Freitag, 28. Juni 2013

Netzwerk textile Hanf-Verarbeitung ∙ 1. Workshop Hanf ∙ Spinnen Weben Filzen in Prenzlau

Eingeladen zum Hanfworksshop hatte die Hanfmanufaktur Prenzlau. Nach einer interessanten und informativen Werksführung durch die Hanfmanufaktur durch Rainer Nowotny, den Vorstand der Hanffaser Uckermark eG in Prenzlau und der Vorstellungsrunde,  ging es ans Hanffaser verspinnen, dabei erläuterte Rainer Nowotny nochmal die Hanffasergewinnung.

Hanffaser: links roh, mitte versponnen, rechts Hanffilz

Eingefunden hatten sich 20 interessierte kreative Männer und Frauen, Spinnerinnen, Weberinnnen, Künstlerinnenm, Hanfbäuerinnen und andere Interessierte. 1 Junge kam mit Oma, fühlte sich erst als "mußte mitkommen" und übernahm dann später mit Freude die wichtige Kardierarbeit.  

 

Frank Viohl, führte als Berater und Coach souverän durch den Workshop, schlug sich wacker mit uns spinnenden, "klönenden"  Frauen und schaffte es nach der Themensammlung, Kooperationen und konkrete Umsetzungsideen in Gang zu bringen. So wurde gleich die Anregung, das Hanffasermaterial zu kardieren von Annekathrin Scheibe vom Handwerkerhof Schorfheide und Rainer Nowotny als Idee aufgegriffen. Auch ein virtueller Vernetzungs- Austausch soll möglich werden In Brandenburg ist Hanf eine alte Naturfaser mit einer langjährigen Tradition.

Rohstoff Hanffaser
Eine Geschichte besagt, daß, angeregt von Friedrich dem Großen im 18. Jahrhundert, ein beträchtlicher Teil der brandenburgischen Wertschöpfung durch hanfspinnende Frauen in den Dörfern erbracht worden ist. Dieses Wissen ist weitgehend verloren gegangen. Auf dem Weg in das postfossile Zeitalter und angesichts einer starken regionalen Orientierung brauchen wir unter anderem auch dieses Wissen, um regionale Wertschöpfung zu generieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Es gibt heute keine nennenswerte textile Weiterverarbeitung von regional erzeugtem Hanf in Deutschland (Spinnen, Weben, Stricken, Färben etc.).Daher ging von Rainer Nowotny, dem Vorstand der Hanffaser Uckermark eG in Prenzlau und Frank Viohl, Berater für Regionalentwicklung u.a. für das Projekt entersocial, der gemeinsame Impuls aus, das zu ändern. So wurde vorgestern am Mittwoch dem 26.6. ein Netzwerk zur textilen Hanfverarbeitung spinnen- weben - stricken ins Leben gerufen. Dieses Netzwerk hat zwei Ziele:  
1. praktische Erfahrungen mit der textilen Hanffaser-Verarbeitung zu vermitteln und auszutauschen und
2. dieses Wissen an Gewerbetreibende sowie Spinngruppen, Handarbeitszirkel, Schulen, Ausbildungs-stätten weiter zu geben. Damit soll eine Vernetzung und eine breite regionale textile Hanf-Verarbeitung angeregt werden. Das Projekt entersocial wird vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert.

Hanffaser
Es war eine anregender Nachmittag, Überraschung mit alten und neuen Bekannten inbegriffen. Die Themensammlung beinhaltete neben der Verbesserung des Spinnmaterials auch die Faser Nessel, Textilien aus Hanf und Vernetzung. Während des Workshops und der Diskussionen wurde gesponnen und diskutiert, wobei der Coach dafür sorgte, dass immer nur 1 redete, was kein einfaches Unterfangen war, bei soviel spinnenden Weibern. ;-)


Aus dem Rohstoffberg  Hanf in der Mitte des Raumes habe ich so an diesem Nachmittag 88 Meter und insgesamt 200 gramm -WPI 20- versponnen. Die Rohfaser müßte eigentlich vor dem Spinnen noch besser vorbereitet sein, damit sie sich gut und feiner verspinnen läßt.

 

Manche versponnen es lieber nass so wie Flachs, manche versponnen es lieber trocken. Es tauchte auch die Frage auf, wie man Hanf färbt und wie man ihn für die Färbung vorbereitet. Zur Vorbereitung ist es wichtig, dass der Hanf gründlich gewaschen wird, dazu hier das Rezept aus meinem Färbebuch von 1985 von Gretel Feddersen- Fieler: aus Farben aus der Natur
Waschen von Leinen, Hanf und Sisal: 500 gramm Garn werden 2 Stunden in einer Lösung aus 100 gramm Seifenflocken und 50 gramm reinem Soda in 8 Liter Wasser gekocht. Dann läßt man es über Nacht stehen und spült das Ganze danach gründlich aus. Anschießend soll das Material an einem schattigen luftigen Platz trocknen.


Es gab noch Hanf zum Mitnehmen und experimentieren und auch eine Probe von Filz mit Hanf, vielen Dank dafür. . Mit meiner Embellisher Filzmaschine  mußte ich das natürlich gleich ausprobieren. Es gibt tolle Effekte mit Hanf gefilzt auf Wolle...

 
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.. und auch tolle Effekte mit Wolllocken gefilzt auf Hanffilz. Das gefilzte "E" steht für Endorphine sprühen beim Hanf spinnen ;-) 

 

Es gäbe noch viel zu schreiben, mehr dazu könnt ihr dann mal in der Mitgliederzeitschrift der Handspinngilde lesen. In diesem Sinne ein erster Erlebnisbericht. Wer von euch hat denn schon Hanf versponnen und Erfahrungen gesammelt, hat Anregungen zum Spinnen, Weben, Stricken, Färben, Filzen und mehr ?  Euch einen schönen Tag !
Nachtrag: Einen ganz super Beitrag mit Bilder von der Führung in der Hanfmanufaktur könnt ihr hier bei Katja lesen. 

Mittwoch, 26. Juni 2013

Gefärbt mit Maulbeerblättern

Lauter so liebe Menschen die mich immer wieder mit frischen Färbedrogen beschenken. Diesmal geht mein herzlicher Dank an dich liebe Liselotte, für die 400 gramm frischen Maulbeerblätter und.....

 

...auch diesen besonderen Färbepilz, den ich dann am Wochenende teste. Bin schon ganz hibbelig was da raus kommt. Aber jetzt erstmal zu den Maulbeerblättern, die wie immer diesen herrlich zitronigen hellen Ton gaben, den ich vorgestern noch mit den letzten Sonnenstrahlen vor dem großen Regen gestern fotografiert hatte. 

 

Oben der Strang ist reine Wolle, in der Mitte weisse Kamelwolle versponnen, verzwirnt und gefärbt und rechts eine Probe Mohairlocken, Mohairtraum  von Marias Ziegen und etwas Seide. Wieder ein Superfarbton zum Überfärben mit Indigo.Und nicht vergessen: Am 3.8. ist ja auch wieder das Zernikower Maulbeerfest, das Fest rund um die Maulbeere und die Seide. Von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Da gibt es viel zu sehen und zu erfahren mit Ausstellung, Kulinarischem aus der Maulbeere, Markstände, färben mit Maulbeerbaumrinde und und und...Hier habe ich dazu mal was geschrieben.

 Vor dem großen Regen leuchtete der Himmel abends nochmal so richtig stark, als ob er sagen wollte, das war es mit dem freien Himmel jetzt erstmal für eine Weile gewesen. Euch einen schönen Tag !

Montag, 24. Juni 2013

Gefärbt mit Margeriten

"Ob denn Margeriten auch färben wurden" , fragte mich die Gärtnerfachfrau. "Keine Ahnung,  vermute gelb, wie viele Pflanzen" und so war meine Färbeexperimentierneugier wieder angefacht. 

 

 Nach dem Jäten das Margeriten-Geschenk...
 

...erwartete nichts "Besonderes"...

 ...

 ...und so war ich denn erstaunt, was da für eine kräftiger gelber Ton entstand, ein Ton zwischen dem 1. Zug mit Holunder und dem 1. Zug mit Frauenmantel, wenn ich mal alle Färbungen der letzten Zeit nebeneinander lege. Oben Margerite Merino im Kardenband. 

 Unten Margeritenfärbung auf Seide. 

Gefärbt habe ich mit dem ganzen Margeritenkraut, samt Blüten 1220 gramm 2 Tage eingeweicht, 1 Stunde ausgekocht und 1 Stunde mit 9 Liter Flotte und dann damit Seide und 100 gramm Wolle getestet. Also eine Pflanze die überall wächst und mit der es sich auch lohnt zu färben, wenn man gerade gelb braucht. Danke wieder mal Manuela für den Tip und die Margeriten ! Euch noch einen schönen Tag.

Freitag, 21. Juni 2013

12tel Blick im Juni

Nee Kinder wie die Zeit vergeht, es ist schon wieder soweit und damit Zeit für ein schönes Sommerfoto vor meiner Haustür.

 

Diesmal konnte ich mich nicht entscheiden , zwischen dem Bild von frühmorgens- oben , und dem Bild mittags vor meiner Haustür - unten-  und ...

 

....abends, daher alle drei Bilder!

  
  Barfußblick,  frühmorgens wenn die Gänseblümchen noch geschlossen sind und die Wiese noch Tau-feucht ist. 

Blick auf meine Draussen Werkstatt, diesmal mit Blick auf meine gesammelten Färbekräuter, gefärbt mit Fliederblüten, Frauenmantel, Ackerschachtelhalm, Holunderblüten, Wiesenkerbel, Bluthaselblättern ! Ich bin voll im Färberausch mit Wolle und Naturfarben ! Entsprechend sieht auch meine Werkstatt aus.

 
 

Euch einen schönen Tag, bin schon gespannt wie es bei euch im Juni so aussieht !Die anderen 12tel Blicke vom Juni gibt es hier !

Donnerstag, 20. Juni 2013

Gefärbt mit Holunderblüten

Nun steht hier alles in Blüte, soviel Holunderblütentee kann ich gar nicht trinken oder verarbeiten, so habe ich etwas geerntet für die Färberei.

 

Die Anregung kam von Liselotte, danke dir ganz herzlich dafür. Nachdem du geschrieben hast, dass es so einen tollen Gelbton gibt wie bei den Maulbeerblättern, mit denen wir damals zusammen auf dem Maulbeerfest gefärbt haben, ließ mich der Holunderblütensammeltrieb nicht mehr los. Die goldene Seide lag über Nacht auf dem Trockengestell draussen und morgens war die Hälfte weg ! :-( Die Elster ?


Zudem habe ich einen neuen Kompagnon, nämlich wie ich euch schon im letzten Post berichtete einen neuen (gebrauchten ) Färbetopf und so köchelte bei mir gestern früh um 6.00 Uhr schon der Färbetopf und nach der Arbeit dann nochmal bis 22.00 Uhr. Bin gerade voll im Färberausch. Im Vergleich zum Gelb der Ackerschachtelhalmfärbung , unten links, ist die Gelbfarbe mit Holunder nicht so zitronig sondern mehr tja welche Farbe nehme ich denn da, also ich würde sagen mehr so dottergelb strahlend.  Wer übrigens mal für die Gelbbeschreibung keine Bezeichnung weiss, der kann mal hier nachschauen, da gibt es für Gelb "300 und eine Bezeichnung". 

Zu Natürlich gesund mit Holunder habe hier noch ein schönes günstiges Buch, von Dr. Hanspeter Hemgesberg, das ich auch sehr mag, da dort alles über Blüten, Blätter und Beeren gegen Alltagsbeschwerden, Tees und mehr steht. Nicht umsonst heissst es ja : Ein Holunderbusch im Garten ersetzt die Apotheke. Euch einen schönen Sommertag

Mittwoch, 19. Juni 2013

Gefärbt mit Ackerschachtelhalm

Also das ist ja die absolut Zitronenfarbigeste Wolle die ich je gefärbt habe, ein ganz unglaublicher Ton ist das geworden. 


Schon lange lagert hier Ackerschachtelhalm getrocknet im Karton. Am Wochenende jätete ich mal Unkraut sprich Ackerschachtelhalm zwischen meinen Rosen insgesamt 700 gramm  und verwendete ihn ganz frisch. Kochte den zerkleinerten Ackerschachtelhalm dann 1 Stunde in meinem neuen gebrauchten Elektrofärbetopf aus und dann kochte ich die mit Kaltbeize vorgebeizte Wolle noch 1 Stunde mit 10 Liter Flotte. 

Mein neuer Färbetopf mit Temperaturanzeige, was für ein Luxus, gebraucht ergattert in Superzustand für nur 20 Euronen. Na da werde ich jetzt erst mal färben ! Mit dieser Farbe von den 700 gramm Schachtelhalm färbte ich nur 1 x 100 gramm und 50 Gramm Kammzug, vielleicht liegt diese irre Zitronenfarbe daran ? 

   
Eberhardt Prinz beschreibt in seinem Färberpflanzen: Anleitung zum Färben wie man mit Ackerschachtelhalm färbt.

 
 Euch einen schönen heissen Sommertag !

Dienstag, 18. Juni 2013

Einen Traum in Mohair...

..brachte mir nun gestern der Postbote für ein neues Projekt hier vorbei. Lauter weiche Locken von Marias Ziegen, danke Maria ich  möchte immer zu reinfassen. 

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Dazu auch diese Karte handmade, voll süß, ich habe mich riesig gefreut. Ganz herzlichen Dank Maria. 

 

Letzte Woche erhielt ich einen Brief vom Zollamt ich solle bitte das Päckchen abholen, da sie nicht wissen was es wert ist müßte ich es dort öffnen und abholen.  Der Ort ist 45 Autominuten von mir entfernt. Ich erklärte mit Engelszungen, von wem, wofür und dass es dort eine Ziege gibt und ich nicht von der Wolle lebe, sondern es privat verwenden würde usw. Angeblich sei es nicht richtig aussen deklariert gewesen.Schließlich ließ sich der Zollbeamte überreden es mir doch zu schicken, aber ich sollte meiner Freundin in der Schweiz erklären,dass sie es aussen richtig drauf schreiben müsse. Heute nun erhielt ich das Päckchen und was sehe ich? Alles ordentlich und richtig aussen vermerkt von dir liebe Maria. Scheint mir wohl ein Zollbeamter mit Langeweile gewesen zu sein, anders kann ich mir das nicht erklären. Euch einen schönen Tag !

Sonntag, 16. Juni 2013

Weste Sommerwiese ∙ Gesponnen ∙ Indigo überfärbt ∙ Gehäkelt

So hier mal was Gehäkeltes aus diversen handgesponnenen und mit Indigo gefärbten und überfärbten Garnen. Zum einen wollen ja meine Vorräte und Reste auch mal eine nützliche Verwendung finden und zum anderen liebe ich schnelle nützliche selbstgemachte Kleidungsstücke aus eigener Garnproduktion, insbesondere Westen.

 
 Da ich also gerade so schön im Westenstrickrausch bin, entstand also zügig diese locker gehäkelte Weste, die sich auch bei etwas wärmeren Temperaturen und kühleren Frühlings und Sommerabenden sehr gut tragen läßt.Gehäkelt wurde sie meist draussen nach Feierabend mit Blick auf Sommerblumen und Gänseblümchen, also nenne ich sie Sommerwiese.

 
In einem der letzten Kommentare schrieb Bine mal so schön: "Westen kann man nie genug haben", das geht mir auch gerade so und da Häkeln etwas schneller geht als Stricken, so entstand nach der Vorlage meiner handgewebten Weste diese Sommer- Weste  Grüntönen. Aus meiner Indigofärberei und Indigoüberfärberei hatte ich noch ganz viele Probestränge übrig und bevor da die Motten ran gehen, kann ich sie auch tragen. Die Weste wiegt insgesamt 380 gramm, ist aus handgesponnenem Dochtgarn und die Wolle stammt von verschiedenen Schafsorten. Die blaue Wolle ist Coburger Fuchssschaf mit Indigo gefärbt und die anderen Töne sind Indigo- Überfärbungen auf Gelbtönen aus Apfelbaumrinde, Birkenblättern, Maiglöckchenblättern, Maulbeerholz, Mistel, Tagetesblüten, Reseda und Bärenklau. 


Jetzt denkt ihr vielleicht oje aus Resten, diese viele Vernäherei wieder und da kann ich euch verraten, dass ich erstens gerne Fäden vernähe, das hat sowas Meditatives finde ich und ausserdem habe ich zwischendurch ganz viele Anfangs- und Endfäden gleich mit eingehäkelt.
 
 

Das Muster ist jedenfalls ganz einfach. Es sind 4 Reihen feste Maschen und in der 5. Reihe häkle ich auch feste Maschen und dabei steche ich dann abwechselnd in die 2. Reihe, in die 3. Reihe, in die 4. Reihe tief ein, dann wieder in die 3. Reihe, 2. Reihe und wieder normal einstechen. Das ist alles !


Dann noch eine Nachricht an die Powerfrauen vom Wochenende: Bei den Käferflügeln, die ich für besondere Einsätze verwende, handelt es sich um Flügel des Käfers Chaysochroa Raja


Die Flügel des Chaysochroa Raja habe ich mir vor 2 Jahren aus Thailand mitgebracht. In der Thron Halle in Bangkog gab es davon einen kunstvoll gewebten Teppich mit diesen Flügeln, dass es nur so glänzte und dann auf dem Markt davon eine Tüte verkauft wurde, konnte ich nicht wiederstehen. Es wurde erzählt, dass die Käfer nicht extra getötet werden, um sie zu verweben, da sie sonst ihre schillernde Farbe verlieren würden, weiß nicht ob das stimmt. Jedenfalls sind sie schillend und beeindruckend, ich habe nur ganz wenige und so sind sie mir ganz wertvoll. Euch einen schönen Sonntag ! 

Samstag, 15. Juni 2013

Gefärbt mit Sumpfdotterblume

So nun hier noch ein Pflanzenfärbeexperiment, diesmal mit Sumpfdotterblume. Da konnte ich nun vor kurzem bei einer meiner Wanderungen um einen See, nicht vorbei gehen ohne mal eine Probe mitzunehmen.

 
Die 2 Handvoll frischer Sumpfdotterblumen zerkleinerte ich, weichte sie 2 Tage in Wasser ein und kochte sie anschließend 1 Stunde mit der Wolle zusammen im Farbbeutel.

 
Die untere Farbprobe ist auf auf Merinowolle und die obere Farbprobe auf dunklerer Pommernwolle. Herrlich satte Töne !
 
   
Die Blume ist natürlich nicht Sumpfdotterblume, sondern Hahenfussdeko aus dem Garten, da die Dotterblumen alle im Topf waren ;-). 

Bei Eberhard Prinz findet man die Pflanze auf Seite 99 und bei Feddersen- Fieler: Farben aus der Natur steht dazu zwar, dass man Orange und Dunkelgün damit färben kann, doch sie gibt dafür für Orange noch Ammoniak und für Grün Indigo zu, das kommt dann bei der nächsten Ernte dafür war die Probe zu wenig. Bei Sumpf muss ich auch an alle denken die jetzt durch das Hochwasser sprichwörtlich im Sumpf stecken und auch an Kolleginnen von mir die in Brandenburg an der mittleren Ebe unter Wasser stehen und ich wünsche da alles Gute und dass das Wasser zurückgeht.  Euch einen schönen Samstag !
Nachtrag: Dank des Hinweises von Patricia, wird es natürlich keine nächste Ernte von Sumpfdotterblumen geben, da sie in Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Hamburg auf der roten Liste der gefährdeten Biotoptypen stehten.Da es hier in Brandenburg soviele und überall gibt, bin ich garnicht auf die Idee gekommen, dass sie auf der Gefährdungsliste stehen. Da sieht man es mal wieder wie schnell die Natur gefährdet ist, mein Färbebuch ist von 1980 und da war das noch kein Thema. Ganz herzlichen Dank für diesen wichtigen Hinweis Patricia ! 

Freitag, 14. Juni 2013

Gefärbt mit Fliederblüten

Hier zeige ich euch noch meine Färbungen mit Fliederblüten, im Vergleich zu den letzten Färbungen mit Johanniskraut, Bluthasel, Wiesenkerbel und Frauenmantel. Ich sammelte die Blüten kurz vor dem Abfallen, da ich es unbedingt mal ausprobieren wollte, ob sie färben.

 Über Nacht weichte ich die 820 gramm Fliederblüten ein und kochte sie am nächsten Tag 1 Stunde aus. 

 

Anschließend kamen die Blüten in einen Färbebeutel und wurden dann mit 100 gramm Wolle und 1 Seidentuch 1 Stunde gekocht im 1. Zug, was ein sehr feines Gelb ergab ( links). Den 2. Zug mit 300 gramm Wolle kocht ich wieder 1 Stunde und entwickelte dann mit Eisenwasser weiter, was ich wie gesagt nur für Experimente probiere, aber nicht mehr in größeren Mengen verwende.

 

Erst dachte ich was für ein langweilig schlammiger Ton, doch dann als ich es mit den anderen Farben zusammen sah, gefiel er mir dann doch und so kann auch solch eine Farbe im Zusammenspiel Sinn machen. Ausserdem landet wieder 1 Strang in meiner Indigoüberfärbungskiste. Fazit: Also Flieder sieht ja am Baum wunderschön aus und duftet herrlich, doch auf Wolle gibt es auch andere Farben die ähnlich und lohnender sind aus meiner Sicht. Habt ihr schon einmal mit Fliederblüten gefärbt und lohnende Farben erzielt ? Vielleicht war ich ja auch nur zu spät dran mit meiner Ernte. Euch einen schönen Tag !

Donnerstag, 13. Juni 2013

Gefärbt mit Wiesenkerbel

Alle Strassenränder lockten mit dem blühenden Wiesenkerbel, mein Arbeitsweg war gesäumt davon und so konnte ich garnicht anders, als Sammeln und Färben.

 
Es ist das erste Mal, dass ich mit Wiesenkerbel gefärbt habe, durch seine Luftigkeit traute ich ihm auch nicht so eine Färbekraft zu, versprach mir nicht so viel von der Färbung und dann ist es eine relativ kurze Zeitspanne in der er blüht und oft war er schon verblüht und ich schaffte es nicht ihn rechtzeitig zu ernten. Aber dieses Jahr habe ich es geschafft und es hat sich gelohnt und war auf jeden Fall sicher nicht das letzte mal.  


Die Werkstatt duftete ganz herrlich und die Farbtöne auf Wolle ergaben ganz wunderschöne Gelbtöne. Auf Seide wurden die Töne so glänzend wie polierte Zitronenschale, ein ganz unglaubliche Ton. Ich fragte auch vorher noch die Pflanzenexpertin, ob es auch wirklich Wiesenkerbel ist, und nicht der giftige gefleckte Schierling danke Manuela. Mit einem Trank aus giftigem Schierling wurden im Altertum Verurteilte hingerichtet, so zum Beispiel der griechische Philosoph Sokrates. Ein gutes Erkennungs-merkmal für den giftigen Schierling, ist ein intensiver Geruch nach Mäuse-Urin.


Inzwischen sammle ich ja Gelbtöne für die Überfärbungen mit Indigo und da habe ich gelesen, dass die Indigoüberfärbung mit Wiesenkerbel besonders schön sein soll. Da bin ich schon gespannt.


Insgesamt sammelte ich 1300 grammWiesenkerbel. Diesen zerkleinerte ich dann, weichte ihn über Nacht ein, kochte ihn 1 Stunde aus und gab ihn dann in einem Baumwolltuch und 9 Liter Flotte zusammen mit der Wolle für 1 Stunde in den Färbetopf.


Mit diesen 1300 Gramm färbte ich dann insgesamt 200 gramm Sockenwolle und 1 Seidentuch im 1. Zug, 100 gramm Sockenwolle und 200 gramm Seidenkammzug im 2. Zug und im 3. Zug nochmal 200 gramm Kammgarn und 100 gramm Mohair im Kammzug.
 

Der 3. Zug wurde dann noch mit Eisenwasser zu einem dunkleren Ton weiterentwickelt. Eisenwasser nehme ich nur noch ganz selten aus Neugierde auf die Farbe, aber nicht mehr für größere Mengen, da ich das Gefühl habe, dass es die Wolle härter und brüchiger macht. Vorgebeizt wie immer mit Kaltbeize. Sehr schön beschrieben, wie man 4 Farbtöne aus dem Kerbelkraut / Wiesenkerbel erhält, hat es Dorothea Fischer in ihrem Buch : Naturfarben auf Wolle und Seide. Wer den Wiesenkerbel natürlich lieber isst, als mit ihm zu färben, der kann in dem Buch Essbare Landschaften Wilkräuter fündig werden, wie man ihn zubereitet. Inzwischen ist der Kerbel ja wieder ganz schnell verblüht und es sieht so aus auf meinem Arbeitsweg, die reinste Augenweide !
 

Euch einen schönen Tag !
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