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Donnerstag, 16. Juli 2020

Wiesenhummel Nest gerettet

Ein Wiesenhummelnest, der kleinen Waldhummel bzw. Wiesenhummel – Bombus pratorum hatte ich kürzlich in meinem Spaelsau Wollvlies gefunden. Das Vlies war über Winter draussen in einem Karton in meinem Wäscheunterstand und nun wollte ich es bearbeiten. Ich setzte also dann das Nest mit viel Vlies vorsichtig in einen Holzhaufen daneben, trocken und sonnenlichtgeschützt.


Dabei kommt es darauf an, dass der Eingang ziemlich an der gleichen Stelle ist. Die Wabe muss so gelegt werden, dass die Öffnungen nach oben zeigen. Sonst läuft nämlich ihr Honigvorrat aus, ohne den sie und ihre Brut bei Regen hungern müssen. Das Volk besteht aus der Königin und ihren Innenarbeiterinnen, so etwa 10-15. Die grauen Hummeln sind ganz junge, frische geschlüpfte Hummel, deren Pelz noch ausreifen muss. Die Nester bleiben klein, diese Hummelart ist echt lieb, sticht eigentlich nie. Man soll die Nester nicht wegnehmen, sonst läuft man Gefahr, das es verlassen wird. Beim morgendlichen Barfußlauf am nächsten Tag flogen die Hummeln ein Glück eifrig ihr Nest an. Auf den Fotos oben fehlt die Außenarbeiterin. Vermutlich war sie tagsüber unterwegs, um Nektar und Pollen zu sammeln. Sie sind gewohnt, dass der Eingang mal verlegt ist, dann suchen sie normalerweise heißt es in etwa 20 cm Umkreis nach dem Eingang. Finden sie ihn nicht, dann suchen sie solange, bis sie sterben oder den Eingang wiederfinden. Das kann bis zu 3 Wochen dauern. Derweil würden die Königin, die Brut und die Innendienstarbeiterinnen verhungern, denn sie fliegen nicht aus. Haben sie nie gemacht, können sie nicht - sie würden verhungern. Aus diesem Grund kann man ein Hummelnest nicht einfach ein paar Meter weiter versetzen. Das macht man nur nachts, wenn alle Hummeln im Nest sind, und dann gleich 5 -10 km weit weg, damit keine der Sammlerinnen den alten Standort wiederfindet.

Die Wiesenhummel gründet im Frühjahr als erste Hummelart ihre Kolonien, ihre Jungköniginnen verkriechen sich dafür bereits im August in ihre Winterquartiere. Es ist eine kleine und durchaus häufige Art, die auch in unseren Gärten zu Hause ist und mit vielen Nistplätzen in und über der Erde vorliebnimmt. 
 
Was war ich erleichtert, als ich dann merkte, dass die Hummeln das Nest weiter anliegen und eifrig weiter bauen. Faszinierend findet ihr nicht!

 


Mehr Informationen zur Wiesenhummel:
Wildbienen, Die Wiesenhummel 
Bilder vom Wiesenhummelnest
Informationen zum sommerlichen Hummelsterben

Mehr Naturthemen gibt es aktuell hier:
Naturdonnerstag

Mittwoch, 13. Mai 2020

Wildbienen und Insektenhotel

In Deutschland kommen 585 Wildbienenarten vor und ähnlich soviele solitäre Wespenarten. Wildbienen stellen die meisten Blütenbesucher, ohne sie würden unsere Obstbäume keine Früchte tragen und die Blumen keinen Samen bilden. Wildbienen benötigen neben einem geeigneten Nistplatz Blütenpflanzen als Nahrung. Das finden sie in meinem Naturgarten reichlich. 

Eine Auswahl Wildbienenfutter aus meinem Garten
 

In unserer aufgeräumten Landschaft und in den "ordentlichen" Gärten und durch den vielen Pestizideinsatz verschwinden allerdings leider zunehmend die Nistplätze. Nicht so bei mir, auf meinem wilden Naturgrundstück, wie ich es schon öfter beschrieben habe. --> HIER , HIER und HIER. Jedes Jahr kommt in meinem Naturgarten ein neues Insektenhotel hinzu. Dieses Jahr habe ich noch Niströhren mit unterschiedlichem Durchmesser aus Hartpapier dazu genommen. Mit 4 mm Durchmesser da brüten kleinere Wildbienenarten, wie z.B. die Löcherbienen, Maskenbienen und kleine Grabbienen. In 6 mm Durchmesser fühlen sich Blattschneiderbienen und große Lehmwespen wohl. Nistplätze mit 8mm Durchmesser, werden gerne von gehörnten und roten Mauerbienen belegt. Zusätzliche Nistplätze entstanden mit Stengeln von Gartensträuchern. Das Dach mit Birkenrinde zusätzlich geschützt.


Neben dem Insektenhotel und unter dem Hotel habe ich Gefäße mit Lehm aufgebaut. Manche Wildbienen, insbesondere die rote und gehörnte Mauerbiene benötigen Lehm um ihre Nester zu verschließen. 


Viel unterwegs bei mir die rote Mauerbiene und die gehörnte Mauerbiene.
 
Ganz spannend sind für mich ( unbezahlte Werbung) gerade diese Bücher und insbesondere auch die Bestimmungshilfe Bienen und Wespen in Nisthilfen. 


Das geniale an dieser Bestimmungshilfe (unbezalte Werbung) ist, dass neben der ganzen Beschreibung der Wildbienen mit tollen Fotos, die typischen Nestverschlüsse der einzelnen Arten abgebildet sind. So könnt ihr genau erkennen, welche Biene gerade bei euch brütet.


 So sind in diesem Hotel die meisten Nestverschlüsse von der roten Mauerbiene. 

 

Es ist immer wieder sehr meditativ entspannend diesem Gesummse und dem Erproben welcher Nistplatz es denn sein soll, zuzuschauen.


Informationen zu Wildbienen:
Deutsche Wildtierstiftung
Faszination Wildbienen 
Tips für Wildbienennisthilfen

Naturdonnerstag