisst es Augen aufhalten, nach diesem besonderen Pilz, kann ich euch jedenfalls nur empfehlen lohnt sich absolut und immer noch sieht es nach viel Farbe im Topf aus und das alles nur von 5 gramm ! Ab morgen bin ich 4 Tage beim Färbekurs vielleicht sehe ich ja noch jemanden von euch morgen, der dann auch bei  Ulrike Bogdan im Harz bei Karin Tegeler den Kurs " Färben von pflanzlichen Fasern!  z.B. Leinen undBaumwolle, mit Pflanzenfarben besucht? Und vielen Dank für das viele Lob zum selbstgebauten Spinnrad, das gebe ich natürlich alles an den Erbauer weiter !

Montag, 1. Juli 2013

Spinnrad selbstgebaut

Es gibt so Naturtalente, die können scheinbar alles ! So einer ist Kay, die ihn kennen wissen es  ! Er sieht etwas ist begeistert und macht etwas daraus. In diesem Fall ein Spinnrad Marke Eigenbau. 

 

Im September letztes Jahr war er auf dem Internationalen Spinntag bei uns, lernte das Handspinnen mit seiner selbstgemachten Handspindel und nun kam er und lieh mir über den Sommer, sein selbstgebautes Spinnrad - Prototyp KAY- BUNT- zum Austesten.


 Ich saß dann draussen und versponn für mein Deckenprojekt wunderbare Zartbleswolle. 
 
 
  
Für dickes Garn, Coils und Artyarne gibt es noch einen extra großen Spinnflügel mit Extragroßer Öffnung und Extra großen Spulen dazu.

 

Mit einem selbstgebauten Spinnrad und dann noch in der Sonne bei Vogelgezwitscher am Wochenende was will Frau mehr ? ;-)  Euch einen guten Wochenstart !

Freitag, 28. Juni 2013

Netzwerk textile Hanf-Verarbeitung ∙ 1. Workshop Hanf ∙ Spinnen Weben Filzen in Prenzlau

Eingeladen zum Hanfworksshop hatte die Hanfmanufaktur Prenzlau. Nach einer interessanten und informativen Werksführung durch die Hanfmanufaktur durch Rainer Nowotny, den Vorstand der Hanffaser Uckermark eG in Prenzlau und der Vorstellungsrunde,  ging es ans Hanffaser verspinnen, dabei erläuterte Rainer Nowotny nochmal die Hanffasergewinnung.

Hanffaser: links roh, mitte versponnen, rechts Hanffilz

Eingefunden hatten sich 20 interessierte kreative Männer und Frauen, Spinnerinnen, Weberinnnen, Künstlerinnenm, Hanfbäuerinnen und andere Interessierte. 1 Junge kam mit Oma, fühlte sich erst als "mußte mitkommen" und übernahm dann später mit Freude die wichtige Kardierarbeit.  

 

Frank Viohl, führte als Berater und Coach souverän durch den Workshop, schlug sich wacker mit uns spinnenden, "klönenden"  Frauen und schaffte es nach der Themensammlung, Kooperationen und konkrete Umsetzungsideen in Gang zu bringen. So wurde gleich die Anregung, das Hanffasermaterial zu kardieren von Annekathrin Scheibe vom Handwerkerhof Schorfheide und Rainer Nowotny als Idee aufgegriffen. Auch ein virtueller Vernetzungs- Austausch soll möglich werden In Brandenburg ist Hanf eine alte Naturfaser mit einer langjährigen Tradition.

Rohstoff Hanffaser
Eine Geschichte besagt, daß, angeregt von Friedrich dem Großen im 18. Jahrhundert, ein beträchtlicher Teil der brandenburgischen Wertschöpfung durch hanfspinnende Frauen in den Dörfern erbracht worden ist. Dieses Wissen ist weitgehend verloren gegangen. Auf dem Weg in das postfossile Zeitalter und angesichts einer starken regionalen Orientierung brauchen wir unter anderem auch dieses Wissen, um regionale Wertschöpfung zu generieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Es gibt heute keine nennenswerte textile Weiterverarbeitung von regional erzeugtem Hanf in Deutschland (Spinnen, Weben, Stricken, Färben etc.).Daher ging von Rainer Nowotny, dem Vorstand der Hanffaser Uckermark eG in Prenzlau und Frank Viohl, Berater für Regionalentwicklung u.a. für das Projekt entersocial, der gemeinsame Impuls aus, das zu ändern. So wurde vorgestern am Mittwoch dem 26.6. ein Netzwerk zur textilen Hanfverarbeitung spinnen- weben - stricken ins Leben gerufen. Dieses Netzwerk hat zwei Ziele:  
1. praktische Erfahrungen mit der textilen Hanffaser-Verarbeitung zu vermitteln und auszutauschen und
2. dieses Wissen an Gewerbetreibende sowie Spinngruppen, Handarbeitszirkel, Schulen, Ausbildungs-stätten weiter zu geben. Damit soll eine Vernetzung und eine breite regionale textile Hanf-Verarbeitung angeregt werden. Das Projekt entersocial wird vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert.

Hanffaser
Es war eine anregender Nachmittag, Überraschung mit alten und neuen Bekannten inbegriffen. Die Themensammlung beinhaltete neben der Verbesserung des Spinnmaterials auch die Faser Nessel, Textilien aus Hanf und Vernetzung. Während des Workshops und der Diskussionen wurde gesponnen und diskutiert, wobei der Coach dafür sorgte, dass immer nur 1 redete, was kein einfaches Unterfangen war, bei soviel spinnenden Weibern. ;-)


Aus dem Rohstoffberg  Hanf in der Mitte des Raumes habe ich so an diesem Nachmittag 88 Meter und insgesamt 200 gramm -WPI 20- versponnen. Die Rohfaser müßte eigentlich vor dem Spinnen noch besser vorbereitet sein, damit sie sich gut und feiner verspinnen läßt.

 

Manche versponnen es lieber nass so wie Flachs, manche versponnen es lieber trocken. Es tauchte auch die Frage auf, wie man Hanf färbt und wie man ihn für die Färbung vorbereitet. Zur Vorbereitung ist es wichtig, dass der Hanf gründlich gewaschen wird, dazu hier das Rezept aus meinem Färbebuch von 1985 von Gretel Feddersen- Fieler: aus Farben aus der Natur: 
Waschen von Leinen, Hanf und Sisal: 500 gramm Garn werden 2 Stunden in einer Lösung aus 100 gramm Seifenflocken und 50 gramm reinem Soda in 8 Liter Wasser gekocht. Dann läßt man es über Nacht stehen und spült das Ganze danach gründlich aus. Anschießend soll das Material an einem schattigen luftigen Platz trocknen.


Es gab noch Hanf zum Mitnehmen und experimentieren und auch eine Probe von Filz mit Hanf, vielen Dank dafür. . Mit meiner Embellisher Filzmaschine  mußte ich das natürlich gleich ausprobieren. Es gibt tolle Effekte mit Hanf gefilzt auf Wolle...

 
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.. und auch tolle Effekte mit Wolllocken gefilzt auf Hanffilz. Das gefilzte "E" steht für Endorphine sprühen beim Hanf spinnen ;-) 

 

Es gäbe noch viel zu schreiben, mehr dazu könnt ihr dann mal in der Mitgliederzeitschrift der Handspinngilde lesen. In diesem Sinne ein erster Erlebnisbericht. Wer von euch hat denn schon Hanf versponnen und Erfahrungen gesammelt, hat Anregungen zum Spinnen, Weben, Stricken, Färben, Filzen und mehr ?  Euch einen schönen Tag !
Nachtrag: Einen ganz super Beitrag mit Bilder von der Führung in der Hanfmanufaktur könnt ihr hier bei Katja lesen. 

Mittwoch, 26. Juni 2013

Gefärbt mit Maulbeerblättern

Lauter so liebe Menschen die mich immer wieder mit frischen Färbedrogen beschenken. Diesmal geht mein herzlicher Dank an dich liebe Liselotte, für die 400 gramm frischen Maulbeerblätter und.....

 

...auch diesen besonderen Färbepilz, den ich dann am Wochenende teste. Bin schon ganz hibbelig was da raus kommt. Aber jetzt erstmal zu den Maulbeerblättern, die wie immer diesen herrlich zitronigen hellen Ton gaben, den ich vorgestern noch mit den letzten Sonnenstrahlen vor dem großen Regen gestern fotografiert hatte. 

 

Oben der Strang ist reine Wolle, in der Mitte weisse Kamelwolle versponnen, verzwirnt und gefärbt und rechts eine Probe Mohairlocken, Mohairtraum  von Marias Ziegen und etwas Seide. Wieder ein Superfarbton zum Überfärben mit Indigo.Und nicht vergessen: Am 3.8. ist ja auch wieder das Zernikower Maulbeerfest, das Fest rund um die Maulbeere und die Seide. Von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Da gibt es viel zu sehen und zu erfahren mit Ausstellung, Kulinarischem aus der Maulbeere, Markstände, färben mit Maulbeerbaumrinde und und und...Hier habe ich dazu mal was geschrieben.

 Vor dem großen Regen leuchtete der Himmel abends nochmal so richtig stark, als ob er sagen wollte, das war es mit dem freien Himmel jetzt erstmal für eine Weile gewesen. Euch einen schönen Tag !