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Dienstag, 23. Juli 2013

SOLARFÄRBEN - ANLEITUNG-

Da die Sonne ja so schön kräftig scheint und ich immer wieder mal angeschrieben werde mit Fragen zur Solarfärbung, hier mal eine einfache Anleitung dafür. 

 
 
1. Glas oder Gläser mit Deckel besorgen: Ich habe mir hier im Landwarenhandel große Gurkengläser besorgt. Da ist es günstig sie vor der Saison zu kaufen, bevor sie alle ausverkauft sind, ist meine Erfahrung hier. .Es gibt auch sehr große Einweckgläser mit Gummiring oben, die gehen auch gut.


 2. Befüllt werden die Gläser dann von mir sowohl geplant, als auch ungeplant. In der Regel ist das Material das ich einlege, mit Kaltbeize vorgebeizt. Bei grünen Walnussschalen kann man die Kaltbeize weglassen. 
a) Geplante Befüllung: Ich wiege die Wolle,  Seide oder den Stoff ab 

 

b) Ungeplante Befüllung bei Färbesud: Ich packe einfach soviel Wolle und Seide ins Glas bis es voll ist und notiere mir aber in den meisten Fällen was im Glas drin ist, da ich die Färbungen auch gerne auswerte. Mit einem Tuch über dem Glas befülle ich dann die Gläser nur mit dem Sud ohne Färbematerial. 

 
 d) Ungeplante Befüllung bei Färbematerial: Ich schichte die Wolle, Seide und die Stoffe abwechselnd mit den Blättern oder Blüten, das sieht man sehr schön unten auf dem Bild. Da sieht man auch bei dem mittleren Glas, dass sich der Färbesudpegel gesetzt hat,da fülle ich dann neu auf, siehe unten. 


  3. Aufgefüllt mit Färbesud werden dann die Gläser: 
a) mit einem geplanten Färbesud, d.h. wenn ich z.B. reine Zwiebelschalenfarbe möchte packe ich nur Zwiebelschalen ins Glas, wie auf dem Foto ganz oben, das Glas ganz rechts, dabei schichte ich die Wolle dann abwechselnd mit den Schalen.
b) mit einem Färbsud der von anderen Färbeaktionen übrig ist , um die restliche Färbekraft auszunützen. Dann schütte ich auch gerne mal einige Färbesudereste zusammen, wie z.B. hier mit Zwiebelschalen, Krapp und Cochenille
c) mit einem Färbesud, der daraus besteht, dass ich durch meinen Garten wandere und hier und da etwas einsammle oder Blätter die ich austesten möchte, wie z.B. diesmal wieder mit Mohnblüten Foto unten, das 2. Glas von rechts oder auch mit Pfingstrosenblüten, das dritte Glas von rechts Foto unten. 

 

 4.  Wichtig beim Auffüllen der Gläser wie oben schon angesprochen: Die Gläser müssen exakt bis zum Rand mit Flüssigkeit gefüllt, werden um Schimmelbildung vorzubeugen. Ich kontrolliere die Gläser dann auch während sie in der Sonne stehen und wenn sich der Flüssigkeitspegel mal gesenkt hat, dann fülle ich auch Wasser nach. 
 5. Die Gläser werden dann verschlossen und an einem sonnigen Platz aufgestellt. Dabei notiere ich mir das Datum der einzelnen Befüllungen und wann ich sie in die Sonne gestellt habe. In der Regel erfolgt die Befüllung bei  mir nach und nach und wenn die ersten Solarfärbungen fertig sind, dann befülle ich wieder neu. Je nach Pflanzen in der Natur und auch je nachdem welche Färbesudreste bei mir entstehen. 
6.   Ab und an , wälze ich die Gläser auf dem Boden, damit die Farbe möglichst viel mit dem Material in Berührung kommt. 
 7. Dann kommt immer die große Überraschung beim Auspacken. 
8. Zur Fixierung lege ich die Wolle dann immer noch in einen Eimer mit etwas Essig


Hier habe ich schon zu einigen Solarfärbungen was geschrieben:

Solarfärbung mit Alkanna
Solarfärbung mit Brennesseln
Solarfärbung mit Sandelholz und Krapp
Solarfärbung mit Cochenille Krapp und Zwiebelschalen
Solarfärbung mit Cochenille und Blauholz hatte ich hier schon einmal beschrieben, auch welche Fehler ich  dabei gemacht hatte.

 

Solarfärben ist auch eine schöne Sache wenn man Kindern zeigen möchte, dass Dinge ihre Zeit brauchen. Immer wieder können sie dann die Gläser beobachten und auch drehen.Es gibt immer Überraschungen, egal wieviel ich plane oder berechne. Natur ist eben Natur ! Ihr alle die ihr schon mit Solar gefärbt habt, da würde ich mich über Ergänzungen, Tips, Anregungen, Kritik und eure Erfahrungen damit freuen . Habt ihr es auch schon ausprobiert mit Kindern zu färben ? Euch einen schönen Tag und eine gute Woche.


Ergänzungen:
Wichtige Erfahrungen von Lesley dazu :
Sie nimmt noch Perlonstrümpfe, die sie an beiden Enden knotet für die Blüten oder Blätter, so muss sie später nicht alles aus der Wolle wieder "rausfriemeln". Bei Walnusschalen nimmt sie oft Baumrinde dazu, das gibt nach ihren Erfahrungen einen dunkelbraunen Ton und braucht etwas Zeit. Tageten und Dahlien haben auch ohne Vorbeize, eine sehr schöne Farbwiedergabe und färben sehr schnell., schreibt sie. Jasminblätter machen wunderschöne Gelbtöne, sie verkleinert die Blätter dafür mit einer Schere, und auch die Blutpflaumenblätter werden verkleinert. Die Blätter geben nach ihren Erfahrungen die Farbe schneller ab, daher auch die Perlonstrümpfe, sonst sei sie nur am rauszupfen, schreibst sie. Die Blütenblätter dagegen gibt sie direkt in das Wasser dazu, sie lassen sich einfach aus der Wolle schütteln.

Bei meinen Erfahrungen hatte ich noch vergessen zu schreiben, daran hat mich der Kommentar von Lesley erinnert, dass ich jetzt für kleine Blüten oder Rindenteile im "Solarglas" immer ein kleines durchlässiges Mulltuch nehme ( siehe oben mittleres Glas, mit Gelbholz), seit ich bei meiner ersten Solarfärbung mit Blauholz, mühsam versucht hatte die einzelnen Blauholzteile wieder aus der Wolle zu entfernen. Danke für alle eure Hinweise, Ergänzungen und Erfahrungen, so ist Bloggen wunderbar. Gemeinsam macht es Spass !! herzliche Grüße Anke

Samstag, 20. Juli 2013

12tel Blick im Juli

Voll der Sommer ! Hier meine Juli Bilder ! Schaut mal genau hin, ich denk ich wohn im Wald wenn ich morgens aus der Haustür schaue :-), das war gestern !

 

 Unser neuer "Vorhaustür" -Bewohner. Nun dürfen wir nie vergessen abends die Gartenpforte zu zumachen, da es ja so leckere Sachen in unserem Garten gibt. 


Heute morgen 6.00 Uhr war unser wildes Reh wieder da und als ich die Haustür aufmachte, war es auf und davon...


Der Blick zu meiner Werkstatt links zugewuchert und rechts befreit

 Der wilde Hopfen klettert und klettert ... und dann fällt euch noch was auf ? Der Blick in meine Werkstatt ist anders als letzten  Monat 

Die Werkstatt habe ich nämlich ausgeräumt, da ich im September meinen ersten Färbekurs : "Färben mit Pflanzenfarben tut der Seele gut" gebe, will ich meine "Hexenküche" vorher noch etwas renovieren. Links noch alles voll im Juni und nun rechts im Juli weitestgehend ausgeräumt.



 Dabei kommt auch wieder der Waschkessel zum Vorschein, da es ja eine alte Waschküche ist und ich den auch am liebsten wieder in Betrieb nehmen würde um große Stoffteile zu färben. Na ja schauen wir mal...


Dann Barfuß laufen auf der Sommerwiese, ist natürlich das allerhöchste morgens, da gehe ich jetzt morgens immer meine Johannisbeeren für den Tag pflücken !

 

Ich wünsche euch auch ein gutes heisses und erholsames Wochenende !

Mittwoch, 17. Juli 2013

Eco Print - Kursergebnisse

So nun noch die Eco Print Ergebnisse, die während des Kurses Pflanzenfärben auf Leinen und Baumwolle bei Ulrike Bogdan entstanden.

 Hier mein Exeriment: Was färbt wie ? 

 Erst wurden frische Blüten, Rinden und Blätter auf den Stoff gelegt. Ausserdem nahmen wir auch alle Reste, von Schöllkraut über Eucalyptusblätter bis Krapp aus den Färbaktionen und bestückten damit unsere Stoffe statt sie wegzuwerfen.
 
 Die Päckchen wurden dann gewickelt, verschnürt und eingepackt in die Sonne gelegt.
 Am nächsten Tag noch  mal ab in die asiatische Garküche !
 Nach der Garküche ---> abkühlen lassen !
Nach dem Abkühlen ging es ans aufregende Auspacken und immer wieder zeigt sich für mich an den Farben und auch den Gerüchen, warum Färben mit Pflanzenfarben meiner Seele gut tut ;-). 
 
 
  

Für diejenigen unter euch, die sich die Frage stellen: Was ist Eco Print eigentlich ?:  Die australische Künstlerin India Flint , entdeckte für sich die hohe Färbekraft von Eucalyptusblätter und nutzte diese Färbekraft um direkt auf Naturfasern zu drucken. Sie nannte dieses Verfahren dann Ecoprint. 2008 hat sie auch das Buch "Eco Colour" veröffentlicht, das weltweit sehr viel Aufsehen erregte. Hier könnt ihr eine Rezension dazu nachlesen. India Flint berichtet in ihrem Buch ausführlich, wie mittels Blattlaub exakte farbige Drucke auf Naturfasern abgebildet werden können.
 


Also liebe ULI, trotzdem ich ja nun schon in der Pflanzen-Färberei eine "alte Häsin" bin, konnte ich doch wieder so einiges lernen, besonders in Chemie. Du als Chemielehrerin, da hätte ich sogar Chemieleistungskurs gewählt :-) Also herzlichen Dank für Alles, auch dass du so einfach Überstunden gemacht hast, um alle unsere Wünsche zu erfüllen. Mit der Beschilderung habe ich auch noch ein bisschen experimentiert und nehme jetzt für die Stoffe ein Extra-ministöffchen mit Beschriftung oder direkt auf den Stoff wenn es eine Probe werden soll und für Fasern werde ich nach wie vor Laminatfolie mit Beschriftung nehmen. Also eine Mischung zwischen meiner Version und der von Suse. 


Ein besonderer Dank geht an dich liebe Karin und an dich lieber Armin, was seid ihr doch für herrlich gastfreundliche Leute, ich habe mich wieder so wohl bei euch gefühlt. Unser Wohnwagen hatte einen echten Logenplatz von dem aus ich nicht nur ein herrlichen Blick auf die "Draussenfärbeküche",  sondern auch auf viele Filz- und Naturkunstdraussenwerke von Armin geniessen konnte. Auch den leckeren Obstkuchen von dir Armin habe ich sehr genossen. Danke. Vielen Dank für eure Kommentare im letzten Post !

Samstag, 13. Juli 2013

Tag 3 : Färben mit Indigo auf Leinen, Baumwolle, Bastfaser, Hanf, Ramie und Brennessel

Nachem wir 2 Tage im Pflanzen-Färbe-Volleinsatz waren mit Beizen und Färben von Stoffen und Garnen, ging es am 3. Tag zum Indigofärben mit der Löschkalk-Fructose-Küpe (1-2-3-Küpe) nach Garcia.


 Immer wieder spannend bis so eine Küpe funktioniert.  


 Am letzten Tag teilten wir alle Stoffproben durch die Anzahl der Teilnehmerinnen, sodass jeder von jeder Färbung eine Probe erhielt, so enstanden viele Farbnuancen. In Gelb wurde mit Schöllkraut, Eucalyptusblättern, Zwiebelschalen und Myrobalan gefärbt.

 

Die rote und violette Färbung mit Krapp und Alkanna :  


 Indigo und Indigoüberfärbungen:

 Alkanna und Blauholz



Also Indigofärben ist ja auch immer wieder besonders, bei der 1-2-3 Küpe, die ich schon bei ULI im Kurs kennengelernt hatte,  gefällt mir besonders, dass  sie die Überfärbungen so schön sanft macht und man dadurch sehr viel Gestaltungsspielraum hat und sie sich dann auch immer wieder aufrischen läßt, wenn man sie bei Bedarf braucht.


Meine 1-2-3- Küpe hier in meiner Färbeküche, vom letzten Jahr, die  ich über den Winter frostfrei im Keller stehen hatte, habe ich nun wieder zum Leben erweckt, habe dann zu Hause gleich noch ein bisschen nachgefärbt und mit Shibori experimentiert.


Hier die Stoffproben und Ergebnisse der 2 Tage und der Färbungen mit der 1-2-3 Indigoküpenfärbung und Überfärbung von gelbgefärbten Stoffen imi Überblick:


Ausserdem stand noch die Dünstungs- und  Befreiungsaktion der gesammelten EcoPrintwerke auf dem Programm...

 

..., doch das passt nicht mehr in diesen Post ;-), Euch ein gutes Wochenende Anke

Donnerstag, 11. Juli 2013

Tag 2 : Färben mit Pflanzenfarben auf Leinen, Baumwolle, Bastfaser, Hanf, Ramie und Brennessel

Am 2. Kurstag ging es dann ans Färben der Stoffe und Garne aus Pflanzenfasern. 

 

Schöllkraut wurde frisch geerntet und wie man sieht mit wunderbar farbigem Wurzelsaft, wovon auch ein Teil gleich im Topf landete. 

Krappfärbung
Blauholz mit und ohne Soda
Mit roten Zwiebelschalen gefärbter Leinenstoff

 
 
Blauholz auf Leinenstoff
Wir färbten  die Stoffe mit Zwiebelschalen, Blauholz, Krapp, Myrobalan, und Eukalyptusblättern. Die Garne hatte ich ja ein Glück schon zu Hause mit Schildern versehen, sodass ich sie dann genau unterscheiden konnte, hatte mir auch Notizen gemacht, welche Faser ich mit was gefärbt hatte. Dafür eignet sich nach meinen Erfahrungen am besten Laminatfolie, die ich mit einem wasserfesten Stift beschrifte. Bei den Stoffen habe ich das leider nicht so konsequent gemacht, sodass die Stoffe mit den Stoffen der anderen Teilnehmer teilweise durcheinander kamen und ich meine nur da erkennen konnte, wo ich z.B.mit meinen Stempeln aus Mangoholz Beize aufgedruckt hatte. 

 

Allerdings war es so, dass nur die Eisenacetatbeize mit der höchsten Konzentration die Stempel gut sichtbar machte nach dem Färben. Es war ein spannender Tag mit spannenden Färbeergebnissen und Färberauschgefühlen. Hier gibt es von Uli dazu noch einen Post zu lesen.Weiter dann im nächsten Post. Ausserdem möchte ich euch auf meinen neuen Blog "Spinnen tut der Seele gut" aufmerksam machen, ist noch nicht alles fertig, aber es entwickelt sich !  Euch einen guten Tag !